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Vodafone: Weniger Umsatz, Plus bei Datendiensten

Die Bereiche Mobiles Internet und DSL konnten bei den Kundenzahlen zulegen, die Zahl der Mobilfunkkunden sank von April bis Juni dagegen um 551.000.

24.07.2009, 12:03 Uhr (Quelle: DPA)
Vodafone© Vodafone GmbH

Der Düsseldorfer Telekommunikationskonzern Vodafone Deutschland konnte zusammen mit dem Tochterunternehmen Arcor einen weiteren Kundenzuwachs in den Bereichen mobile Datendienste und DSL verzeichnen. Federn lassen musste der Mobilfunksektor. Der Gesamtumsatz ging zurück. Entsprechende Zahlen legte Vodafone mit seinem Bericht für das erste Quartal des neuen Geschäftsjahres 2009/2010 vor.
Langsameres DSL-Wachstum
Demnach stieg die Zahl der DSL-Neukunden im Berichtszeitraum von April bis Juni dieses Jahres um 81.000, bei Einberechnung des Wholesale-Bereichs betrug die Zahl der Neukunden 95.000. Im Vergleich zum vorhergehenden Quartal hat sich das Kundenwachstum allerdings verlangsamt. Von Januar bis März hatte Vodafone noch ein Plus von 180.000 neu geschalteten DSL-Anschlüssen vermelden können. Auf Jahressicht gesehen wuchs die Zahl der DSL-Kunden gegenüber dem ersten Quartal 2008/2009 um 542.000 Neukunden auf insgesamt 3,32 Millionen an.
Mobiles Internet bleibt Wachstumsfeld
Vodafone sieht den Bereich Mobiles Internet als Wachstumsmarkt. Mit den Angeboten für das Surfen per UMTS kann Vodafone bei den Kunden punkten. Der Umsatz bei den mobilen Datendiensten konnte um 16,5 Prozent zulegen und erreichte im aktuellen Quartal 258 Millionen Euro. "Das Seg­ment der mobilen Datendienste hat weiterhin eine starke Dynamik und wird auch in Zukunft eines unserer wichtigsten Wachstumsfelder bleiben", so Vodafone Deutschland-Chef Fritz Joussen.
Rückgang bei der Zahl der Mobilfunkkunden
Weniger gut sieht es bei der Entwicklung der Kundenzahlen im Mobilfunk-Sektor aus. Die Zahl der Mobilfunkkunden sank von April bis Juni um 551.000. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum ging die Gesamtzahl der Mobilfunkkunden immerhin noch um 375.000 auf nun insgesamt 34,9 Millionen zurück. Vodafone begründet dies vor allem mit der Ausbuchung von Kunden, die ihre Prepaid-Karten kaum oder gar nicht genutzt hätten. Der Düsseldorfer Konzern konnte im Berichtsquartal 34.000 neue Mobilfunk-Vertragskunden gewinnen, mehr als drei Millionen Kunden nutzen inzwischen die SuperFlat-Tarife. Vodafone zählt in Deutschland insgesamt 38,2 Millionen Kunden.
Beim Gesamtumsatz musste Vodafone gegenüber dem Vorjahreszeitraum einen Rückgang um 5,6 Prozent auf 2,23 Milliarden Euro verkraften. Das Unternehmen machte hierfür vor allem die Regulierung der Mobilfunk-Preise und eine geringere Nutzung des Roamings aufgrund geringer Reisetätigkeit während der Wirtschaftskrise verantwortlich. Auch mit Service-Diensten konnte der Mobilfunkkonzern mit 2,16 Milliarden Euro 4,8 Prozent weniger umsetzen als noch im Jahr zuvor.
Vodafone sieht sich gut aufgestellt
Joussen sieht sein Unternehmen dennoch gut positioniert: "In einem weiterhin anspruchsvollen Marktumfeld sind wir durch den erfolg­reichen Wandel zum integrierten Kommunikationskonzern sehr solide aufgestellt." Vodafone wolle weiter wachsen und auch in den Breitband-Ausbau investieren. Der Konzern bleibt nach T-Mobile nach wie vor die Nummer zwei auf dem deutschen Mobilfunkmarkt.
Vodafone Group hält an ihrer Prognose fest
Auch der Mutterkonzern, die britische Vodafone Group, legte Zahlen für ihre weltweiten Aktivitäten vor. Nach einem Umsatzanstieg hält der Gesamtkonzern an seiner Prognose fest. Der Umsatz stieg in dem Ende Juni ausgelaufenen ersten Geschäftsquartal vor allem dank positiver Währungseffekte und zusätzlicher Anteile an der südafrikanischen Vodacom um 9,3 Prozent auf 10,74 Milliarden britische Pfund (12,5 Milliarden Euro), wie Vodafone am Freitag mitteilte.
Milliarden Einsparungen und harter Wettbewerb in Europa
Insgesamt soll der operative Gewinn im laufenden Geschäftsjahr weiter bei elf bis 11,8 Milliarden Pfund liegen. Auch das Ziel, bis 2011 eine Milliarde Pfund an Kosten zu sparen, wird weiter verfolgt. Mehr als 65 Prozent der Kostenersparnis soll bis Ende 2009 erzielt werden. "Wir sehen nach wie vor gutes Wachstum in Indien und Südafrika", sagte Vodafone-Chef Vittorio Colao.
In Europa leidet Vodafone jedoch weiterhin unter dem harten Wettbewerb. Dort stiegen die Umsätze zwar dank des starken Euro gegenüber dem Pfund. Auf organischer Basis fielen die Serviceumsätze aber schwächer aus - denn die Briten leiden wie ihre Wettbewerber unter dem harten Preiskampf im Mobilfunk. Vor allem in Großbritannien und Spanien litten die Umsätze. Nur in Italien und den Niederlanden wuchsen die Absätze. Insgesamt gewann Vodafone in seinem ersten Geschäftsquartal acht Millionen Kunden und kam so weltweit auf 315,3 Millionen.

(Jörg Schamberg)

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