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VoIP-Test: Die günstigsten Flats auf dem Prüfstand

Spieglein, Spieglein an der Wand, wer hat das beste VoIP-Angebot im Land? Wir haben die zehn günstigsten unabhängigen Flatrates getestet und einen Sieger gekürt.

21.02.2007, 09:02 Uhr
Video Chat© Monkey Business / Fotolia.com

Ohne Flatrate geht heute nichts mehr: Ob surfen oder telefonieren, Pauschalangebote sind groß im Kommen. "Ein Preis, alles drin" ist das Motto, egal, ob es um Internetzugänge, Festnetztelefonie oder Mobilfunkangebote geht. Auch am VoIP-Markt tun sich immer mehr Flatrate-Angebote auf. Doch was ist tatsächlich drin, in den hübsch geschnürten Paketen zum kleinen Preis? Angefangen bei den Gesprächen, die tatsächlich von der monatlichen Pauschale abgedeckt werden, zeigen sich besonders Unterschiede bei den Inklusivleistungen, wie Rufnummern oder Komfortfunktionen. In unserem großen VoIP-Test der zehn günstigsten VoIP-Flatrates zeigen wir, welche Angebote sich tatsächlich lohnen.

Auf den Prüfstand kamen nur Angebote, die unabhängig vom Internet-Zugang erhältlich sind. Der Grund: Die Komplettpakete aus Breitband-Anschluss und VoIP-Account sind zwar bequem, da alles aus einer Hand kommt, jedoch können VoIP-Accounts unabhängiger Anbieter problemlos weitergenutzt werden, auch wenn der Breitband-Anschluss wechselt. Der VoIP-Telefonanschluss samt Rufnummer bleibt also erhalten, unabhängig vom Internetzugang. Auch unsere Leser bevorzugen offenbar diese Services, das zeigt das Ergebnis unserer Umfrage.

Um die Services vergleichbar zu machen, haben wir sie unter anderem mit dem Softphone X-Lite in der aktuellen Version 3.0 der Firma Counterpath sowie einem einfachen Logitech-Headset getestet. Preislich liegen die zehn Anbieter recht eng bei einander, das Spektrum geht von 8,20 bis 12,95 Euro monatlicher Grundgebühr. Bei den Inklusivleistungen gehen die Angebote jedoch weit auseinander.

Wie viel, wohin und wie lang

Neben dem Preis, waren in unserem Test besonders auch die Ziele wichtig, die mit der Monatspauschale abgedeckt werden. Natürlich sind bei allen getesteten Angeboten die Gespräche ins deutsche Festnetz kostenlos, ausgenommen Verbindungen zu Sonder- und Servicenummern. Einzelne Angebote umfassen jedoch mehr Länder: Spitzenreiter ist hier Host Europe, wo direkt in insgesamt 25 Länder zum monatlichen Pauschalpreis telefoniert werden kann. Großzügig bemessen ist auch die Flatrate von sipgate, die immerhin noch insgesamt 15 internationale Festnetze abdeckt. Auch freenet hat das Pauschalangebot auf sieben weitere Länder ausgedehnt. Die Vertragslaufzeiten der getesteten Angebote variieren ebenfalls stark. Während PepPhone, TelDaFax und Vortel lediglich auf einem Monat Laufzeit bestehen, geben sich einige der anderen Anbieter erst mit zwölf Monaten zufrieden.

Die Konditionen der Anbieter machen jedoch gerade mal 30 Prozent der Gesamtnote unseres großen VoIP-Tests aus. Ebenso wichtig sind die Inklusivleistungen. Wer seinen guten, alten Festnetz-Telefonanschluss loswerden will, braucht adäquaten Ersatz. Den können nur VoIP-Anbieter liefern, die ihrem Kunden beispielsweise auch eine Rufnummer anbieten. Jedoch gibt es hier erhebliche Unterschiede. So bieten nicht alle Flatrates eine Ortsnetzrufnummer. Stattdessen erhalten Kunden teilweise eine 0180-Servicerufnummer, die für Anrufer erheblich teurer zu erreichen ist. Auch die speziell fürs Internet geschaffene 032-Nummerngasse hat ihre Tücken. Zwar ist sie unabhängig vom Standort des Nutzers, kostet aber Anrufern ebenfalls mehr als eine klassische Festnetz-Nummer und ist zudem nicht aus allen Netzen erreichbar.

