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Weichen setzen: Telekom betritt indischen Markt

Investitionen nur im Westen – das war gestern. Laut "Wirtschaftswoche" hält die Telekom 17 Prozent des indischen Konzerns Devas. Und das seit Ende 2008.

25.08.2009, 16:46 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Eigentlich wollte sie sich außerhalb von Europa und den USA nicht im Ausland engagieren. Offenbar wird jetzt zurückgerudert: Die Deutsche Telekom hat sich mit 17 Prozent an dem indischen Telekommunikationsunternehmen Devas Multimedia beteiligt – und zwar bereits Ende 2008, wie die "WirtschaftsWoche" berichtet. Ein Testballon für weitere Projekte in Schwellenländern wie Indien und Afrika?
100 Million neue Anschlüsse?
Der westliche Markt ist in den Augen der Konzernleitung offenbar gesättigt. Daher will man sich den "vielversprechenden Wachstumschancen" von vergleichsweise jungfräulichen Regionen nicht verschließen, so der Konzern gegenüber dem Magazin.
Die weitgehend unbekannte Firma Devas will ab 2010 leistungsstarke Funknetze für schnelle Internetverbindungen in indischen Ballungsräumen anbieten. Im kommenden Jahr sollen dadurch mehr als 100 Millionen Einwohner mit superschnellen Internet-Anschlüssen versorgt werden.
Parallel sollen sich zwei Satelliten um die Versorgung abgelegener Gebiete mit Breitband-Internet kümmern. Ein Kuchen, von dem die Telekom sich gern eine Scheibe abschneiden würde.
Mehr als ein Fuß in der Tür werden die 17 Prozent wohl nicht ausmachen, halten doch Columbia Capital und Telecom Ventures bereits 49 Prozent an Devas. Aber es könnte der Auftakt zu einem Trend sein. Auch Vodafone stellt bereits die Weichen und France Telecom betritt Medienberichten zufolge den indischen Markt über Equant Network Services.
Prognose: 30 Prozent mehr Handynutzer
Investitionen in Afrika und dem Nahen Osten liegen im Trend, bieten noch vergleichsweise gute Gewinnmargen und helfen so manchem krisegebeutelten Konzern durch die wirtschaftlich harten Zeiten.
Immerhin gehört Indien zu den Telekommunikationsmärkten, die weltweit am schnellsten wachsen. Laut WW erwarten Marktforscher für 2009, dass allein die Zahl der Handynutzer um 30 Prozent auf 450 Millionen steigt.

(Dorothee Monreal)

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