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WhatsApp-AGB ermöglichen Nutzerbilder auf Werbeplakaten

Der beliebte Messaging-Dienst WhatsApp sichert sich in seinen Geschäftsbedingungen die Rechte an allen verschickten Inhalten zu. Er könnte damit Werbung machen.

23.05.2014, 12:01 Uhr
SMS schreiben© Andres Rodriguez / Fotolia.com

Eine private Nachricht zwischen zwei Menschen sollte niemanden etwas angehen. Wenn diese aber von einem Smartphone zum anderen geschickt wird und dafür der beliebte Messaging-Dienst WhatsApp genutzt wird, dann sieht das schon ganz anders aus. In seinen Geschäftsbedingungen sichert sich WhatsApp die Rechte an allen verschickten Inhalten.

Zugriff auf Adressbücher

Rechtsanwalt Rolf Becker von der Kanzlei Wienke & Becker sagt im Handelsblatt: "Die Kunden stimmen jedenfalls in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen zu, dass WhatsApp alle Inhalte, Bilder und ähnliches ohne Einschränkung und in allen Medienformaten und über alle Kanäle weiterverbreiten kann". Auf diese Weise könnte auch ein verschicktes Bild zu Werbezwecken auf einer Plakatwand landen – sogar deutschlandweit.

WhatsApp steht schon länger in der Kritik der Datenschützer. So lädt der Dienst auch das Adressbuch eines Nutzers auf seine Server in den USA, um vorhandene Kontakte anzeigen zu können, die ebenfalls WhatsApp nutzen. Auch diese Praxis sichert sich WhatsApp im Kleingedruckten.

Gelten die AGB überhaupt?

Unklar ist jedoch, ob englischsprachige AGBs überhaupt in Deutschland gelten. Laut Handelsblatt werden sie nach Meinung von Carola Elbrecht, Koordinatorin des Projekts "Verbraucherrechte in der digitalen Welt" beim Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv), nicht Vertragsbestandteil.

So brisant diese juristische Frage ist, es ist nicht damit zu rechnen, dass WhatsApp ungefragt Werbung mit Fotos aus privaten Nachrichten treibt. Entsprechend unberührt geben sich auch die meisten Nutzer.

(Peter Giesecke)

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