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VZ NRW: Versand-Flatrates von 15 Online-Shops im Check

"Amazon Prime" & Co: Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen hat die Versandkosten-Flats von 15 Online-Shops unter die Lupe genommen und einige Haken gefunden. Nicht immer lohnt sich das Angebot.

26.01.2015, 13:27 Uhr
Datenverkehr© Julien Eichinger / Fotolia.com

Bequem per Internet bestellen, statt vor Ort im Laden einzukaufen: Online-Shopping erfreut sich zunehmender Beliebtheit bei den Deutschen. Allerdings müssen zum oft günstigen Online-Preis in der Regel noch die anfallenden Versandkosten hinzuaddiert werden. Jeder Händler hält dabei für den Versand eigene Regelungen bereit, für Kunden ist der Überblick auf die Preise verschiedener Anbieter dadurch nicht immer einfach. Versandkosten können von Kriterien wie Gewicht, Ausmaße, Preis oder Lieferzeit abhängen. Online-Shops bieten aber auch Versandkosten-Flatrates an. Für einen Pauschalpreis sind die Portokosten für ein Jahr abgedeckt. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) hat bei 15 Online-Shops eine Stichprobe durchgeführt und die Versand-Flatrates unter die Lupe genommen. Es zeigte sich, dass auch diese Angebote nicht ganz ohne Haken sind und sich nicht immer auszahlen.

Amazon "Prime" für 49 Euro im Jahr

Auf den ersten Blick versprechen die Flatrates den Nutzern, dass alle Bestellungen für ein Jahr versandkostenfrei geliefert werden. Hier raten die Verbraucherschützer zur Vorsicht und zu einem genauen Blick auf die jeweiligen Bedingungen: "Ohne Taschenrechner sollten Interessenten auf diese Angebote besser nicht eingehen". Kunden sollten ihr eigenes Bestellverhalten analysieren, um zu überprüfen, ob sich das Angebot wirklich lohnt. Nicht alles wird wirklich versandkostenfrei geliefert.

Das bekannteste Flat-Angebot für Versandkosten dürfte das Kundenbindungsprogramm "Amazon Prime" des US-Versandhändlers Amazon sein. Für 49 Euro pro Jahr profitieren Kunden neben einem "kostenfreien Premiumversand" zusätzlich von der "Kindle-Leihbibliothek" sowie der Online-Videothek "Prime Instant Video". Der Zugriff per Streaming auf tausende Serien und Filme ist in der Flat bereits enthalten.

"Prime"-Versandflat nicht für alle Produkte gültig

Die Verbraucherzentrale NRW weist jedoch darauf hin, dass nicht alle bei Amazon angebotenen Artikel per "Prime"-Flat erhältlich sind. Gerade günstige, kleinere Produkte für wenige Euro fallen oft nicht unter das "Prime"-Angebot. Nicht abgedeckt werden zudem Artikel ohne Jugendfreigabe, für die weiterhin auch bei einem "Prime"-Abonnement 5 Euro für den Versand fällig werden. Ebenfalls nicht inklusive sind Zuschläge für besonders schnellen Versand in Form von Morning- oder Evening Express. Tipp der Verbraucherschützer: Da Amazon sowohl Bücher als auch Hörbücher oder Kalender immer portofrei liefert, reicht es demnach schon, ein günstiges Taschenbuch für 50 Cent mitzubestellen, um die Portokosten von meist drei Euro zu sparen. Wer ohnehin eher größere und teurere Produkte bei Amazon bestellt, spart sich ab einem Bestellwert von 29 Euro ohnehin die Versandkosten.

Versand-Flats vielfach zu Kosten zwischen 10 und 15 Euro

Doch wie sieht es bei anderen Anbietern aus? Das Versandhaus Baur bietet eine Versand-Flat für 15 Euro pro Jahr an. Hier fällt das Rechnen leicht. Regulär zahlen Kunden für ein Standard-Päckchen 5,95 Euro, Somit rechnet sich die Buchung der Flat bereits ab der dritten Bestellung. Auch hier gilt aber wieder der Blick auf die Bedingungen: Für die Lieferung von Großgeräten wie Waschmaschinen oder Kühlschrank wird der teure Sperrgut-Tarif berechnet.

Zehn der überprüften Anbieter verlangten für ihre Versand-Flatrates jährliche Beträge zwischen 10 und 15 Euro. Die Verbraucherschützer bemängelten, dass es bei vier Online-Shops trotz Flat weiterhin einen Mindestbestellwert von 20 Euro gab. Positives Beispiel: Der Geschenke-Shop Donato bietet die Flat für 6,95 Euro an. Somit zahlen Kunden lediglich einmalig 1 Euro Aufpreis auf die regulären Versandkosten von 5,95 Euro und profitieren ein Jahr lang von einem kostenfreien Versand für Lieferungen innerhalb Deutschlands.

Dem Flatrate-Gedanken den Rücken gekehrt haben inzwischen aber die Online-Shops von Otto und Tchibo. Otto hat das "Experiment" aus wirtschaftlichen Gründen wieder eingestellt.

(Jörg Schamberg)

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