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Wegen Hacker-Affäre: Nordkorea droht USA mit Krieg

Martialische Drohungen kommen aus Nordkorea, nachdem die USA das Land wegen der Hackerattacke auf Sony Pictures beschuldigt hatte. Nordkorea warnte, die Streitkräfte seien zu einer Konfrontation mit den USA bereit.

22.12.2014, 00:27 Uhr (Quelle: DPA)
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Nordkorea hat mit martialischen Drohungen auf Beschuldigungen der USA nach der Cyber-Attacke auf das Filmstudio Sony Pictures reagiert. Die Nationale Verteidigungskommission in Pjöngjang warnte, "die Streitkräfte und die Bevölkerung sind zu einer Konfrontation mit den USA in allen Kriegsbereichen einschließlich des Cyber-Kriegsraums bereit, um diese Zitadellen in die Luft zu sprengen". Auslöser soll die Nordkorea-Satire "The Interview" aus Hollywood sein, deren Kinopremiere nach den jüngsten Turbulenzen in den USA abgesagt wurde.

Nordkorea: Härteste Gegenaktion zielt auf Weißes Haus

In der von den nordkoreanischen Staatsmedien am Sonntag auf Englisch veröffentlichten Erklärung hieß es, die härteste Gegenaktion werde sich offen gegen das Weiße Haus, das Pentagon und das gesamte US-Festland richten. In der Vergangenheit hatte das Regime wiederholt Vernichtungsdrohungen gegen Feinde ausgesprochen, die ohne Folgen blieben.

Nordkorea reagierte auf die Anschuldigung der USA, Pjöngjang stecke hinter dem Hacker-Angriff. Nordkorea hatte die USA zu gemeinsamen Ermittlungen in dem Fall aufgerufen und gedroht, es werde "ernste Konsequenzen" haben, sollten die USA den Vorschlag ablehnen.

USA will Nordkorea wieder auf Liste der Terrorismus-Unterstützer setzen

US-Präsident Barack Obama bekräftigte in einem am Freitag aufgezeichneten CNN-Interview, dass es eine "angemessene" Antwort auf auf den "sehr kostspieligen Cybervandalismus" geben werde. So prüften die USA, das Land wieder auf die Liste der staatlichen Terrorismus-Unterstützer zu setzen. Die USA hatten es 2008 bei Verhandlungen über Pjöngjangs Atomprogramm von der Liste genommen.

Die USA wollen laut Medien ausgerechnet mit Chinas Hilfe gegen mutmaßlich von Nordkorea verübte Cyber-Attacken auf das Filmstudio Sony Pictures vorgehen. "Wir haben den Fall mit den Chinesen diskutiert, um Informationen auszutauschen", zitierte das "Wall Street Journal" einen hochrangigen US-Regierungsbeamten. Die US-Sicherheitsbehörde FBI glaubt, eindeutige Hinweise dafür zu haben, dass Nordkorea dahintersteckt.

Gemeinsam mit China solle nach Wegen und Möglichkeiten gesucht werden, weitere ähnliche Attacken zu blockieren, zitiert die "New York Times" einen US-Beamten. Demnach laufe praktisch die gesamte Telekommunikation Nordkoreas über von China betriebene Netzwerke.

FBI hat angeblich klare Indizien für Beteiligung Nordkoreas

Bei der Attacke waren im November flächendeckend die Computersysteme von Sony Pictures angegriffen und gigantische Mengen an Daten gestohlen worden. Die Angreifer hatten auch Terrorakte für den Fall angedroht, sollte die Nordkorea-Satire in die Kinos kommen. In dem Film bekommen zwei US-Journalisten den Auftrag, den nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un bei einem Interview zu töten.

Das FBI ist nach Analysen der Angriffe überzeugt, klare Indizien für eine Beteiligung von Nordkorea entdeckt zu haben. Die eingesetzte Schadsoftware und die genutzte Internet-Infrastruktur zeigten klare Verbindungen zu Nordkorea. Es gebe auch Ähnlichkeiten zu einer Attacke, die das Land im März gegen Banken und Medienhäuser in Südkorea gefahren haben soll.

Hackergruppe macht sich über FBI lustig

Die Gruppe, die sich für die Cyber-Attacke auf Sony Pictures verantwortlich erklärt hat, macht sich US-Medien zufolge über die Ermittlungen der amerikanischen Bundespolizei lustig. US-Journalisten erhielten eine E-Mail, die angeblich von den "Guardians of Peace" geschickt worden war, wie der "Hollywood Reporter" am Sonntag berichtet.

Darin feixt die Gruppe, sie gratuliere dem FBI zu seinem Untersuchungsergebnis. Sie seien "die Besten". Angehängt ist der Link zu einem YouTube-Video, in dem die Ermittler als Idioten verhöhnt werden. Experten hätten die neue Nachricht mit bisherigen E-Mails der mutmaßlichen Hacker verglichen und viele Ähnlichkeiten gefunden, schreibt das Blatt. Nordkorea bestreitet, etwas mit dem Cyber-Angriff zu tun zu haben, und droht den USA wegen der Anschuldigungen mit schwerwiegenden Folgen.

(Jörg Schamberg)

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