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VZ NRW warnt vor Risiken beim "Crowdinvesting" - Totalverlust möglich

Auf einer Vielzahl von Portalen locken "Crowdinvesting"-Angebote mit hohen Renditen oder satten Zinserträgen. Vor allem im Bereich der Erneuerbaren Energien erfreut sich die gruppenbasierte Finanzierungsform aktuell großer Beliebtheit. Nun warnt die VZ NRW vor möglichen Risiken.

07.03.2014, 17:31 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Nicht nur "Crowdfunding" - also die gruppenbasierte Finanzierung eines Projektes über Online-Plattformen wie Kickstarter oder indiegogo - erfreut sich zunehmender Beliebtheit, auch das sogenannte "Crowdinvesting" ist auf dem Vormarsch. Bei dieser Form erhalten Geldgeber im Gegenzug allerdings kein spezifisches Produkt, sondern erwerben Ansprüche an einem Unternehmen oder auf einen Teil der später erzielten Gewinne. Soweit zumindest die Theorie.

Stichprobe mit fünf Anbietern

Denn läuft der sorgfältig ausgearbeitete Business-Plan schief, ist das eingezahlte Kapital schlimmstenfalls komplett verloren. Auf diese Gefahr wird auf einschlägigen Crowdinvesting-Portalen allerdings nur unzureichend oder überhaupt nicht hingewiesen. Das hat die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) im Rahmen einer Stichprobe mit fünf Anbietern festgestellt, die aktuell vor allem mit Projekten aus den Themenbereichen Energiewende und Klimaschutz um private Investoren werben. Finanziert werden sollen dabei etwa Photovoltaik-Anlagen oder energetische Sanierungen von Bürogebäuden.

Anleger bekommen dafür eine attraktive Rendite in Aussicht gestellt, erhalten hohe Zinsen für gewährte Darlehen oder werden Anteilseigner eines Unternehmens. Während die Geldgeber so mit guten Gewinnaussichten gelockt werden, seien Hinweise auf mögliche Verluste nur vereinzelt zu finden. Bei zwei Plattformen suchten die Verbraucherschützer sogar völlig vergeblich. Zwei weitere Portale verstecken entsprechende Warnungen in allgemeinen FAQ-Listen oder den Nutzungsbedingungen. Nur ein Anbieter informiere die Nutzer auf jeder einzelnen Seite über mögliche Risiken - allerdings nur kleingedruckt in der Fußzeile, so die VZ NRW. Detaillierte Risiko-Hinweise zu einzelnen Projekten seien aber erst nach persönlicher Anmeldung sichtbar.

Um den schlimmsten Fallen aus dem Weg zu gehen, empfiehlt die Verbraucherzentrale Crowdinvesting-Interessenten, generell einige Grundregeln zu beachten. So sollte insbesondere nur so viel Geld eingesetzt werden, dass ein Totalverlust nicht direkt zu einem finanziellen Fiasko führt. Auch sei es unbedingt ratsam, die Laufzeiten einer Anlage und die damit verbundenen Ausstiegsfristen zu prüfen. Geldgeber sollten außerdem stets genau hinterfragen und verstehen, wofür ihr Kapital eingesetzt werden soll. Hier verweisen die Verbraucherschützer ausdrücklich darauf, ergänzend Erfahrungsberichte anderer Nutzer einzuholen. Ein wichtiger Punkt sei darüber hinaus das Thema Transparenz. Vertrauenswürdige Plattformen sollten genau darlegen, welche Provisionen für die Vermittlung anfallen oder wie das Geld in der Sammelphase verwaltet wird.

(Christian Wolf)

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