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Warnung vor Datenschutzproblemen durch RFID

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vor Datenschutzproblemen bei der Einführung der Radiofrequenz-Identifikation (RFID) im Handel gewarnt.

30.06.2006, 08:36 Uhr
Datenübertragung© envfx / Fotolia.com

Der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat vor Datenschutzproblemen bei der Einführung der Radiofrequenz-Identifikation (RFID) im Handel gewarnt. Angesichts eines Informationsforums im Bundeswirtschaftsministerium zu der Funkerkennungstechnologie am Donnerstag in Berlin erklärten die Verbraucherschützer die Verhandlungen über eine mögliche Selbstverpflichtung der Wirtschaft für gescheitert. Die geplante Selbstverpflichtung zu den Funkchips sei "wischi-waschi und damit inakzeptabel", erklärte der stellvertretende vzbv-Vorstand Patrick von Braunmühl. "Der Kodex bringt keinen Fortschritt beim Datenschutz und keinerlei Sanktionsmöglichkeiten bei Verstößen."
Erfassen ohne Anfassen
Über RFID können Daten berührungslos und ohne Sichtkontakt gelesen und gespeichert werden. Die Minisender sollen nach dem Wunsch des Handels etwa in Supermärkten zum Einsatz kommen. Sekundenschnell könnten dann elektronische Leseschranken alle mit Chips markierten Waren erfassen und abrechnen.
Der Parlamentarische Staatssekretär im Wirtschaftsministerium, Peter Hintze (CDU), lobte abgesichts des Forums das "große Innovationspotenzial" durch RFID für den Standort Deutschland. RFID sei eine neue Querschnittstechnologie und damit ein wichtiger Faktor für wirtschaftliches Wachstum und Beschäftigung. "Deutschland braucht Spitzentechnologien wie die Radiofrequenz-Identifikation, um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit weiter ausbauen zu können", erklärte Hintze. Deshalb habe die Einführung der Technologie eine "erhebliche Bedeutung" für die Bundesregierung.
Deutschland führend bei RFID
Die großen Industrieverbände erklärten, RFID stehe in Deutschland und Europa vor dem Durchbruch. Deutschland sei hier derzeit die führende Industrienation in der Forschung und Entwicklung. Der Vorstandsvorsitzende des Informationszentrums RFID, Michael ten Hompel, erklärte, der Durchbruch von RFID werde "nicht mehr aufzuhalten sein". Neben der Wirtschaft werde auch der Verbraucher davon profitieren. So trage die Technologie in Krankenhäusern zur Patientensicherheit bei, weil RFID einen Beitrag zum fehlerfreien Medikamenteneinsatz leisten könne.

(Aleksandra Leon)

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