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Weimar wird Deutschlands größter Hotspot

Insgesamt 70 öffentliche WLAN-Zugänge umfasst der im Aufbau befindliche größte öffentliche Hotspot Deutschlands im thüringischen Weimar. Die Nutzung ist kostenlos, die Sicherheit genießt eine hohe Priorität.

06.07.2007, 09:15 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Eine ganze Stadt geht kostenlos online. Der größte öffentliche Hotspot Deutschlands wird bis Ende Juli im thüringischen Weimar aufgebaut. Das drahtlose Internet in Weimar, kurz DRIN, soll 70 öffentliche WLAN-Zugänge im Zentrum der Stadt der Dichter und Denker umfassen.
Kostenlose Nutzung
Einwohner und Touristen der Stadt können den mobilen Internetzugang kostenlos nutzen. Nach der Registrierung steht eine im WPA2-Standard verschlüsselte Internetverbindung zur Verfügung. Die Konfiguration des Laptops beziehungsweise WLAN-fähigen Handys wird den DRIN-Nutzern sehr einfach gemacht und von einer Zugangssoftware übernommen. Alternativ können auf dem Handy die Einstellungen über eine SMS-Nachricht angefordert werden.
Das DRIN-Konsortium und lokale Medienpartner sorgen für die Aufbereitung der Inhalte. Ein auf Geodaten basierendes Medienportal stellt zahlreiche Informationen mit lokalem Bezug bereit, die sowohl von Gewerbetreibenden wie auch Bürgern zusammengestellt werden. Die Access Points stellen die Geodaten, die beispielsweise auch bei der GPS-Navigation zum Einsatz kommen, automatisch bereit. Wie Konsortiumssprecher Rene Böringer am Donnerstagmittag erklärte, soll dadurch der Tourist beispielsweise über alle Sehenswürdigkeiten informiert werden, die sich im Sichtbereich des jeweiligen Access Points befinden.
Informationsportal rund um Weimar
Aber auch Audiobeiträge, Fotos und Filmsequenzen zu verschiedenen Themen, die Weimar bewegen, sollen das Portal komplettieren. Aktive Teilnehmer der Community erhalten kostenlos einen speziellen WLAN Access Point auf Basis des ZONOS-Betriebssystems. Dieser sorgt für höchste Sicherheitsmaßstäbe, wenn sich andere Teilnehmer die DSL-Anbindung eines Access Points teilen. Die Authentifizierung der mobilen Endgeräte und das Management des im Gerät eingekapselten Hotspots werden von einem Provider umgesetzt. Mit dem gleichen Gerät kann der Anwender auch sein privates Netzwerk in den eigenen vier Wänden betreiben.
Geht man von sechs eingebuchten WLAN-Verbindungen je Hotspot aus, soll jeder eine Geschwindigkeit von etwa einem Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Downstream erreichen. Dank der WLAN Fairnessstrategie sollen alle Nutzer mit einer annähernd identischen Geschwindigkeit ausgestattet werden. Ist beispielsweise nur ein Nutzer eingeloggt, könnte dieser mit einer Download-Geschwindigkeit von etwa sieben Mbit/s rechnen. Generell spielt dabei natürlich die DSL-Anbindung des Access Point-Besitzers eine entscheidende Rolle. Davon hängt beispielsweise auch die Geschwindigkeit des Upstreams ab.
Die in Weimar gesammelten Erfahrungen sollen nach Worten von Böringer beim geplanten Aufbau und Betrieb eines möglichst bundesweiten WLAN-Netzes helfen.

(Stefan Hagedorn)

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