Analyse von Kaspersky Lab

Warnung an WM-Fans: Viele unsichere WLAN-Hotspots in Russland

Zehntausende Fußballfans werden die Fußball-WM direkt vor Ort in Russland miterleben. Doch bei Zugriff auf die zahlreich angebotenen öffentlichen WLAN-Hotspots sei laut Kaspersky Lab erhebliche Vorsicht geboten. Mehr als jeder fünfte WLAN-Zugang an den WM-Austragungsorten sei nicht verschlüsselt.

Sicherheitslücke© maxkabakov / Fotolia.com

Moskau/Ingolstadt – Wer in den kommenden Wochen vor Ort bei der Fußball-WM in Russland ist, sollte WLAN-Hotspots mit Vorsicht genießen. In den elf russischen Austragungsorten des Sportevents stehen Fans rund 32.000 öffentlich zugängliche WLAN-Hotspots zur Verfügung. Doch deren Sicherheit ist offenbar nicht immer unbedenklich. Nach einer Analyse der Sicherheitsexperten von Kaspersky Lab seien 7.176 der Hotspots und damit mehr als jeder fünfte WLAN-Zugangspunkt in den Spielorten nicht verschlüsselt und die Verbindung somit ungesichert. Im Vorfeld der WM warnt Kaspersky Lab auch vor aktuellen Betrugs-Emails, die derzeit im Umlauf seien.

Sensible Daten lassen sich an unsicheren WLAN-Hotspots ausspähen

Beim Zugriff auf die unsicheren WLAN-Hotspots, die auf Verschlüsselung und Authentifizierung verzichten, sei nach Angaben des Unternehmens besondere Vorsicht geboten. Kritisch werde es, wenn nicht nur Beiträge in Sozialen Netzwerken gepostet werden, sondern etwa auch Kontodaten übermitteln werden. Unbekannte Dritte könnten die Infos auslesen und ausnutzen. Dies könnte etwa auch durch Hacker geschehen, die in der Nähe des Hotspots den Netzwerk-Verkehr abfangen könnten.

Besondere Sicherheitsbedenken hatte Kaspersky Lab bei den WLAN-Hotspots in Sankt Petersburg, dort seien 37 Prozent der Zugangspunkte ungenügend gesichert. In Kaliningrad treffe das auf 35 Prozent und in Rostow am Don auf 32 Prozent der Hotspots zu. In kleineren Austragungsorten sei die Sicherheit dagegen besser. In Saransk lag der Anteil der unsicheren WLAN-Hotspots lediglich bei 10 Prozent. Immerhin würden etwa zwei Drittel aller zur Fußball-WM verfügbaren WLAN-Hotspots eine Verschlüsselung per WPA/WP2-Protokoll einsetzen.

Aber selbst bei einem verschlüsselten Hotspot-Zugang seien Internetnutzer nicht vor anderen Cyberattacken wie Brute-Force- und Wörterbuch-Angriffen oder Key-Reinstallation-Attacken (KRACK) geschützt.

Fußball-WM als Köder für Spam-Mails und Phishing-Attacken

Die bald startende Fußball-WM lasse aber auch die Zahl der Spam-E-Mails und Phishing-Attacken anschwellen. Solche Großereignisse würden genutzt, um Nutzer zum Klick auf einen Link zu bringen, der sie dann auf eine manipulierte Webseite leiten könnte. Es bestehe auch die Gefahr, dass sensible Informationen wie Kreditkarten abgegriffen werden. So werden von Spammern beispielsweise WM-Eintrittskarten zum Kauf oder als Gewinn sowie Fan-Artikel wie das neue Deutschlandtrikot angeboten. Dabei kommen gefälschte Webseiten und E-Mails zum Zug. Die Gefahr sei groß, dass unvorsichtige Nutzer Geld für Fake-Produkte ausgeben.

Folgende Vorsichtsmaßnahmen sollen Besucher der Fußball-WM bei der Nutzung von WLAN-Hotspots beachten:

  • Falls möglich, ein Virtual Private Network (VPN) nutzen.
  • Netze ohne Passwortschutz oder mit leicht erratbarem Passwort sollten nicht verwendet werden
  • Möglichst Namen und Passwort des Kunden-WLAN in einem Café etc. vom Personal geben lassen. Ansonsten besteht die Gefahr, dass Betrüger dort einen gefälschten WLAN-Hotspots aufgesetzt haben, um an persönliche Daten zu gelangen.
  • Wird WLAN nicht benötigt, sollte die WLAN-Verbindung deaktiviert werden. Das biete nicht nur mehr Schutz, sondern verlängere auch die Akku-Laufzeit. Außerdem sollte die Option zur automatischen Herstellung einer WLAN-Verbindung deaktiviert werden.
  • Zugangsdaten für Soziale Netzwerke oder E-Mail-Konten sollten nicht eingegeben werden, Online-Banking und die Eingaben von Kreditkartendaten an öffentlichen Hotspots sollte auf jeden Fall vermieden werde
  • Schließlich sollte in den Geräten die Option zur Verwendung ausschließlich sicherer Verbindungen (HTTPS) aktiviert sein.

Jörg Schamberg

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