Nach Unitymedia-Übernahme

Vodafone will Kabelnetz für Telefónica Deutschland öffnen

Vodafone hat der EU-Kommission ein Maßnahmenpaket vorgelegt, das mögliche Bedenken gegen eine Übernahme von Unitymedia zerstreuen soll. Dazu gehört unter anderem die Öffnung des Vodafone-Kabelnetzes für Telefónica Deutschland.

Vodafone Zentrale Düsseldorf© Vodafone GmbH

Düsseldorf/München - Paukenschlag vom Kabelnetzbetreiber Vodafone (Kabelinternet von Vodafone) Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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: Der Düsseldorfer Anbieter hat am Dienstag mitgeteilt, dass er sein Kabelnetz nach Genehmigung der Übernahme von Unitymedia für Telefónica Deutschland öffnen will. Dieser Schritt sei Teil eines Maßnahmenpakets, das Vodafone der EU-Kommission vorgelegt hat. Vodafone will damit mögliche Bedenken aus Brüssel gegen die Fusion mit Unitymedia zerstreuen.

Telefónica Deutschland erhält bundesweit Zugriff auf vereintes Kabelnetz

Vodafone und Telefónica Deutschland hätten vorbehaltlich des grünen Lichts für die Unitymedia-Übernahme einen langfristig angelegten Kabel-Großhandelsvertrag vereinbart. Nach erfolgter Übernahme von Unitymedia durch Vodafone erhalte Telefónica Deutschland bundesweit Zugriff auf das vereinigte Kabelnetz. Der Münchener Mobilfunknetzbetreiber und Festnetzanbieter könnte dann Internetprodukte per Kabelnetz an über 23,7 Millionen Haushalte vermarkten.

Maximale Surfgeschwindigkeit von 300 Mbit/s

Allerdings soll die maximal nutzbare Download-Geschwindigkeit bei 300 Mbit/s liegen. Das wäre aber immer noch schneller als selbst die VDSL-Anschlüsse der Telekom auf Basis von Super-Vectoring, die Surfgeschwindigkeiten von bis zu 250 Mbit/s bieten. Laut Vodafone verpflichte sich Telefónica Deutschland im Rahmen der Vereinbarung während der Vertragslaufzeit "ein Mindestmaß an Kunden zu erreichen". "Durch das geschlossene Kabel-Abkommen können wir künftig Millionen zusätzlicher Haushalte in Deutschland mit Highspeed-Internet ausstatten. Durch die Ergänzung mit schnellen Kabelanbindungen haben wir nun Zugriff auf ein umfangreiches Infrastruktur-Portfolio. Wir können damit noch mehr O2 Kunden attraktive Breitbandprodukte – einschließlich internetbasierten TV-Diensten wie O2 TV – zu einem noch besseren Preis-Leistungs-Verhältnis anbieten“, so Telefónica Deutschland-Chef Markus Haas.

TV-Sender sollen unabhängiger vom Kabelnetz werden

Bedenken haben die EU-Wettbewerbswächter bei der Unitymedia-Übernahme auch wegen einer möglicherweise zu starken Position im TV-Bereich. Hier versucht Vodafone mit einem zweiten Maßnahmenvorschlag ebenfalls Kritikern den Wind aus den Segeln zu nehmen. Der Trend gehe beim Fernsehen in Richtung online. Vodafone schaffe mit dem Gigabit-Ausbau und der Partnerschaft mit Telefónica die Grundlage für eine schnellere und bessere TV-Verbreitung. Die Sender würden neue Distributions-Möglichkeiten erhalten. Werden TV-Angebote per Internet angeboten, so würden die Kundenbeziehungen unabhängig von Vodafone und seiner TV-Plattform erfolgen.

Vodafone verpflichte sich, die Verbreitung der Inhalte der Sender im Internet nicht einzuschränken. Der Kabelnetzbetreiber wollte für ausreichend Übertragungs-Kapazität sorgen. Die TV-Sender sollen damit unabhängiger vom klassischen TV-Kabelnetz werden.

Vodafone rechnet mit endgültiger Entscheidung der EU-Kommission bis Juli 2019

Beide vorgeschlagenen Maßnahmen stehen laut Vodafone unter dem Vorbehalt der Genehmigung der Unitymedia-Übernahme durch die EU-Kommission. Brüssel werde das vorgeschlagene Maßnahmenpaket einem Markttest unterziehen, der voraussichtlich noch in diesem Monat abgeschlossen werden könne. Vodafone rechnet mit einer endgültigen Entscheidung zur Übernahme von Unitymedia bis Juli 2019. Der Abschluss der Übernahme würde dann ebenfalls noch im Juli erfolgen können.

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Jörg Schamberg

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