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Vom Asbest, Rinderwahn und Elektrosmog

Was haben Asbest, Rinderwahn und elektromagnetische Strahlung gemeinsam? Der Europäischen Umweltbehörde zufolge fallen sie alle unter das Kapitel "früh gewarnt, spät gelernt".

23.09.2007, 11:01 Uhr
Handy Telefonat© Yuri Arcurs / Fotolia.com

Was haben Asbest, Rinderwahn und elektromagnetische Strahlung gemeinsam? Der Europäischen Umweltbehörde (EEA) in Kopenhagen zufolge fallen sie alle unter das Kapitel "früh gewarnt, spät gelernt". Stromleitungen, Handys, WLAN-Netze – technische Errungenschaften, die aus unserer Gesellschaft nicht mehr wegzudenken sind. Die elektromagnetischen Felder, die sie erzeugen, sind aber seit Jahren Inhalt hitziger Debatten – im wahrsten Sinne des Wortes: Während die Einen unsere Gehirne im Toaster sehen, streiten andere Einflüsse auf die Gesundheit ab, die meisten haben keine Ahnung von der Thematik und wieder andere machen das große Geschäft mit der Strahlenangst.
Strahlende Zukunft, nein danke
Bereits im August sorgte die Bundesregierung für Aufsehen, als sie von der WLAN-Nutzung abriet. Nun scheint sie von Europaebene Rückendeckung zu erhalten: Der Report "Bioinitiative: A Rationale for a Biologically-Based Public Exposure Standard for Electromagnetic Fields" der BioInitiative Working Group warnt eindringlich vor den gesundheitlichen Gefahren der elektromagnetischen Strahlung. Die Ergebnisse der Studie haben die EEA dazu bewogen, zu schärferen Regelungen für Sicherheitsstandards bei Handys und Co. aufzurufen. Die Geschichte dürfte sich nicht wiederholen: Auch bei Asbest oder Rinderwahn wurde bereits früh vor möglichen gesundheitlichen Risiken gewarnt. Maßnahmen zur Prävention blieben jedoch aus.
Vorsicht ist besser als Nachsicht
"Es gibt viele Beispiele für das Versagen des Vorsorgeprinzips in der Vergangenheit, die auf ernste, oft auch irreversible Schäden an Gesundheit und Umwelt hinausliefen. Angemessene, vorbeugende und verhältnismäßige Maßnahmen, die jetzt ergriffen werden, um die glaubwürdige und möglicherweise ernste Gesundheitsbedrohung durch elektromagnetische Felder zu vermeiden, werden aus künftiger Perspektive sehr wahrscheinlich als umsichtig und sinnvoll erachtet", sagt Professor Jacqueline McGlade, Vorsitzende der EEA. Die gegenwärtigen Indizien sollten daher ausreichen, die wissenschaftliche Basis für die aktuellen Grenzen elektromagnetischer Strahlenbelastung zu überdenken, so die BioInitiative Working Group.

(Aleksandra Leon)

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