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Wettlauf um schnelles Sat-Internet im All: Netzwerke mit hunderten Satelliten geplant

Weltweit schnelles Internet per Satellit: Die Milliardäre Elon Musk und Richard Branson planen konkurrierende Sat-Netzwerke im All mit hunderten von Satelliten. Musk will mit den Einnahmen sogar die Errichtung einer Marskolonie finanzieren.

19.01.2015, 13:08 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Das Thema Internetzugang per Satellit, das hierzulande eher ein Nischendasein führt, könnte international neuen Schwung erhalten. Mit Richard Branson und Elon Musk wollen gleich zwei Milliardäre mit ihren Firmen Virgin Galactic bzw. SpaceX hunderte Satelliten ins All schießen. Das jeweilige Ziel: Weltweite Internetzugänge per Satellit auch für entlegene Gebiete. Der 43-jährige Elon Musk denkt sogar noch weiter: Laut Bloomberg möchte er mit den Einnahmen die Errichtung einer Marskolonie finanzieren.

Schnelles Sat-Internet durch Satelliten in niedriger Umlaufbahn

SpaceX will rund 700 Satelliten in einer Umlaufbahn in einer Höhe von nur 1.200 Kilometern positionieren. Der Vorteil: Sat-Internetzugänge sollen auch in entlegenen Regionen zugänglich sein. Durch die relativ nahe Erdnähe soll zudem das Tempo der Internetdienste aus dem All - dank kürzerer Signalwege als bislang bei Sat-Internet üblich - erheblich zulegen.

Internet-Daten würden ihren Weg nicht mühsam mittels terrestrischem Routing über Dutzende von Routern und Netzwerken finden, sondern schnell über wenige Satelliten zum Ziel geleitet werden. Damit würden sich dann auch zeitkritische Anwendungen wie Online-Games, Skype und andere Cloud-basierte Dienste per Sat-Internet nutzen lassen.

Musk plant nicht anderes als ein globales Kommunikationssystem, das größer sein soll als alle bisher existierenden Systeme. Das Projekt soll in Seattle angesiedelt sein, zum Start seien 60 Mitarbeiter vorgesehen. Schon in drei bis vier Jahren könnten eventuell schon 1.000 Mitarbeiter sowohl an dem Sat-Netzwerk aber auch an den SpaceX-Falcon-Raketen sowie Dragon-Transportkapseln arbeiten. Der Aufbau des Satelliten-Netzwerkes soll rund 10 Milliarden US-Dollar kosten.

Oneweb und Virgin Galactics planen Konkurrenzssystem

Doch die Konkurrenz schläft nicht: Über 600 kleine Satelliten soll auch Bransons Virgin Galactic für ein geplantes Sat-Internet-Netzwerk des Startups Oneweb ins All schießen. Oneweb-Chef Greg Wyler sieht dafür lediglich 2 Milliarden US-Dollar vor. Neben Bransons Virgin Group ist als weiterer Kooperationspartner Qualcomm mit an Bord.

Beachten Sie auch unseren Grundlagenartikel Internet über Satellit: Möglichkeiten und Grenzen.

(Jörg Schamberg)

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