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VoIP: Jajah will Kult werden

Revolutionärer Konkurrent für Branchenberühmtheit Skype - so sieht sich der neue VoIP-Anbieter Jajah aus Wien. Doch wer steckt dahinter?

30.06.2005, 15:05 Uhr
DSL-Anschluss© IKO / Fotolia.com

In Wien tanzt der VoIP-Bär – zumindest wenn es nach Jajah geht. Unbescheiden preist der neue Anbieter sein eigenes Produkt an. "Unglaublich! Dieses Webphone wird die Welt verändern", jubelt der Firmengründer schon auf der Startseite. Aber nicht nur der selbsternannte "legendäre Kommunikationsguru" Jajah Watamba weckt die Neugier der IP-Telefonierer. In vielerlei Hinsicht sticht der Dienst aus den anderen VoIP-Angeboten heraus. Ob das reicht, den rasant wachsenden VoIP-Markt zu revolutionieren, wird sich allerdings noch zeigen.
Eigenwilliges Konzept
Jajah wirbt mit rund 100 Millionen Anschlüssen, die kostenlos aus dem eigenen Netz erreichbar seien. Diese enorme Reichweite errechnet sich aus der Gesamtzahl der erreichbaren SIP- und IAX-Anschlüssen. Jajah-Kunden könne per Anwahl der direkten SIP- oder IAX-Adresse kostenlos mit dem entsprechenden Anschluss telefonieren - vorausgesetzt, der angewählte Provider unterstützt dieses Feature. Das gilt aber auch bei vielen anderen Anbietern dieser Art. Außerdem erhalten Jajah-Nutzer keine richtige Telefonnummer, ihre E-Mail Adresse wird als Teilnehmerindentifikation verwendet. Dadurch sind Jajah-Nutzer aus anderen Netzen nicht erreichbar. Zukünftig will Jajah aber auch richtige Telefonnummern anbieten.
Mittelmäßige Tarife
Trotz fehlender Rufnummer können Jajah-Kunden in andere Netze telefonieren. So wird ein Gespräch ins deutsche Festnetz beispielsweise mit 1,4 Cent pro Minute angegeben, ebenso wie ein Telefonat in die USA und einige europäische Länder. Verwirrung kommt dagegen bei den detaillierten Tariftabellen auf. Hier gibt es nicht nur unterschiedliche, vom jeweiligen natioanlen Zielort abhängige Tarife. Allein für die deutschen Mobilfunknetze gibt es fünf verschiedene Abrechnungsvarianten. So kosten Gespräche zu den D-Netzen 23,74 Cent, zu E-Plus 27,00 Cent, zu Viag, wie o2 bei Jajah noch heißt, 28,39 Cent und zu Mobilkom-Nummern mit der Vorwahl 0156 sind es beispielsweise 28,72 Cent, bei der Anwahl zum Beispiel der 0158 würden Jajah-Kunden laut Tariftabelle 28,80 Cent pro Minute zahlen, bei minutengenauer Abrechnung.
Großes buntes Softphone
Das angebotene Softphone ist eine Eigenkreation von Jajah. Auf Anfrage unserer Redaktion teilte das Unternehmen mit, das eigene Technikerteam aus Österreich und Australien habe die Software unter Jajah Watamba als Chefentwickler programmiert. Grund genug, sich mit dem angeblichen Computergenie zu beschäftigen. Die auf der Website des Anbieters veröffentlichte Lebensgeschichte des "Chefentwicklers" klingt dabei mehr als abenteuerlich. Nachfragen weicht man aus: Die Firma sei verpflichtet, seine Person im Hintergrund zu halten, heißt es von der Pressestelle. Er trete niemals in der Öffentlichkeit auf und gebe auch keine Interviews. Auch das Manifest "Free your voice", durch das Watamba bekannt geworden sein soll, ist nicht frei erhältlich, soll aber in den kommenden Tagen auf der Website erscheinen.
Die Software an sich ist einfach und übersichtlich gehalten. Die enorme Dateigröße des Softphones erklärt sich durch die enthaltenen Features: es beinhaltet standardmäßig über 70 Klingeltöne und drei Skins. Eine kleinere Softphone-Version sei aber in Planung. Weitere Klingeltöne bietet Jajah in Zusammenarbeit mit Jamba zukünftig zum bezahlten Download im Online-Shop an, ebenso wie zusätzliche Skins und Animationen. Der Preis soll dann bei rund einem Euro liegen.

(Aleksandra Leon)

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