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Vom "Cyber War" zum bösartigen Wirtschaftszweig

Die Sicherheitsexperten aus dem F-Secure Forschungslabor berichten von raffinierten Methoden der Cyberkriminellen und ihren finanziellen oder politischen Motivationen.

21.06.2007, 14:01 Uhr
Laptop© Micha Bednarek / Fotolia.com

Immer mehr Menschen tummeln sich im Internet – nicht nur Ottonormal-Surfer, sondern auch so genannte Cyberkriminelle. Das Forschungslabor von F-Secure hat seine Erkenntnisse aus der ersten Hälfte dieses Jahres nun zusammengefasst und zeichnet ein finsteres Bild der aktuellen Entwicklungen in Sachen Internetsicherheit. Die Experten sehen einen neuen bösartigen Wirtschaftszweig aufkeimen und warnen vor einer Zunahme finanziell oder sogar politisch motivierter Angriffe aus dem Netz. Aber auch mobile Endgeräte sind nicht mehr sicher vor Schädlingen.
Geld als Motivation
Ein klarer Trend sei vor allem bei den finanziell orientierten Attacken zu erkennen, so die Mitteilung von F-Secure. Diese Cyber-Kriminellen nutzen zunehmend Methoden des so genannten Social Engineerings. Dabei spionieren Angreifer unter Vorspiegelung falscher Tatsachen private Daten aus. Vor allem das Phishing mit Bank-Trojanern habe ein neues, äußerst ernst zu nehmendes Level erreicht, so die Experten von F-Secure.
So habe sich auch der Trojaner Small.DAM verbreitet, der im Januar mit schockierenden Schlagzeilen zu aktuellen Nachrichten zum Öffnen verleitete. In einer einzigen Nacht ging der Trojaner rund um die Welt, wie ein Video von F-Secure (WMV-Datei) eindrucksvoll zeigt. Aber auch Phishing-Attacken mit Banktrojanern werden immer raffinierter, so F-Secure. Die verwendeten Schädlinge würden immer komplexer und mit neuen Verfahren, wie beispielsweise Content-Filtern, können Angreifer Online-Bankaktivitäten noch genauer verfolgen. Eine Lösung für dieses Problem sehen die Sicherheitsexperten aber beispielsweise in Top-Level-Domains, wie .bank, die für Phishing-Betrüger unzugänglich seien.
"Cyber War" macht Politik
Darüber hinaus werde mittlerweile der "Cyber War" als Form des politischen Protests angewandt, so F-Secure weiter. Das zeigten die Denial of Service (DoS) Attacken, die kürzlich Server in Estland lahm legten. Hintergrund des Angriffs waren politische Unruhen in der estnischen Hauptstadt Tallinn, weil ein russisches Rote-Armee-Denkmal umgesetzt wurde. Darauf hin wurden mehrere Regierungs-eigene Websites sowie des öffentlichen Sektors und der Medien durch verteilte DoS-Angriffe (Distributed Denial of Service, DDoS) aus der Bahn geworfen.
Manche Schädlinge sind inzwischen sogar mobil anzutreffen. Hier gehen die Sicherheitsexperten davon aus, dass sich Spyware-Attacken als immer profitabler herausstellen werden und daher beträchtlich zunehmen werden. Gefahr geht beispielsweise von personalisierten SMS-Spam, Geldlotterien oder so genannte Viver-Trojaner aus. Letztere tarnen sich als Utility-Programme, die nach der Installation SMS an spezielle russische Premium-Rate-Nummern versenden. Es gebe aber inzwischen auch Spyware für einige Geräte, die Windows Mobile oder Symbian S60 3rd Edition verwenden, so die Warnung aus den F-Secure Labors.

(Aleksandra Leon)

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