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Wechsel auf DAB+: Deutschlandradio-Chef fordert Frist für UKW-Ausstieg

Während das Analogzeitalter bei der terrestrischen TV-Versorgung längst Geschichte ist, gibt in der deutschen Radiolandschaft in weiten Teilen unverändert die Ultrakurzwelle (UKW) den Ton an. Willi Steul, Chef des Deutschlandradios, fordert im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche" nun einen Ausstiegsplan für den analogen Rundfunk.

09.02.2014, 17:33 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Während das Analogzeitalter bei der terrestrischen TV-Versorgung längst Geschichte ist, gibt in der deutschen Radiolandschaft in weiten Teilen unverändert die Ultrakurzwelle (UKW) den Ton an. Zwar werden regelmäßig neue Sender für den digitalen Rundfunk in Betrieb genommen, ein Großteil der Radiohörer nutzt aber zumindest unterwegs noch immer den klassischen analogen Übertragungsweg.

Übergangsfrist von zehn Jahren

Der Chef des Deutschlandradios, Willi Steul, will den schleppenden Wechsel auf die neue Technologie deutlich beschleunigen. Da der flächendeckende DAB+-Ausbau spätestens 2016 abgeschlossen sein werde, müsse die Politik zeitnah über einen verbindlichen Zeitplan zum UKW-Ausstieg nachdenken, sagte Steul im Gespräch mit der "WirtschaftsWoche".

Als angemessene Übergangsfrist erachtet der Intendant der öffentlich-rechtlichen Sendergruppe Deutschlandfunk, Deutschlandradio Kultur und DRadio Wissen einen Zeitraum von zehn Jahren. In dieser Spanne hätten sowohl Hörer als auch Sender ausreichend Gelegenheit, sich umzustellen. Die digitalen Radioprogramme böten nicht nur einen besseren Klang und diverse Zusatzdienste, auch sei DAB+ wesentlich günstiger. Allein 12 Millionen Euro jährlich zahle das Deutschlandradio derzeit für den Betrieb der Mittel- und Langwelle; die Gesamtkosten für den analogen Rundfunk beliefen sich sogar auf 36 Millionen Euro pro Jahr. Ein DAB+-Programm bundesweit zu übertragen, sei hingegen bereits für 500.000 Euro möglich. "Das ist die Technik der Zukunft", so Steul.

Ausgebremst werde das Digitalradio in Deutschland nach Ansicht des 63-Jährigen vor allem durch den Widerstand der großen öffentlich-rechtlichen und privaten Sender. Diese fürchteten das Aufkommen neuer Konkurrenz im Äther, da DAB+ die im analogen Bereich vorherrschende Frequenzverteilung und –knappheit aufhebe.

(Christian Wolf)

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