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Warnung vor Telefonwerbung für Tele2-Anschluss

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kritisiert massive Telefonwerbung für einen Tele2-Komplettanschluss. Kunden werden zum Vertragsabschluss bewegt, wichtige Details und Nachteile des Tarifs laut den Verbraucherschützern häufig aber verschwiegen.

16.01.2012, 16:01 Uhr
Internet© Daniel Fleck / Fotolia.com

Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland ist hart umkämpft. Um neue Kunden zu gewinnen, greifen Anbieter wie beispielsweise das Düsseldorfer Unternehmen Tele2 auch auf Telefonwerbung zurück. Doch hier rät die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz zur Vorsicht. Laut den Verbraucherschützern häufen sich derzeit die Beschwerden über telefonische Werbung für einen Tele2 Telefonkomplettanschluss. Häufig sind demnach Kunden mit Tele2 Preselection-Verträgen betroffen.

Tele2 weist nur unzureichend auf Details hin

Der beworbene Tele2-Anschluss soll ohne Anschluss der Deutschen Telekom auskommen. Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz kritisiert, dass die Tele2-Werber auf wichtige Vertragsdetails und Nachteile gegenüber dem alten Tarif häufig nicht hinweisen. Der Tele2-Komplettanschluss Web & Fon werde beispielsweise über das Mobilfunknetz realisiert. Je nach Wohnort des Kunden ist der Mobilfunkempfang aber nur eingeschränkt verfügbar oder ganz unmöglich.

Der Anschluss lässt sich zudem nur mit Tele2-eigenen Geräten nutzen. Nachdem Kunden telefonisch dem Vertrag für den Tele2 Telefonanschluss zugestimmt haben, erhalten sie meist ein einfaches Mobiltelefon zugeschickt. Häufig erst auf Nachfrage wird eine Tele2-Anschlussbox geliefert, an die sich jedoch lediglich ein Telefon anschließen lässt.

Erhebliche Nachteile bei Tele2-Komplettanschluss

Verbraucher sollten sich auch bewusst sein, dass über den Tele2-Anschluss weder Call-by-Call, Internet-by-Call oder Pre-Selection nutzbar seien. In den AGB weist Tele2 zudem darauf hin, dass vorhandene Faxgeräte oder ein externer Anrufbeantworter nicht mit dem Tele2-Telefonanschluss verwendet werden können. Ein Hausnotrufdienst, auf den beispielsweise ältere Verbraucher immer häufiger zurückgreifen, lässt sich mit dem Tele2-Produkt nicht einsetzen. Ein Notruf über die Notrufnummern 110 oder 112 lässt sich im Fall eines Stromausfalls nicht absetzen.

Tele2 versuche nach Ansicht der Verbraucherzentrale Kunden mit ungenauen Informationen oder durch Verschweigen wichtiger Tatsachen zum Vertragsabschluss zu bewegen. Wären den Verbrauchern alle Vertragsdetails bewusst, hätten sie den Vertrag möglicherweise nicht abgeschlossen. Wer bereits einen Vertrag abgeschlossen hat, kann sich dennoch wehren. Unter Umständen lasse sich der Vertrag wegen Irrtums oder arglistiger Täuschung anfechten. Können Kunden nur eingeschränkt oder gar nicht telefonieren, stehe ihnen nach Angaben der Verbraucherzentrale möglicherweise auch ein außerordentliches Kündigungsrecht zu.

(Jörg Schamberg)

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