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VZ NRW: Wer online per Handy kauft, zahlt mitunter drauf

Online-Shopping per Handy oder Smartphone kann mitunter teurer werden als nötig. In einer Stichprobe mit verschiedenen Internet-Händlern stellte die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen teilweise eklatante Unterschiede zwischen den Preisen für Mobil- und Desktop-Nutzer fest.

28.03.2014, 12:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Ob in der Bahn, auf der Couch oder im Park: Online-Dienste werden dank Smartphones und Tablets immer häufiger auch von unterwegs genutzt. Der Einkauf am Bildschirm macht hier keine Ausnahme – im Gegenteil. Dennoch ist längst nicht jeder Internet-Händler auf entsprechende Kundschaft vorbereitet. Kleinere Ärgernisse in Form schlecht programmierter Apps oder fehlender mobiler Websites sind allerdings das kleinere Übel. Schwerer wiegt, dass Mobil-Käufer offenbar nicht selten überhöhte Preise zahlen. Davor warnt die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) nach einer aktuellen Stichprobe mit mehreren deutschen Online-Shops.

Ungereimtheiten bei Preisangaben

Immer wieder seien die Tester auf Ungereimtheiten bei Produkt- und Preisangaben gestoßen, so die Verbraucherschützer. In einigen Fällen hätten sich Preise etwa "wie von Geisterhand" von der Shop-Seite über den Warenkorb bis zu Kasse immer wieder verändert – etwa in der iPad-App des Online-Händlers Otto. Dort sollte eine erst für 150 Euro offerierte Kamera nach dem Ablegen im Warenkorb plötzlich 20 Euro mehr kosten.

Vergleichbare Preissprünge während des Such- und Bestellprozesses konnten die Tester ebenfalls bei den Apps von Media Markt und Conrad beobachten. Und auch die Android-Anwendung von Branchenriese Amazon fiel negativ auf: So wurde ein Bartschneider zunächst für rund 20 Euro gelistet, sollte laut Detailansicht dann aber nur noch 16 Euro kosten. In der iOS-Anwendung trat der Fehler hingegen nicht auf.

200 Euro mehr bei Handy-Kauf

Noch gravierender waren Preisunterschiede, die offenbar allein durch das genutzte Endgerät zustande kamen. Bei insgesamt zehn Onlineshops müssen dabei Käufer, die per Handy ordern, für identische Produkte zumindest vereinzelt deutlich tiefer in die Tasche greifen als etwa PC-Nutzer. Die höchste Differenz fanden die Tester bei einem Ultrabook des IT-Händlers Notebooksbilliger. Dieses wurde im regulären Shop für 699 Euro angeboten, sollte laut Mobilseite aber 899 Euro kosten. Abweichungen verschiedener Art gab es zudem bei Produkten der Verkäufer Allyouneed, Cyberport, Otto und Technik-direkt.

Wer dabei noch an einen bloßen Anzeigefehler glaubt, wird schnell eines besseren belehrt: Die testweise bei fünf Händler zum Mobilpreis bestellten Waren seien beim Kauf auch tatsächlich zum höheren Kurs abgerechnet worden, teilte die VZ NRW mit. Eine Wintermütze von Pom Pom kostete daher knapp 10 statt 3,95 Euro. Für einen 47-Zoll-TV zahlten die Tester bei Comtech so 1.149 statt 999 Euro. Und eine Herrenuhr von Uhrzeit.org war am Ende 60 Euro teurer als auf der regulären Homepage.

Insgesamt habe der Kauf per Handy so rund 304 Euro mehr gekostet, so die Bilanz der Verbraucherschützer. Eine Erklärung für die Unterschiede konnte keiner der geprüften Shops liefern – womöglich handelt es sich um technische Probleme. Die Verbraucherzentrale empfiehlt Handy-Shoppern daher, auf der Mobilseite angezeigte Preise vor dem Kauf generell mit der regulären Homepage abzugleichen.

(Christian Wolf)

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