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VoIP: Netzvereinigung bei web.de und 1&1

Die beiden VoIP-Anbieter web.de und 1&1 hatten schon zur CeBIT angekündigt, ihre Sprachnetze zusammen schalten zu wollen. Ab sofort telefonieren ihre Kunden kostenlos miteinander.

28.04.2005, 12:17 Uhr
1&1© 1&1

Die beiden VoIP-Anbieter web.de und 1&1 hatten schon zur CeBIT angekündigt, ihre Sprachnetze zusammen schalten zu wollen. Ab sofort telefonieren ihre Kunden kostenlos miteinander. Die Absprache, die auch die Anbieter GMX sowie Schlund + Partner umfasst, gilt für alle Sprachverbindungen über das Internet und die Dienste der Partner. Somit können jetzt rund 250.000 aktive Telefonkunden der beiden VoIP-Netze kostenlos miteinander sprechen.
Je mehr, desto billiger
Die vier Unternehmen wollen mit ihrer Partnerschaft den VoIP-Zug hierzulande so richtig zum Rollen bringen. Was zunächst wie ein Marketing-Coup aussieht, hat praktische Gründe und sogar ökonomisch gesehen Zukunft. Während ein solches Geschäftsmodell im Telefon-Festnetz keine Zukunft hätte, können VoIP-Gespräche tatsächlich nahezu kostenlos realisiert werden. Bisher wurde für jede Telefonverbindung eine Leitung exklusiv reserviert, was natürlich entsprechend hohe Kosten verursacht. Im Internet dagegen wird das Gespräch sozusagen nebenbei, gemeinsam mit anderen Internet-Datenpaketen, transportiert. Dadurch gehen die Leitungskosten gegen Null.
Geschäft ohne Gewinn?
Der Gewinn aus VoIP geht natürlich auf diese Weise ebenso zurück: da Internettelefonie aber ein Zusatzprodukt zum Breitbandanschluss ist, können die Anbieter ihren Service über die Internetanbindung refinanzieren. So ist 1&1 mit, nach eigenen Angaben, über 3,5 Millionen Kundenverträgen einer der führenden Internet-Provider Deutschlands. Das Internetportal von web.de wird monatlich von rund 10,47 Millionen Menschen genutzt. Ein gehöriges Kundenpotenzial, wenn man bedenkt, dass VoIP noch mal besonders Schub bekommen wird, sollte sich die Regulierungsbehörde für die Entbündelung von DSL und Telefon entscheiden.

(Aleksandra Leon)

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