News

VoIP: Schon wieder ein attraktiver Neuling

Attraktive Preise zeichnen das neue Angebot von Axxeso aus. Wie bei fast allen VoIP-Anbietern muss man aber auch hier die Vorteile genau nachrechnen.

30.08.2005, 17:24 Uhr
Paar mit Laptop© Syda Productions / Fotolia.com

Und wieder ist ein neuer VoIP-Anbieter auf dem deutschen Markt durchgestartet und sorgt für Aufsehen: Axxeso Telecommunications Ltd. aus dem britischen Birmingham, mit Niederlassungen in Berlin und Madrid, bietet die zurzeit günstigsten Tarife für Verbindungen in Mobilfunknetze. Mit Minutenpreisen ab 16,5 Cent pro Minute zu inländischen Handys wird Axxeso laut Anbieterübersicht nur von 1Xnet und Toplink geschlagen. Aber anders als diese beiden verlangt Axxeso weder monatliche Grundgebühren, noch Vertragslaufzeiten.
Billig nur im Paket
Stattdessen wirbt Axxeso damit, ohne Mindestumsatz oder versteckte Kosten auszukommen. Auch gibt es keine tageszeitabhängigen Tarife. Das Konto ist online schnell und kostenlos eingerichtet. Um den Zugang dann aber nutzen zu können, müssen zumindest schon mal fünf Euro eingezahlt werden. Darüber hinaus sind alle Tarife nur im Paket erhältlich. So müssen für Verbindungen ins deutsche Festnetz mindestens 1.000 Minuten zum Gesamtpreis von 15 Euro gekauft werden, die dann mit 1,5 Cent pro Minute abgerechnet werden.
Je größer das Paket, desto billiger die Tarife: so kosten 5.450 Minuten insgesamt 60 Euro, also 1,10 Cent pro Verbindungsminute. So kommt man auch auf den überaus günstigen Mobilfunktarif von 16,50 Cent, nämlich indem man sich direkt 500 Minuten zulegt. Bei lediglich 100 Minuten würden die Einzelkosten 19 Cent betragen, was einen eher durchschnittlichen Tarif darstellt.
Never ending Guthaben
Der Vorteil: alle Minutenpakete sind unbegrenzt gültig, das Guthaben verfällt also nicht am Monatsende. Es handelt sich also lediglich um eine Art von Prepaid-Tarif, mit dem das Unternehmen seine Einkünfte absichert. Mit dem kostenlosen Konto erhalten Axxeso-Kunden auch bis zu zwei Internet-Rufnummern mit der Vorwahl 0223, die allerdings nicht aus anderen Netzen erreichbar sind, sowie beliebig viele Festnetznummern für deutsche, britische und spanische Netze. Die werden allerdings mit monatlich 50 Cent berechnet.
In Deutschland stehen lediglich elf Ortsnetze zur Auswahl. Neben dem kostenlosen Privatkonto, gibt es wahlweise das Business-Konto für monatlich 2,99 Euro oder dessen Premium-Variante für 9,99 Euro. Hier gibt es zehn beziehungsweise 100 Axxeso-Nummern inklusive. Mit dem Premium-Paket werden die Verbindungskosten noch mal um zehn Prozent günstiger.
Übrigens ist Axxeso nur dem Titel nach ein britisches Unternehmen. Tatsächlich hält der Berliner Dionys Klein die Fäden als Geschäftsführer in der Hand. Glaubt man der Google Suche, so ist Klein bereits seit ein paar Jahren im Internet rührig. Beispielsweise findet sich der Bezug zu einem spanisch-deutschen Lotto-Portal, das bereits seit 1999 besteht. Klein ist für Loxxo als Pressesprecher eingetragen. Der Server, auf dem die Axxeso-Websites liegen, steht in Düsseldorf.
Die Adresse des britischen Hauptsitzes ist zudem häufig im Internet zu finden: im gleichen Haus finden sich beispielsweise eine Vermögensberatung, XXL Zelte oder auch ein Schweizer Solarhandel. Rund 6.400 Suchergebnisse gab es mit dieser Adresse. Das könnte die Vermutung nahe legen, es handele sich um eine Anhäufung von Briefkastenfirmen. Bisher sind aber keinerlei Beschwerden über den Service Axxeso bekannt geworden.

(Aleksandra Leon)

Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang