Aufgerüstet

Von Edge auf 4G: LTE-Ausbau am Beispiel Zwiesel

Im niederbayerischen Zwiesel können Kunden von Telefónica jetzt per LTE im Netz surfen. Zwei neue LTE-Stationen machen es möglich. Wie bestehende Masten aufgerüstet werden und die Datennutzung antreiben.

o2 LTE© o2

München/Zwiesel – In Zwiesel im niederbayerischen Landkreis Regen konnte man im O2-Netz bisher nur über GSM telefonieren, aber keine schnellen mobilen Daten nutzen. Im Zuge der LTE-Ausbauoffensive hat Telefónica Deutschland jetzt auch Zwiesel ans mobile Highspeed-Internet gebracht.

Edge-Datenraten von einigen Kilobit/s wurden nach Freischaltung des LTE-Mastes durch 30-40 Mbit/s abgelöst, so Telefónica. Zusätzlich zum LTE-Standort im Norden der bayerischen Gemeinde (Ortsteil Rotkot) hat Telefónica auch eine neue LTE-Station im Südwesten von Zwiesel in Betrieb genommen, um eine möglichst flächendeckende LTE-Versorgung zu gewährleisten.

So funktioniert die LTE-Aufrüstung von Mobilfunkmasten

Im Vorfeld der technischen Aufrüstung muss eine Entwurfsplanung für den Umbau des Standorts angefertigt und die erforderliche Standortbescheinigung der Bundesnetzagentur eingeholt werden. Dann erfolgt die eigentliche Aufrüstung vor Ort. Am Fuße des Mobilfunkmasts – im Fall von Zwiesel mitten im Wald – wird die bestehende Technik an der Basisstation um neue LTE-Module aufgestockt. Im Anschluss werden die LTE-Antennen an dem 40 Meter hohen Mast angebracht. Auch der Richtfunklink wird ausgetauscht, damit die Signale zur nächsten Vermittlungsstelle künftig mit mehr Power übermittelt werden können.

Für die Verkabelung der Antennen mit der Systemtechnik am Boden verwenden die Netztechniker Glasfaserkabel, die für eine verlustfreie Signalübertragung und möglichst geringe Latenzzeiten sorgen. In einem weiteren Schritt wird die sogenannte Nachbarschaftsplanung durchgeführt, damit die Übergänge ("Handover") zu benachbarten Mobilfunkstandorten korrekt funktionieren.

Telefónica verbessert LTE-Versorgung

Seit Inbetriebnahme der beiden neuen LTE-Standorte ist die Datennutzung über den Mobilfunkstandort im Norden von Zwiesel um mehr als das Dreißigfache gestiegen – und ist laut O2 auf bestem Wege, die 1-Terabyte-Marke pro Monat zu knacken.

Im ersten Halbjahr 2019 hat Telefónica Deutschland die LTE-Versorgung nach eigener Aussage in mehreren Tausend Gemeinden verbessert. Dazu zählen unter anderem Deggenhausertal (Bodenseekreis), Großburschla (Wartburgkreis), Barsinghausen (Region Hannover), Friedrichskoog (Kreis Dithmarschen), Bramsche (Landkreis Osnabrück), Kreuzau (Kreis Düren), Mechernich (Kreis Euskirchen), Kaufbeuren (Ostallgäu), Oschatz (Landkreis Nordsachsen), Malchow (Mecklenburgische Seenplatte), Wittenberge (Landkreis Prignitz), Geesthacht (Herzogtum Lauenburg), Rees (Kreis Kleve) und Marktrodach (Landkreis Kronach). Insgesamt will das Unternehmen bis Jahresende rund 10.000 neue LTE-Sender in Betrieb nehmen. Aktuell komme im Schnitt jede Stunde ein weiterer LTE-Sender im O2-Netz hinzu.

Melanie Zecher

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