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"Welt Online": GSM-Frequenzauktion bereits 2013

Bereits im kommenden Jahr könnte es erneut eine Auktion für die Vergabe von Mobilfunkfrequenzen geben. Das berichtet "Welt Online". Diesmal unter dem Hammer: die noch bis 2016 lizensierten GSM-Frequenzen für Sprachtelefonie. Die Netzbetreiber sträuben sich.

13.02.2012, 16:31 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Nach dem Ende der LTE-Frequenzauktion im Mai 2010 flossen rund 4,4 Milliarden Euro in die Staatskasse. Seitdem arbeiten die Netzbetreiber eifrig am Aufbau der LTE-Infrastruktur und einer damit verbundenen Refinanzierung der Lizenzkosten. In Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, dem Saarland und Schleswig-Holstein konnten laut Bundesnetzagentur bis Anfang Februar bereits alle sogenannten "weißen Flecken" geschlossen werden. Doch nun ziehen schwarze Wolken am strahlenden Mobilfunkhimmel auf.

Neue Auktion für alte GSM-Frequenzen

Der Grund: Laut "Welt Online" steht offenbar die nächste staatliche Großauktion für verschiedene Sprachtelefonie-Frequenzpakete in den GSM-Bereichen 900 Megahertz (MHz) und 1800 MHz vor der Tür. Diese sind zwar noch bis 2016 vergeben, über die Folgezeit soll aber womöglich schon 2013 entschieden werden. Die aktuellen Lizenzinhaber, Deutsche Telekom, E-Plus, Telefónica Germany und Vodafone, fürchten daher bereits weitere Milliardenbelastungen. Dem Bericht zufolge will die Bundesnetzagentur allerdings erst im kommenden Jahr endgültig darüber entscheiden, wie die Neuvergabe vonstatten gehen wird.

Einer möglichen Versteigerung stehen die Provider im Rahmen des laufenden GSM-Bedarfsermittlungsverfahrens jedoch mehrheitlich ablehnend gegenüber. Insbesondere Telekom und Vodafone hatten in ihren Ende November vorigen Jahres veröffentlichten Stellungnahmen für eine Verlängerung der bestehenden Lizenzen über 2016 hinaus plädiert. Während die Telekom dabei eine zusätzliche Laufzeit von bis zu 20 Jahren einforderte, verwies Vodafone auf den Einsatz der Frequenzen in der Maschinenkommunikation (M2M), bei der ein Wechsel nicht ohne weiteres möglich sei.

Versteigerung als wahrscheinlichste Option

Auch E-Plus zeigte sich damals von einer möglichen Auktion wenig angetan. Im Gegensatz zu ihren Konkurrenten spekulierte die KPN-Tochter aber auf eine Umverteilung von Frequenzen – auf deren Kosten. Dabei hofft E-Plus vor allem auf langwellige Frequenzen, die derzeit noch von Telekom und Vodafone genutzt werden und mehr Reichweite bei geringeren Ausbaukosten versprechen. Derlei Ansprüche formulierte Telefónica Germany zwar nicht, jedoch forderte der o2-Netzbetreiber einen Aufschub der Vergabepläne um mindestens zwei Jahre sowie eine Harmonisierung der Laufzeiten mit den bis 2020 gültigen UMTS-Lizenzen. Bis dahin wisse man auch, welche zusätzlichen Rundfunkfrequenzen im Rahmen der "Digitalen Dividende 2" noch zu haben sein werden, so Markus Haas, Regulierungschef bei Telefónica Germany, gegenüber "Welt Online".

Bei der Bundesnetzagentur gilt eine Versteigerung der alten Handy-Frequenzen im kommenden Jahr ungeachtet dessen als wahrscheinlichste Option. Man könne davon ausgehen, dass der "Finanzminister spätestens jetzt aufgewacht" sei, hieß es laut dem Springer-Nachrichtenportal aus dem Umfeld der Regulierungsbehörde. Ebenfalls als Bieter auftreten könnte dabei die Deutsche Bahn. Eine Beteiligung werde angesichts benötigter zusätzlicher Bahnfunk-Frequenzen geprüft, erklärte das Unternehmen in einem Positionspapier.

(Christian Wolf)

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