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WDR-Intendant Buhrow: WDR-Inhalte per Player in externe Seiten einbinden

Der öffentlich-rechtliche Sender WDR kämpft trotz Rundfunkbeitrags mit Haushaltslöchern. Dennoch stelle sich der WDR dem Medienwandel. WDR-Intentant Thomas Buhrow kündigte im Rahmen des "Medienforum NRW" in Köln einen neuen Player zum Einbinden von WDR-Inhalten auf externen Webseiten an.

20.05.2014, 20:25 Uhr
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Was treibt die Nachfrage nach mehr Breitband? Nach Ansicht von WDR-Intendant Thomas Buhrow ist "Content der Schlüssel", der allem zu Grunde liegt. Der ehemalige "Tagesthemen"-Moderator beleuchtete am Dienstag in Köln in einer Keynote im Rahmen des "Medienforum NRW" den Umbruch in der Medienbranche. "Wir alle suchen einen Platz in der neuen Medienwelt", so Buhrow. Die Grenzen zwischen Print, TV und Internet würden zunehmend verschmelzen. Der Intendant des in Köln ansässigen WDR forderte die versammelten Branchenvertreter dazu auf, mehr nach Gemeinsamkeiten zu suchen.

WDR: Haushaltslöcher trotz Rundfunkbeitrags

"Der Medienwandel ist ein Wirbelwind" betont Buhrow. Keiner hat den Stein der Weisen. Der öffentlich-rechtliche Sender fördere junge Ideen aus allen Bereichen des WDR. Dennoch sei die Crossmedialität eine Herausforderung für die Kölner. Denn Geld zum Verteilen gebe es nicht, im Gegenteil: "Wir haben Haushaltslöcher", so Buhrow.

Er freue sich über die Senkung des Rundfunkbeitrags, stellt aber zugleich klar, dass die Umstellung auf den Rundfunkbeitrag nie dazu gedacht war, höhere Einnahmen zu generieren. Mehreinnahmen landen auf einem Sperrkonto bis über die Verwendung entschieden werde. Die Politik habe Interesse daran, solche Mehreinnahmen für eine Beitragsstabilität bis 2020 einzusetzen. Eines ginge aber nicht: Der WDR könne nicht schrumpfen und gleichzeitig mehr Aufgaben übernehmen.

DVB-T Frequenzen werden erst 2020 frei - WDR-Inhalte per Player auf externen Seiten einbinden

Buhrow ging in Köln auch auf die Debatte über die Freigabe von Rundfunkfrequenzen für die mobile Breitbandnutzung ein. Die Frequenzen im Bereich von 700 MHz würden noch für DVB-T benötigt. Die Entwicklung von DVB-T2 brauche noch Jahre und sei erst um 2020 in der Praxis einsatzbereit. Erst dann will der WDR die Frequenzen für den Mobilfunk räumen.

Mit Blick auf das weltweite Netz erklärt der WDR-Intendant: "Deutsche Autobahnen haben Regeln, auch das Internet braucht Regeln." Sonst gebe es "Unfälle" je schneller gefahren werde. Der WDR werde sich künftig mit seinen Inhalten externen Plattformen öffnen. Die "Tagesschau in 100 Sekunden" sei beispielsweise auch auf der Webseite der "FAZ" zu finden. Buhrow kündigte in Köln zudem einen 'Embedded Player' für Online-Plattformen an. WDR-Inhalte z.B. von Events ließen sich damit auf externen Seiten einbinden. Es sei aber noch einiges zu regeln, auch rechtlich ist noch nicht alles geklärt. Online-Erfolgsmodelle gebe es aber bereits: Die "Tagesschau"-App und die Mediathek. Bei den Online-Mediatheken machte Buhrow Hoffnung auf einen Wegfall der 7-Tage-Regel für die Bereithaltung von Inhalten.

Das Fazit von Buhrow: "Wir stellen uns dem Wandel, müssen aber mit immer weniger Geld auskommen."

(Jörg Schamberg)

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