Lebenswichtig und komfortabel

Darüber hinaus ist es geradezu lebenswichtig, dass auch die nationalen Notrufnummern über das VoIP-Angebot erreichbar sind. Leider ist das bislang keine Selbstverständlichkeit, es fehlt im Wesentlichen an einer automatischen Standortbestimmung, durch die eine Weiterleitung zur zuständigen Dienststelle erst möglich wird. Einige Anbieter haben hierfür jedoch eigene Lösungen entwickelt, um die Notruf-Erreichbarkeit zumindest von der bei ihnen gemeldeten Kundenanschrift aus zu sichern. Weniger kritisch, dafür umso angenehmer sind die Komfortleistungen, wie Voicebox oder Fax-Versand, die bei einigen Flatrates inklusive sind. Je nachdem, was der Kunde individuell benötigt, können sie zum wesentlichen Entscheidungskriterium werden.

Verwaltung und Sprachqualität

Zu guter Letzt nimmt unser großer VoIP-Test auch den Bedienkomfort der einzelnen Angebote unter die Lupe. Jeder der Anbieter stellt angemeldeten Kunden einen eigenen Online-Bereich zur Verfügung, wo Vertragsdetails oder auch Anruflisten eingesehen werden können. Dabei ergeben sich aber große Unterschiede bei Nutzerfreundlichkeit und Umfang der angebotenen Informationen. Auch die Einrichtung des Accounts, um die Flatrate nutzen zu können, ist wesentlich für den Komfort eines Angebots. Immerhin zu zehn Prozent fließen diese Kriterien in unsere Gesamtnote ein. Weitaus wichtiger ist mit 30 Prozent jedoch die Sprachqualität: Angefangen mit der genutzten Internetanbindung und der Telefonieausstattung, bis hin zu den Leitungs- und Serverkapazitäten der Anbieter entscheiden viele Kriterien, wie gut die Übertragung eines Gesprächs funktioniert.

>Host Europe: 25 Länder, ein günstiger Preis

Host Europe bietet mit der Phone Flat Privat für 8,99 Euro im Monat eines der günstigsten Pauschalangebote unserer Anbieter-Übersicht und ist gleichzeitig der Sieger unseres VoIP-Tests. Jedoch ist es nicht nur der Preis, der das Angebot zum Schnäppchen macht, sondern vor allem die Masse der Ziele, die mit der Pauschale abgedeckt sind. So sind in diesem Tarif nicht nur die Anrufe ins deutsche Festnetz inklusive, sondern auch Verbindungen in 24 weitere, zumeist europäische Länder. Ebenfalls positiv: Die Vertragslaufzeit ist mit drei Monaten recht kurz gehalten und Notrufe sind erreichbar. Allerdings ist hier lediglich eine 01803-Rufnummer kostenlos im Tarif enthalten, die den Anrufer immerhin neun Cent pro Minute kostet. Gegen Aufpreis von einem Euro monatlich gibt es aber auch eine Ortsnetzrufnummer.

Der Aufbau des Online-Kundenbereichs bei Host Europe ist etwas gewöhnungsbedürftig, bietet aber umfangreiche Informationen. Besonders positiv fallen hier die detaillierten Hilfeseiten sowie der Zugang zum Forum auf. Im Kundenbereich können auch die Komfortfunktionen, wie Voicebox, Kostensperre oder Rufnummernübermittlung eingestellt werden. Die Voicebox bietet dabei die Möglichkeit, eingegangene Nachrichten direkt als E-Mail Anhang an den Kunden zu senden. Erfreulich ist auch die ENUM-Unterstützung, die hier auf Wunsch konfigurierbar ist. Bei kostenpflichtigen Anrufen ertönt zudem vor jedem Telefonat eine Tarifansage. Die Einrichtung funktionierte in unserem Test einwandfrei, nicht zuletzt weil der Anbieter im Kundenbereich ausführliche Konfigurationsanleitungen bietet. Auch wenn Kunden den Support kontaktieren müssen, gibt es nichts zu Meckern, die Kölner stellen dazu eine kostenlose 0800-Rufnummer bereit. Die Sprachqualität war gut, weder Rauschen noch eine übermäßig leise Übertragung fielen negativ auf.

sipgate: Viele Ziele und Komfort

sipgate bietet mit der sipgate flat einen Pauschaltarif für monatlich 8,90 Euro. Der Preis ist sehr günstig, denn neben dem Festnetz von Deutschland, sind Verbindungen in 14 weitere Festnetze europäischer Länder inklusive. Somit bieten die Düsseldorfer, nach Host Europe, die Flatrate mit den meisten Zielen. Jedoch ist die Vertragslaufzeit mit sechs Monaten vergleichsweise lang. Im Tarif ist eine Rufnummer inklusive: Wohnt der Kunde in einem der 1.900 von insgesamt 5.200 verfügbaren nationalen Vorwahlbereichen, erhält er eine Ortsnetznummer. Alternativ stellt sipgate eine 01801-Nummer zur Verfügung. Notrufnummern sind hier von der Adresse des Kunden aus erreichbar.

