News

VZ Brandenburg warnt vor angeblichen YouTube-Abmahnungen

Derzeit kursieren nach Angaben der Verbraucherschützer E-Mails von zwei angeblich fiktiven Rechtsanwälten, die Verbraucher wegen einer Urheberrechtsverletzung auf YouTube abmahnen. Die Verbraucherzentrale rät Betroffenen dringend von einer Zahlung ab.

07.03.2014, 15:31 Uhr
Video© Thomas Pajot / Fotolia.com

Mit Abmahnungen wegen Urheberrechtsverstößen im Internet lässt sich gutes Geld verdienen. Das hatte zuletzt die Porno-Abmahnwelle am Ende des vergangenen Jahres gezeigt. Laut der Verbraucherzentrale Brandenburg kursieren derzeit E-Mails mit Abmahnungsschreiben von zwei angeblichen Rechtsanwälten, die Internetnutzer wegen einer im vergangenen Jahr begangenen Urheberrechtsverletzung auf YouTube belangen wollen. Die Abgemahnten sollen rund 40 Euro überweisen, die Verbraucherschützer raten jedoch dringend von einer Zahlung ab.

Schreiben von "Trittbrettfahrern"?

Die Abmahn-E-Mail stammt von den angeblichen Rechtsanwälten Dirk Uwe Zajonc und Florian Ruck aus Gütersloh, die im Auftrag einer Intl. Music Copyright Agency (IMCA) Urheberrechtsverletzungen verfolgen. Laut Verbraucherzentrale finden sich die Namen der Anwälte jedoch nicht im bundesweiten amtlichen Anwaltsverzeichnis. Das deute nach Ansicht der Verbraucherschützer darauf hin, dass die beiden vermutlich gar nicht als Anwälte zugelassen sind.

"Das Anschreiben ist als höchst unseriös einzustufen. Es wird nicht einmal der Name des vermeintlich abgemahnten Videos angegeben, außerdem genügen nach unserer Auffassung die Abmahnschreiben in keiner Weise den rechtlichen Anforderungen [des Paragrafen 97a Urheberrechtsgesetz]", erklärt Jan Wilschke, Urheberrechtsexperte von der Verbraucherzentrale Brandenburg. "Es scheint sich um Trittbrettfahrer zu handeln, die auf schnell verdientes Geld aus sind", so die Vermutung von Wilschke.

Der Rat der Verbraucherschützer ist denn auch eindeutig: Betroffene sollten keinesfalls zahlen und sich von dem Schreiben nicht einschüchtern lassen. Die E-Mail könne gelöscht werden. Die Verbraucher könnten aber auch eine Strafanzeige bei der Polizei stellen.

(Jörg Schamberg)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang