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WDR streicht 500 Stellen - Rundfunkbeitrag kann steigende Kosten nicht auffangen

Der WDR muss sparen, aber die Hörer, Zuschauer und Internetnutzer sollen möglichst wenig davon merken. Intendant Tom Buhrow will seinen Sender effizienter machen - und 500 Stellen abbauen.

15.06.2014, 09:01 Uhr (Quelle: DPA)
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der Westdeutsche Rundfunk (WDR) streicht bis zum Jahr 2020 jede zehnte Stelle. Das teilte Intendant Tom Buhrow am Freitag in Köln mit. Es gehe um 500 freiwerdende Stellen, die nicht wieder besetzt würden.

WDR: Ab 2016 fehlen jährlich 100 Millionen Euro

Buhrow erläuterte in einer Mitteilung des Senders, von 2016 an gebe es eine jährliche Lücke von rund 100 Millionen Euro im WDR-Etat. Steigende Kosten könnten nicht durch den Rundfunkbeitrag aufgefangen werden. Ohne Abbau der Personalausgaben seien die erforderlichen Einsparungen nicht möglich. "Der Stellenabbau ist eine schmerzhafte, aber zwingende Entscheidung", versicherte Buhrow, der den Sender seit knapp einem Jahr leitet.

Mit seinen 4.740 Mitarbeitern ist der WDR der größte Sender in Deutschland. In Europa ist nur noch die britische BBC - ebenfalls eine öffentlich-rechtliche Anstalt - mit ihren 8.000 Stellen größer.

Der Etat des aus Rundfunkgebühren und Werbeeinnahmen finanzierten WDR liegt bei rund 1,4 Milliarden Euro jährlich. Schon im vergangenen Herbst hatte Buhrow Einsparungen angekündigt, weil der WDR anderenfalls auf ein Milliardenloch zusteuere. "Das ist ein gigantischer struktureller Abgrund", sagte Buhrow damals.

Zuschauer werden Einschnitte merken

Nun kommen die Gegenmaßnahmen. "Nur so bleiben wir aus eigener Kraft handlungsfähig und können den WDR steuern", sagte Buhrow. Um den Personalabbau zu beschleunigen, habe man mit den Gewerkschaften Modelle für Altersteilzeit und Vorruhestand verabredet. Die meisten Stellen werden in der Verwaltung und in der Produktion abgebaut. Die Sachkosten sollen ebenfalls sinken, die Effizienz steigen.

Aber auch das Publikum des WDR, der fünf Radiowellen, das NRW-Fernsehprogramm mit lokalen Fenstern, Zulieferungen für das ARD-Hauptprogramm, fremdsprachige Sendungen im "Funkhaus Europa" sowie ein umfangreiches Online-Angebot bereitstellt, wird die Einschnitte merken. "Für die Menschen ist unser Programm das Wichtigste. Deshalb streichen wir dort so wenig wie möglich. Aber wir werden nicht mehr alles tun können, was wir heute tun", kündigte Buhrow an.

WDR muss sich fit für die Zukunft machen - Kritik vom DJV

Der Rundfunkrat stellte sich hinter den Intendanten. "Der WDR muss diesen schwierigen Weg gehen, um sich fit für die Zukunft zu machen", sagte Ruth Hieronymi, die Vorsitzende des Rundfunkrats.

Der Deutsche Journalistenverband (DJV) kritisierte die Stellenstreichungen als "Rasenmäher-Methode". Hauptleidtragende seien die Mitarbeiter, hieß es in einer Mitteilung des DJV-NRW. "Für die Festangestellten wird die schon heute erhebliche Arbeitsverdichtung weiter verschärft und der Arbeitsdruck noch höher." Den freien Journalisten drohten geringere Einkommen und ein härterer Konkurrenzkampf.

(Jörg Schamberg)

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