Der Online-Kundenbereich ist bei sipgate sehr übersichtlich gestaltet und umfangreich. Hier kann, neben den Einstellungen der Komfortfunktionen, beispielsweise auch die Anschrift für die Aktivierung der Notruferreichbarkeit geändert werden. Auch das "Hilfe-Center" mit FAQ sowie zahlreichen Installationshilfen für verschiedene Endgeräte ist vorbildlich umfangreich. Hier erleben Neukunden zudem eine kleine Überraschung: Alle Installationsanleitungen werden mit den individuellen Zugangsdaten angezeigt, was die Konfiguration noch bequemer macht. Damit ist die Einrichtung natürlich kinderleicht, denn die Angaben können einfach kopiert werden. Sollten Kunden dennoch eine Frage an den Support haben, wird es jedoch teuer: Die Hotline ist nur über eine 0900-Rufnummer erreichbar und kostet so satte 1,86 Euro pro Minute. Die Sprachqualität war in unserem Test etwas leise und unscharf. Im Hintergrund schien ein Rascheln hörbar zu sein, dass sich auch durch die Mikrofonposition nicht verändern ließ.

AOL: Lange Laufzeit mit Pfiff

AOL liegt mit der "Phone Flat" für 9,99 Euro im Monat eher im preislichen Mittelfeld unseres Vergleichstests. Seit Juni vergangenen Jahres sind die VoIP-Angebote der Hamburger für alle Kunden zu gleichen Konditionen erhältlich, egal, über welchen Anbieter gesurft wird. Vorher mussten Nutzer ohne AOL DSL zwei Euro mehr im Monat zahlen. Die Vertragslaufzeit von zwölf Monaten ist vergleichsweise lang. Jedoch hat AOL einen Clou eingebaut: Der erste Monat ist komplett kostenlos, so dass Neukunden die Phone Flat erstmal ausprobieren und auf Wunsch im ersten Monat den Tarif wechseln können. Erst ab dem zweiten Monat beginnen Vertragslaufzeit und Berechnung der monatlichen Gebühr. Mit der Pauschale sind alle Anrufe ins deutsche Festnetz abgedeckt. Bei der Phone Flat erhält der Kunde eine Ortsnetzrufnummer inklusive, die auf Wunsch beim Anrufen übermittelt wird. Auch sind bei diesem Angebot die Notrufnummern erreichbar.

Der Kundenbereich auf der AOL-Website ist erwartungsgemäß professionell gestaltet und übersichtlich. Auch umfangreiche FAQ stehen zur Verfügung. Hier erhalten Kunden Zugriff auf die Zusatzfunktionen: Es stehen Anruflisten zur Einsicht bereit, Anruffilter für einzelne Nummernbereiche können gesetzt oder die Voicebox eingerichtet werden. Sobald eine Nachricht auf dem virtuellen Anrufbeantworter eingeht, sendet das System eine E-Mail an den Empfänger. Daraufhin kann die Mitteilung per Kurzwahl aus dem VoIP-Account abgerufen werden. Die Einrichtung geht schnell und problemlos vonstatten. Wer dennoch eine Frage an den Support hat, kann ihn über eine relativ günstige 01805-Hotline kontaktieren. Der VoIP-Service selbst funktionierte in unserem Test einwandfrei. Die Sprachqualität war von der Lautstärke her in Ordnung, allerdings etwas undeutlich. Scharfe Laute verursachten ein leichtes Rauschen.

