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VZ NRW: Onlineshops von Hardware-Herstellern teurer als günstigste Händler

Viele Hardware-Hersteller unterhalten mittlerweile eigene Onlineshops, in denen sie ihre Laptops und Tablets direkt verkaufen. Die Verbraucherzentrale NRW hat deren Preise geprüft: Im Schnitt seien sie ein Viertel teurer als andere Händler.

22.12.2013, 14:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Viele Hardware-Hersteller unterhalten mittlerweile eigene Onlineshops, in denen sie ihre technischen Geräte direkt an die Kunden verkaufen. Diese hat sich die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen (VZ NRW) nun einmal genauer angesehen - und war von der Preisgestaltung wenig begeistert.

Durchschnittlich 20 Prozent teurer

Im Schnitt seien die Hersteller-Shops ein Viertel teurer als andere Händler, resümieren die Verbraucherschützer nach ihrer Stichprobe bei insgesamt 20 Markenherstellern. Neben Anbietern von Flachbildfernsehern oder Tablets finden sich auch andere Markenshops in der Liste: Unter anderem sah sich die VZ NRW bei Apple, Blaupunkt, Canon, Garmin, HP, Logitech, Märklin, Medion, Olympus, Panasonic, Philips, Sony, Teufel, Trekstor und WMF um. Pro Shop wurden fünf Produkte ausgewählt und deren Preise jeweils mit den günstigsten Angeboten in Preissuchmaschinen verglichen. Insgesamt kosteten die auf diese Weise zusammengestellten 100 Artikel in den Onlineshops der Hersteller 45.600 Euro, bei den Konkurrenten wären hingegen nur 36.600 Euro angefallen.

HP, Medion und Olympus aber kaum teurer

Als "besonders teure" Firmenläden haben die Verbraucherschützer Canon und Logitech ausgemacht, dort hätten die ausgewählten Geräte fast 50 Prozent mehr gekostet als beim günstigsten Konkurrenten unter den anderen Onlineshops. Kaum teurer wiederum seien HP und Medion, die die Geräte "nur wenige Prozent" über den niedrigsten Preisen angeboten hätten. Auch Olympus sei "vergleichsweise günstig".

Unterschiede wurden außerdem beim Sortimentsumfang ausgemacht, die Mehrheit der Markenshops böte nur einen Teil der eigenen Produktpalette online an. Die Vorteile aus Kundensicht gegenüber anderen Online-Händlern wertet die Verbraucherzentrale als "recht überschaubar", auch wenn einzelne Anbieter wie Philips einen erweiterten Support sowie ein verlängertes Rückgaberecht über die gesetzliche Frist von 14 Tagen hinaus lieferten. Positiv hervorgehoben werden Möglichkeiten zur Personalisierung wie die Notebook-Konfiguration im Sony-Shop oder die Gravur-Option bei Apple. Dort kritisierte die VZ NRW aber den Umgang mit dem Hinweis auf die Versandkosten: Ab 119 Euro liefert Apple gratis aus, darunter für 5,95 Euro. Dieser Betrag werde aber nicht separat angezeigt. Wer im Apple Store beispielsweise einen iPod shuffle für 49 Euro im Warenkorb ablegt, erhält tatsächlich nur einen Gesamtbetrag von 49 Euro - ohne ausgewiesene Versandkosten - angezeigt, obwohl diese berechnet werden.

(Saskia Brintrup)

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