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WhatsApp-Gründer verspricht: Nutzerdaten bleiben sicher

Nach der Übernahme von WhatsApp durch Facebook fürchten Nutzer des Messengers um den Schutz ihrer Daten. WhatsApp-Gründer Jan Koum stellt nun klar: Der Messenger-Dienst bleibt unabhängig und werde auch künftig nicht zum Datensammler.

18.03.2014, 15:16 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Die Übernahme des Messenger-Dienstes WhatsApp durch Facebook ließ sich das größte soziale Netzwerk rund 19 Milliarden US-Dollar kosten. WhatsApp-Nutzer fürchteten nach Bekanntgabe des Deals, dass Facebook nun Zugriff auf die Nutzerdaten des Messengers erhält. Etliche Nutzer verabschiedeten sich bereits von WhatsApp und griffen zu Alternativen wie Threema. Am Montag meldete sich nun WhatsApp-Gründer Jan Koum im Firmenblog zu Wort und beruhigte die weltweit rund 450 Millionen Anwender des Messenger-Dienstes: WhatsApp bleibe unabhängig, auch beim Datenschutz und der Privatsphäre werde es keine Änderungen geben.

Respekt für die Privatsphäre ist in unserer DNA

Viele unrichtige Informationen zirkulieren laut Koum seit der Übernahme im Netz. Der WhatsApp-Gründer will daher einige Dinge klarstellen. Für ihn sei der Schutz der privaten Kommunikation alleine wegen seiner persönlichen Biographie sehr wichtig.

Koum ist in der Ukraine geboren und in den 80er-Jahren in der UdSSR aufgewachsen. Dort musste er erleben, was es bedeutet, wenn keine freie Kommunikation möglich ist. Es habe immer die Furcht gegeben, dass der KGB mithört und mitliest. Als Jugendlicher kam Koum dann in die USA. "Respekt für eure Privatsphäre ist in unserer DNA codiert", betont Koum, der in den Facebook-Verwaltungsrat wechselt.


WhatsApp wird nicht zum Datensammler - Facebook will Verschlüsselung verbessern

WhatsApp wisse kaum etwas über seine Nutzer: Anwender müssten keine Namen, E-Mail-Adressen , Geburtsdaten oder ihre Anschrift preisgeben. Auch zum Job, zu Vorlieben oder Suchen seiner Nutzer im Internet habe WhatsApp keine Informationen gesammelt. Das Unternehmen habe keine Pläne, dieses zukünftig zu ändern. "Wenn eine Partnerschaft mit Facebook bedeutet, dass wir unsere Werte ändern müssen, wären wir diese nicht eingegangen", stellt Koum klar. Facebook erlaube es WhatsApp stattdessen, weiterhin unabhängig und autonom zu arbeiten. Die grundsätzlichen Prinzipien des Dienstes werden sich daher nicht ändern. Gegensätzliche Spekulationen seien unverantwortlich und verschrecken nur die Nutzer. Auch zukünftig soll WhatsApp Anwendern weltweit eine Kommunikation ohne Furcht ermöglichen.

Ganz so unabhängig, wie es Koum darstellt, wird WhatsApp aber keineswegs sein. Denn ausgerechnet beim Datenschutz von WhatsApp greift Facebook erstmals ein. Scott Renfro, bei Facebook mitverantwortlich für die Sicherheit des sozialen Netzwerks, erklärte am Wochenende, dass der Schutz von WhatsApp nun eindeutig Sache von Facebook sei. Im Fokus steht dabei vor allem das Thema Verschlüsselung, das auch vor der Übernahme bereits von Datenschützern angemahnt worden war.

(Jörg Schamberg)

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