net.art: Flatrate ohne Schnickschnack

net.art hat in unserem VoIP-Test mit einem Preis von 8,20 Euro im Monat die günstigste Flatrate. Damit sind hier alle Telefonate ins deutsche Festnetz abgedeckt. Die Vertragslaufzeit beträgt erfreulich kurze drei Monate. Inklusive ist jedoch nur eine interne Rufnummer, um von net.art-Kunden angerufen zu werden. Eine Rufnummer, um aus anderen Netzen erreichbar zu sein, ist hier jedoch nicht enthalten. Stattdessen kann eine neue Rufnummer mit Ortsvorwahl gegen einmalige Kosten in Höhe von 30,78 Euro geschaltet werden, eine Portierung kostet einmalig 34,51 Euro. Auch die Voicebox lässt sich der Anbieter bezahlen: Für den Online-Anrufbeantworter mit Weiterleitung verlangt net.art 1,19 Euro zusätzlich im Monat. Notrufnummern sind über net.art erreichbar. Zudem sind Konferenzschaltungen möglich sowie Anrufweiterleitungen.

Im persönlichen Online-Kundenbereich lassen sich Funktionen, wie Rufnummernübermittlung oder das Telefonbuch einrichten. Auch die Voicebox wird hier konfiguriert. Sobald eine neue Nachricht eingeht, erhält der Kunde per E-Mail eine Benachrichtigung. Auf Wunsch können die Sprachnachrichten auch als Mail-Anhang im .wav-Format zugesandt werden. Der Kundenbereich ist einfach aufgebaut und übersichtlich. Doch fehlen hier eine umfangreiche Hilfe sowie Installationsanleitungen. Dafür ist die Kontakt-Rufnummer des Supports mit 01805-Vorwahl relativ günstig zu erreichen. Die Einrichtung des VoIP-Accounts war mit dem verwendeten Softphone jedoch einfach und funktionierte auf Anhieb, da alle notwendigen Daten per E-Mail zugesandt wurden. Die Sprachqualität war klar und gut verständlich. Kein störendes Rauschen, Haken oder Echo fielen in unserem Test negativ auf.

Vortel: Hoher Preis, kurze Laufzeit

Mit 12,95 Euro im Monat ist die Deutschland-Flatrate von Vortel das teuerste der zehn Angebote. Damit sind, wie der Name schon andeutet, alle Telefonate ins deutsche Festnetz abgedeckt. Die Vertragslaufzeit gehört aber mit einem Monat zu den kürzesten. Bei der Deutschland-Flatrate ist eine Ortsnetzrufnummer inklusive. Jedoch sind bislang nur 100 der größten Städte verfügbar. Kunden aus anderen Vorwahlbereichen können lediglich ihr Interesse an einer passenden Rufnummer anmelden und werden benachrichtigt, sobald das jeweilige Ortsnetz verfügbar ist. Ansonsten steht jedem Kunden nur eine netzinterne Rufnummer zur Verfügung, um für andere Vortel-Nutzer erreichbar zu sein. Anrufe zu den nationalen Notrufnummern werden vom Vortel-Angebot unterstützt.

Für mehr Komfort sorgen zusätzliche, kostenlose Funktionen, wie Anrufbeantworter, Rufnummernübermittlung, Anrufmanagement, Konferenzen mit bis zu fünf Teilnehmern sowie Fax-Versand. Der Online-Kundenbereich bietet dazu einige Konfigurationsmöglichkeiten. So kann die Voicenbox so eingestellt werden, dass der Kunde eine E-Mail erhält, sobald eine neue Nachricht eingeht. Der Kundenbereich ist dabei übersichtlich gestaltet und hält zudem Rechnungen und Anruflisten zur Einsicht bereit. Auch finden sich umfangreiche FAQ zu unterschiedlichen Themen rund um VoIP auf der Vortel-Website. Wer jedoch darüber hinaus Fragen hat, erhält auch hier nur über eine 0900-Hotline telefonische Unterstützung. Darüber hinaus stellt Vortel einen Kontakt per Fax oder E-Mail zur Wahl. Die Einrichtung war in unserem Test sehr einfach, da alle notwendigen Daten gesammelt und übersichtlich im Online-Kundenbereich zu finden sind. Die Sprachqualität war gut, von minimalen Tonfehlern abgesehen, die während des Gesprächs kurz auftraten.

