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VoIP: Den Großen schwimmen die Felle davon

Die großen Provider in Deutschland haben gute Chancen, sich auf dem VoIP-Markt zu behaupten. Kleine, unabhängige Anbieter drohen jedoch, den dicken Fischen die Beute wegzuschnappen.

23.03.2007, 13:03 Uhr
Video Chat© Monkey Business / Fotolia.com

Die großen Provider in Deutschland haben gute Chancen, sich auf dem VoIP-Markt zu behaupten. Dennoch drohen kleine, unabhängige Anbieter, den dicken Fischen die Beute wegzuschnappen. Davor warnt jetzt eine Studie von Savatar, die vom Lieferanten für VoIP-Lösungen Broadsoft in Auftrag gegeben wurde. Demnach fanden die Analysten Parallelen zwischen den aktuellen Gegebenheiten des deutschen VoIP-Marktes und denen des US-Marktes im Jahr 2005. Sollten den Experten zufolge die Entwicklungen hierzulande einen vergleichbaren Verlauf nehmen, könnten alternative Anbieter als Sieger aus der Konkurrenz um den VoIP-Kunden hervorgehen.
Interesse ist groß
Aus der Studie geht hervor, dass sich 64 Prozent der kleinen und mittelständischen Unternehmen hierzulande für die Telefonie per Internet interessieren. Immerhin 32 Prozent von ihnen ziehen dabei einen traditionellen deutschen Telco für ihre VoIP-Lösung in Betracht, nur acht Prozent erwägen hier einen alternativen Anbieter. Vor 18 Monaten war die Situation auf dem US-amerikanischen Markt sehr ähnlich, so die Analysten. Im Anschluss verloren die großen Provider ihre Marktführerschaft jedoch an neue Anbieter, die sich ausschließlich auf VoIP konzentrieren, wie Vonage und Skype. Das führte mittlerweile dazu, dass nicht-traditionelle Unternehmen den US-VoIP-Markt mit 23 Prozent beherrschen, während die klassischen Anbieter mit zehn Prozent abgeschlagen sind.
Fehler wiederholen
"Deutsche Provider riskieren, exakt die gleichen Fehler zu wiederholen und ihre Markt-beherrschende Position zu verlieren", warnt Savatar-Präsident John Macario. Schlüsselaufgabe sei es daher, auf das Kunden-Interesse einzugehen und ihnen die eigenen IP-Produkte proaktiv anzubieten, um zu verhindern, dass die potenziellen VoIP-Kunden ihre Lösung stattdessen bei einem alternativen Provider einkaufen, so Macario weiter. "Es widerstrebt den traditionellen Telekom-Unternehmen natürlich, VoIP-Produkte zu bewerben, weil sie der Annahme sind, dass die Internet-Telefonie zu einem Verfall der Gewinnspanne führt", sagt auch Craig Decker von Broadsoft. Es sei jedoch wichtig, dass die großen Unternehmen ihren potenziellen Kunden die Vorteile von VoIP klar machen.
Die Studie stellte nämlich ebenfalls fest, dass das Interesse zwar groß ist, der tatsächliche Nutzen aber kaum bekannt: 84 Prozent der befragten kleinen und mittelständischen Unternehmen sehen in erster Linie kostengünstige Telefonate als Vorteil, nur 15 Prozent sehen in VoIP vor allem bessere Sprachfunktionen und einen Ersatz für teure Telefonanlagen.

(Aleksandra Leon)

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