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"Welt": Schaden durch Internetkriminalität in Deutschland am größten

Deutschland ist gemessen an der gesamten Wirtschaftsleistung am stärksten von Cyberkriminalität betroffen. In der EU sollen laut einer Studie jährlich 150.000 Jobs durch Internetkriminalität vernichtet werden, weltweit soll ein jährlicher Schaden in Höhe von 400 Milliarden Dollar anfallen.

10.06.2014, 08:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internetnutzung© adam36 / Fotolia.com

Der Schaden durch Internetkriminalität ist einer Studie zufolge in Deutschland am größten - nimmt man die gesamte Wirtschaftsleistung als Maßstab. Wie die Tageszeitung Die Welt" berichtet, macht der Schaden durch entsprechende Verbrechen hierzulande 1,6 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) aus.

Internetkriminalität vernichtet pro Jahr EU-weit 150.000 Jobs

Die Zeitung beruft sich auf eine Studie des IT-Sicherheitsdienstleisters McAfee und der US-Denkfabrik CSIS. Demnach liegt Deutschland dem relativen Schadensumfang nach vor den Niederlanden (1,5 Prozent), den USA und Norwegen (je 0,64 Prozent) sowie China (0,63 Prozent).

Der Studie zufolge würden in EU pro Jahr 150.000 Jobs durch Verbrechen im Zusammenhang mit Datenverarbeitung vernichtet. In der Gruppe der G-20-Staaten entstehe ein jährlicher Schaden von 200 Milliarden Dollar. Weltweit werde die Schadenssumme durch Cyberkriminalität mit mehr als 400 Milliarden Dollar pro Jahr veranschlagt. "Cybercrime ist eine wachsende Industrie. Der Ertrag ist groß, und die Risiken sind klein", zitiert die Zeitung aus der Studie.

Vergleichbarkeit der Zahlen nicht sicher

Die Autoren der Studie haben mit Behörden verschiedener Länder zusammengearbeitet, um die Daten zu ermitteln. Die Zahlen sind jedoch mit Vorsicht zu genießen, da ihre Vergleichbarkeit aufgrund verschiedener Faktoren nicht sicher gegeben ist. Nicht alle Firmen bemerken nach Angaben der Studie Cyber-Attacken auf ihre Systeme oder geben Informationen über Angriffe preis, so zeigten zum Beispiel nur 44 Prozent alle australischen Unternehmen Cyber-Angriffe an.

Zudem würden die Kosten, die durch Cybercrime entstehen, von jedem Staat verschieden ermittelt und bewertet. "Der Verlust durch den Diebstahl geistigen Eigentums ist beispielsweise sehr subjektiv", erklärt Raj Samani, technischer Direktor des Wirtschaftsraums Europa bei McAfee. "Meistens handelt es sich um Opportunitätskosten. Die Auswirkungen sind schwer anzuschätzen, besonders wenn gar nicht auffällt, dass ein Angriff auf die Urheberrechte erfolgt ist."

(Jörg Schamberg)

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