PepPhone: Angebot mit kleinen Extras

Zum gleichen Preis wie Host Europe, bietet auch PepPhone seine "Flatrate Deutschland" an. Hier sind jedoch nur die Verbindungen ins deutsche Festnetz mit der Monatspauschale von 8,99 Euro abgedeckt. Dafür hat der Vertrag mit nur einem Monat eine der kürzesten Laufzeiten dieses Tests. Eine Rufnummer ist allerdings nicht im Paket enthalten. Die muss sich der Kunde stattdessen gegen eine einmalige Gebühr hinzu kaufen: Für 29,99 Euro gibt es drei neue Rufnummern aus dem Vorwahlbereich des Kunden, eine Portierung kostet je Rufnummer 49 Euro. Zudem können über den zur Verfügung gestellten VoIP-Account keine Notrufe abgesetzt werden, was für einen vollwertigen Festnetz-Ersatz notwendig wäre.

Auch die Komfortfunktionen sind vergleichsweise rar gesät. Zwar sind Fax- und SMS-Versand sowie Konferenzschaltungen möglich, so angenehme Features wie Kostenkontrolle oder Anrufmanagement stehen jedoch nicht zur Verfügung. Als Bonbon bietet PepPhone allerdings "I-Tell-U", um VoIP-Telefonate zwischen zwei Festnetz- oder Mobilfunkanschlüssen online zu initiieren, sowie "Pep-Cat" für die mobile Nutzung des VoIP-Angebots. Im Online-Kundenbereich können nicht viele Einstellungen vorgenommen werden. Hier können Kunden- und Vertragsdaten sowie Rechnungen eingesehen und das Konto aufgeladen werden. Auch die Voicebox wird hier konfiguriert: Kunden können sich über eingehende Mitteilungen per E-Mail informieren lassen oder sich die Nachricht direkt als Mail-Anhang zusenden lassen. Die Einrichtung des VoIP-Accounts ist einfach, die notwendigen Daten müssen im Online-Kundenbereich jedoch erst zusammengesucht werden. Zudem stellt PepPhone ein FAQ zur Verfügung, das auch Fragen zur Einstellung des Services beantwortet. Wer dennoch Fragen an den Support hat, sollte sich möglichst kurz fassen, denn die 01803-Rufnummer ist mit 15 Cent pro Minute relativ teuer. Nach 20 Uhr und sonntags können Kunden nur an einer 0900-Hotline Hilfe erhalten. Die Sprachqualität in unserem Test war etwas dumpf und manchmal leicht abgehackt. Zudem schwankte die Lautstärke der Übertragung etwas.

SiPHome: Rufnummer und ENUM

Auch SiPHome bietet eine Flatrate für Telefonate ins deutsche Festnetz für 8,99 Euro. Allerdings ist die Vertragslaufzeit mit zwölf Monaten sehr hoch angesetzt. Eine Rufnummer ist hier im Angebot enthalten. Es stehen bislang Ortsnetznummern aus 300 Großstädten zur Auswahl, alternativ gibt es eine 032-Internetrufnummer. Auch sind die nationalen Notrufnummern über SiPHome nicht erreichbar. Als Komfortfunktionen stehen ein Telefonbuch, Anrufbeantworter und SMS-Versand zur Verfügung. Darüber hinaus können bis zu 100 SIP- und IAX-Adressen angelegt werden. Außerdem ist es möglich, Routing-Regeln festzulegen und Ansagen zu konfigurieren. Erfreulich ist auch hier die Unterstützung von ENUM.

Diese Zusatzfunktionen können, wie bei den anderen Anbietern auch, über den Online-Kundenbereich eingestellt werden. Hier steht beispielsweise auch eine Liste mit Netzcodes zur Verfügung, mit denen Kunden während eines Telefonats zusätzliche Funktionen, wie Guthabenansage oder Rufnummernübermittlung, nutzen können. Der Kundenbereich macht einen sehr aufgeräumten, gut strukturierten Eindruck. Jedoch werden VoIP-Grünschnäbel für die umfangreichen Möglichkeiten einige Zeit brauchen, denn die angebotene Hilfe zur Konfiguration fällt eher spärlich aus. Wer gar nicht mehr weiterkommt, wird an den Support verwiesen, der über eine günstige Ortsnetzrufnummer erreichbar ist. Die Einrichtung des VoIP-Accounts funktionierte in unserem Test einwandfrei, da auch hier alle notwendigen Daten übersichtlich per E-Mail zugesandt wurden. Die Sprachqualität war jedoch ein bisschen leise und undeutlich. Die Übertragung rauschte in unserem Test leicht.

