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Vodafone verteilt SMS-Propaganda in Ägypten

Das Unternehmen teilte am Donnerstag in London mit, es sei ebenso wie die Mobilfunkanbieter Mobinil und Etisalat von den Behörden angewiesen worden, seit Beginn der Proteste "Mitteilungen an das ägyptische Volk zu verschicken".

03.02.2011, 16:10 Uhr (Quelle: DPA)
Vodafone© Vodafone GmbH

Der Mobilfunkbetreiber Vodafone hat in Ägypten Kurzmitteilungen mit staatlicher Propaganda verbreitet. Das Unternehmen teilte am Donnerstag in London mit, es sei ebenso wie die Mobilfunkanbieter Mobinil und Etisalat von den Behörden angewiesen worden, seit Beginn der Proteste "Mitteilungen an das ägyptische Volk zu verschicken". Die Behörden hätten sich dabei auf die Notstandsbefugnisse des Telekommunikationsgesetzes berufen.

Zwang durch ägyptische Regierung

Vodafone folgte der Anweisung, protestierte aber nach eigenen Angaben bei den Behörden gegen diese als inakzeptabel bezeichnete Situation. "Wir haben deutlich gemacht, dass all diese Mitteilungen transparent sein sollten und eindeutige Urheberangaben enthalten sollten", hieß es in einer Pressemitteilung des britischen Konzerns.

In Blogs sowie im Internet-Foto-Portal Flickr wurden Aufnahmen mit Darstellungen der SMS-Mitteilungen veröffentlicht. Diese richten sich demnach unter anderem an die "Jugend Ägyptens" mit der Aufforderung: "Hütet euch vor Gerüchten und hört die Stimme der Vernunft".

Eine andere SMS richtet sich an "jede Mutter, jeden Vater, jede Schwester, jeden Bruder, an jeden ehrlichen Bürger, bewahrt dieses Land, da die Nation ewig ist". Eine weitere SMS gibt sich als Botschaft der Streitkräfte aus und fordert "Ägyptens ehrliche und loyale Männer auf, sich den Verrätern und Kriminellen entgegenzustellen und unser Volk und unserere Ehre und unser kostbares Ägypten zu beschützen".

(Hayo Lücke)

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