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Weihnachtsgeschäft bei Amazon durch Streiks in Gefahr? - Verdi droht mit Paukenschlag

Das Weihnachtsgeschäft ist für den Online-Händler Amazon die lukrativste Zeit des Jahres. Die Gewerkschaft Verdi könnte Amazon aber das Weihnachtsgeschäft vermiesen und droht mit einer Ausweitung der Streiks. Erstmals streikten am Montag Beschäftigte an vier Amazon-Standorten gleichzeitig.

22.09.2014, 18:16 Uhr (Quelle: DPA)
Amazon© Amazon

Im Tarifstreit mit dem Internet-Versandhändler Amazon zieht die Gewerkschaft Verdi die Daumenschrauben an. "Im Weihnachtsgeschäft wollen wir zu einem Paukenschlag ausholen", sagte Mechthild Middeke von Verdi Hessen. Am Montag legten erstmals Beschäftigte an vier deutschen Standorten parallel die Arbeit nieder. Als Streikorte könnten Middeke zufolge demnächst auch Werne (Nordrhein-Westfalen) und Koblenz (Rheinland-Pfalz) hinzukommen: "Derzeit werden dort die Voraussetzungen geschaffen."

Verdi: Das war nicht der letzte Streik

Am Montag gab es Ausstände in den Verteilzentren in Leipzig und Bad Hersfeld sowie in Graben bei Augsburg und im nordrhein-westfälischen Rheinberg. Verdi zufolge beteiligten sich daran etwa 2.000 Beschäftigte. "Es wird nicht der letzte Streik gewesen sein", sagte Verdi-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Die Beschäftigten forderten ihr Recht auf einen Tarifvertrag und auf würdige und existenzsichernde Arbeitsbedingungen.

Nach Unternehmensangaben legten etwa 1.300 Mitarbeiter die Arbeit nieder. Die Mehrheit der Beschäftigten sei - wie auch bei vergangenen Streikaufrufen - regulär zur Arbeit gekommen. Der Streik habe auch keine Auswirkungen auf die "Einhaltung des Lieferversprechens" an die Kunden. Der Ausstand soll Verdi zufolge bis Dienstagabend dauern.

Verdi will Druck auf Amazon erhöhen

"Wir haben im Vergleich zu den vorigen Aktionen schon jetzt einen Gang zugelegt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass dies keine Auswirkungen auf die Betriebsabläufe bei Amazon hat", sagte Middeke. Amazon werde insbesondere dann Schwierigkeiten mit der Bewältigung seines Geschäfts bekommen, wenn weitere Standorte hinzukämen. "Wir ziehen jetzt wieder an, werden Intensität und Häufigkeit in Absprache mit den anderen Standorten herauffahren", sagte Verdi-Streikleiter Thomas Schneider in Leipzig.

Die Gewerkschaft versucht schon seit mehr als einem Jahr, den weltgrößten Online-Versandhändler mit Ausständen an verschiedenen Standorten zu Tarifverhandlungen zu den Bedingungen des Einzelhandels zu bewegen. Allein im vergangenen Weihnachtsgeschäft hatten Beschäftigte sechs Tage lang gestreikt. Amazon lehnt eine Tarifbindung ab und sieht sich selbst als Logistiker. Das Unternehmen beschäftigt an bundesweit neun Standorten mehr als 9.000 Mitarbeiter.

Laut Verdi klagen Mitarbeiter in den Amazon-Versandzentren über eine hohe Anzahl von Befristungen, extremen Leistungsdruck sowie unzureichende Arbeits- und Pausenregelungen. Zudem bekämen sie zum Teil mehrere Hundert Euro weniger, als ihnen nach den Tarifverträgen des Einzel- und Versandhandels zustehen würden.

(Jörg Schamberg)

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