freenet: Drei Rufnummern mit langer Laufzeit

Auch beim giftgrünen Provider freenet findet sich eine VoIP-Flatrate im Angebot. Die Hamburger verlangen für iPhone Freeway ebenfalls eine monatliche Gebühr von 9,99 Euro. Bei der Vertragslaufzeit lässt der Anbieter dem Kunden die Wahl zwischen langen zwölf und noch längeren 24 Monaten. Als Belohnung für diese Vertragsbindung gibt es dann passende Hardware zum stark vergünstigten Preis. Mit der Pauschale sind alle Gespräche ins deutsche Festnetz abgedeckt. Darüber hinaus gilt sie aber auch für sieben weitere europäische Ziele. Damit ist iPhone Freeway, nach Host Europe und sipgate, das Angebot mit den meisten Zielen in unserem Vergleich. Auch in Sachen Rufnummern wird hier nicht gegeizt: Immerhin drei Rufnummern aus dem jeweiligen Ortsnetz des Kunden sind inklusive. Auch sind die Notrufnummern über freenet VoIP erreichbar. Viele Komfortleistungen finden sich hier jedoch nicht: Es steht ein Anrufbeantworter zur Verfügung sowie Anrufweiterleitung, Telefonbuch und Rufnummernanzeige.

Diese Funktionen werden, wie immer, im Online-Kundenbereich von freenet konfiguriert. Hier stehen auch Anruflisten und Rechnungen zur Einsicht bereit. Die Voicebox kann so eingestellt werden, dass sie den Kunden per E-Mail über eingegangene Nachrichten informiert. Der Aufbau des Online-Kundenbereichs ist erwartungsgemäß professionell gestaltet, jedoch auch sehr unübersichtlich. freenet hat hier alle Services verfügbar gemacht, die angeboten werden. Kunden, die gleichzeitig freenet E-Mail oder die Community nutzen, werden sich über diesen umfassenden Zugriff freuen. Wer jedoch nur VoIP nutzt, droht in der Flut der Möglichkeiten zu ertrinken. Nach einigen Klicks finden sich jedoch auch hier alle notwendigen Informationen sowie eine sehr umfangreiche Hilfe und FAQ. Dadurch wird die Einrichtung des VoIP-Accounts sehr einfach. Wer aber telefonische Hilfe benötigt, muss tief in die Tasche greifen, denn auch freenet stellt hierfür nur eine teure 0900-Hotline bereit. In unserem Test war die Sprachqualität von der Lautstärke her in Ordnung, aber etwas undeutlich. Rauschen oder Haken kamen nicht vor.

GMX: Umfangreicher Kundenbereich

Auch von GMX gibt es eine VoIP-Flatrate. Mit der GMX Phone_Flat erhalten Kunden für monatlich 9,99 Euro alle Telefonate ins deutsche Festnetz inklusive, weitere Ziele sind hier leider nicht dabei. Die Mindestvertragslaufzeit beträgt lange zwölf Monate, jedoch bietet GMX ebenfalls stark subventionierte Hardware im Gegenzug an. In Sachen Rufnummern toppen die Münchener das Konkurrenzangebot von freenet noch, denn hier sind bis zu vier Ortsnetzrufnummern inklusive. Auch sind Notrufnummern mit Phone_Flat erreichbar. Die Komfortleistungen sind für VoIP etwas eingeschränkt. Immerhin stehen aber Voicebox, Fax- und SMS-Versand sowie Konferenzschaltungen zur Verfügung.

Der Online-Kundenbereich ist, ähnlich wie bei freenet, sehr umfangreich, da die Münchener Zugang zu allen angebotenen Services bieten und sich nicht auf VoIP beschränken. Hier können die Komfortfunktionen konfiguriert werden. Zudem stehen Anruflisten zur Einsicht bereit. Durch das breite Leistungsangebot von GMX leidet aber ebenfalls etwas die Übersichtlichkeit. Dennoch finden sich alle wesentlichen Angaben und auch hier stehen umfangreiche Hilfeseiten und FAQ zur Verfügung. Kunden, die dennoch nicht weiterwissen, werden bei GMX wieder viel Geld los, denn für telefonische Supportfragen steht nur eine 0900-Rufnummer zur Verfügung. Die Einrichtung ist, im Vergleich zu den anderen Anbietern im Test, relativ kompliziert. Bevor das Angebot genutzt werden kann, muss zunächst eine bestehende Festnetznummer eingetragen und mit einem "Kontrollanruf" verifiziert werden. Erst anschließend können neue Rufnummern eingerichtet und der VoIP-Account genutzt werden. Die Sprachqualität war in unserem Test etwas leise und gedämpft.

