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VoIP soll für Kabel-Boom sorgen

Kabelbetreiber sollen von Telefondiesnten profitieren: Amerikanische Analysten rechen bis 2009 mit einem Umsatzwachstum auf zehn Milliarden US-Dollar.

15.02.2006, 08:12 Uhr
Notebook© Roman Hense / Fotolia.com

Dass VoIP auf dem Vormarsch ist, haben die US-amerikanischen Marktanalysten von In-Stat schon kürzlich festgestellt. Jetzt folgen gute Nachrichten für den Kabelmarkt. Auch hier wird die Internet-Telefonie zukünftig einen ordentlichen Batzen der Einnahmen generieren. Während 2004 weltweit 4,5 Milliarden US-Dollar (rund 3,78 Millionen Euro) mit Telefon-Services über das TV-Kabel verdient wurden, stieg der Ertrag in 2005 bereits auf 5,6 Milliarden US-Dollar (etwa 4,7 Milliarden Euro). Eine aktuelle Studie von In-Stat erwartet nun eine Zunahme der Einnahmen auf zehn Milliarden US-Dollar (rund 8,39 Milliarden Euro) bis zum Jahr 2009.
Kontinuierliches Wachstum
Die zunehmende Verfügbarkeit VoIP-basierter Telefondienste über Kabel hat den Anbietern Tausende neuer Kunden beschert. Besonders die großen Unternehmen, wie Time Warner Cable und Cablevision in den USA, Videotron und Shaw Communications in Kanada sowie Liberty Global in Europa haben von diesen Nutzerzuwächsen profitiert. Ein Abklingen dieser Entwicklung ist nach Meinung der Marktanalysten nicht in Sicht: bis Ende 2006 erwarten die Experten, dass in den USA etwa 4,4 Millionen Haushalte über das TV-Kabel telefonieren werden.
Kosteneinsparungen und Zukunftsorientierung
Dabei sind die Kostenvorteile, die VoIP gegenüber der Gesprächsvermittlung in klassischen Netzen bietet, die wesentliche Triebfeder zum Erfolg. "Auf Basis unserer Analyse kostet es zwischen 17 und 25 Prozent weniger, einen Kabel-Telefonie Kunden zu vermitteln, als einen Nutzer der klassischen Netze", erklärt Michael Paxton, Analyst bei In-Stat. Zum Markterfolg der Kabelnetzbetreiber in den USA trägt zudem bei, dass sie begonnen haben, sich nach kabellosen Telefonie-Lösungen umzusehen. So gaben bereits im November vergangenen Jahres verschiedene führende Kabel-Anbieter bekannt, dass sie eine Vereinbarung mit Sprint Nextel getroffen hätten, um einen drahtlosen Telefonie-Service für die TV-Kabel Kunden zu entwickeln.
Auch hierzulande wird der Ausbau der Kabelnetze zu Multimedia-Datenautobahnen vorangetrieben. Zwar ist Deutschland im Vergleich zu anderen europäischen Ländern immer noch Schlusslicht, wenn es um die Nutzung des TV-Kabels als Internetanschluss geht. Doch der Ausbau der Netze nimmt auch hierzulande immer mehr Form an. So ist es erklärtes Ziel von Kabel Deutschland, in drei Jahren mehr als 90 Prozent der insgesamt 15,3 Millionen anschließbaren Haushalte Triple Play fähig zu machen. Das Unternehmen betreibt die Kabelnetze in 13 Bundesländern.

(Aleksandra Leon)

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