TelDaFax: Angebot ohne Vertragslaufzeit

TelDaFax hat erst Anfang vergangenen Jahres ein eigenes VoIP-Angebot auf den Markt gebracht. Für 9,95 Euro im Monat bieten die Troisdorfer die Flatrate VoIP-free für Gespräche ins deutsche Festnetz. Positiv fällt hier das Fehlen einer Vertragslaufzeit auf: Kunden können mit der Frist von einem Monat kündigen. Eine Internetrufnummer mit 032-Vorwahl ist standardmäßig im Angebot enthalten. Andere Rufnummern sind hier nicht erhältlich. Die nationalen Notrufnummern sind mit dem TelDaFax-Angebot erreichbar. Für mehr Komfort sorgen bei TelDaFax Rufnummernübermittlung, Fax-Empfang sowie eine komplette Blockierung von eingehenden Telefonaten, um sich beispielsweise vor unerwünschten Werbeanrufen zu schützen. Eine Voicebox fehlt hier jedoch völlig.

Alle Funktionen können im Online-Kundenbereich konfiguriert werden. Zudem stehen hier Anruflisten, Rechnungen sowie ein Support-Forum zur Verfügung. Der Aufbau des Kundenbereichs ist übersichtlich strukturiert. Allerdings fehlt eine umfangreiche Hilfe oder ausführliche FAQ. Lediglich eine Kurzanleitung zur Einrichtung des Routers steht als PDF-Dokument zur Verfügung. Sollten Kunden Probleme mit ihrem Account haben, wird es teuer: Auch TelDaFax stellt nur eine technische Kunden-Hotline mit teurer 0900-Vorwahl zur Verfügung. Die Einrichtung war mit unserem Test-Softphone dennoch einfach, da die Zugangsdaten per E-Mail zugesandt wurden. Sucht man jedoch nach den richtigen Angaben auf der TelDaFax-Website, wird man nur im Forum fündig. Die Sprachqualität war in unserem Test ein bisschen leise und klang etwas, wie durch eine Blechbüchse gesprochen.

Fazit

Alles in allem zeigt unser Test: Einen gewissen Standard, der allen Angeboten gemein ist, gibt es bei den VoIP-Flatrates bislang kaum. Jeder Provider hat sein Päckchen anders geschnürt. So müssen Interessenten die gebotenen Leistungen genau unter die Lupe nehmen, bevor sie sich anhand ihrer persönlichen Bedürfnisse für ein Angebot entscheiden können. Jedoch zeigt der Test auch, dass man sich auf der Suche nach einem passenden VoIP-Provider nicht auf die Großen am Markt beschränken sollte. Services wie von Host Europe beweisen, dass auch kleinere VoIP-Anbieter attraktive Flatrates in petto haben können. Die Kölner haben mit ihrem Angebot, den zahlreichen Zielen, der kurzen Vertragslaufzeit sowie dem guten Service unseren VoIP-Test klar für sich entschieden.

Die folgenden Plätze liegen teils nah bei einander, jedoch nicht, weil die Angebote sich so ähnlich wären. Vielmehr hat jede der getesteten Flatrates in unterschiedlichen Aspekten ihre Stärken und Schwächen. Wer beispielsweise VoIP pur ohne großartige Zusatzfunktionen haben möchte, ist auch mit TelDaFax ausreichend bedient, auch wenn der Anbieter in unserem Test auf dem letzten Platz gelandet ist.

Positiv fiel in unserem Test auf, dass die Einrichtung des VoIP-Accounts bei allen getesteten Anbietern mittlerweile so einfach und übersichtlich gestaltet wurde, dass sie auch "Ottonormal-Usern" kaum Probleme bereiten sollte. Auch in Sachen Zusatzfunktionen lassen sich alle Provider einiges einfallen. Bei der Sprachqualität hat jedoch keiner der getesteten Anbieter zu 100 Prozent überzeugt. Die viel beschworene Festnetzqualität, die angeblich bereits erreicht sein soll, konnte in unserem Test nicht festgestellt werden. Daher konnten wir bei diesem Kriterium auch kein "sehr gut" verteilen. Einen Vergleich mit der Qualität von Handy-Gesprächen brauchen die VoIP-Anbieter hingegen nicht zu scheuen.

(Aleksandra Leon)

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