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Vodafone verliert fast 700.000 Kunden

Die Zahl der in Deutschland aktiven SIM-Karten verringerte sich im ersten Quartal des Jahres deutlich. Parallel dazu legte die Anzahl der geschalteten DSL-Anschlüsse aber merklich zu.

19.05.2009, 10:26 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Mit einem deutlichen Kundenverlust hat der Mobilfunk-Netzbetreiber Vodafone in Deutschland das erste Quartal des Jahres abgeschlossen. Laut des am Dienstag vorgelegten Geschäftsberichts verringerte sich die Zahl der aktiven SIM-Karten zwischen Ende Dezember 2008 und Ende März dieses Jahres um 698.000 auf 35,47 Millionen. Nach offiziellen Angaben wurden Prepaid-Karten, die nicht oder kaum genutzt wurden, ausgebucht.
Durchschnittlicher Umsatz fällt weiter
Fast 55 Prozent der deutschen Vodafone-Kunden telefonieren mit einer Prepaidkarte und generieren im Durchschnitt 4,20 Euro Umsatz im Monat. Das sind 80 Cent weniger als noch vor einem Jahr. Vertragskunden setzen durchschnittlich 29,60 Euro um - 2,40 Euro weniger als Ende des ersten Quartals 2008.
Die Zahl der aktiven UMTS-Endgeräte im Vodafone-Netz legte im ersten Quartal um 516.000 auf 8,20 Millionen zu. Die Zahl der Verbindungsminuten lag in etwa auf dem Niveau des Vorquartals und erreichte 11,83 Milliarden. Zulegen konnste Vodafone hierzulande auch bei der Zahl der geschalteten DSL-Anschlüsse. Sie lag Ende März bei 3,22 Millionen, was einem Plus von etwa 180.000 Breitband-Zugängen im ersten Quartal entspricht.
Weltweit legte die Zahl der Vodafone-Kunden um 6,61 Millionen auf 302,61 Millionen zu. Davon nutzen 83 Prozent eine Prepaid-Karte. Einen starken Kundenverlust musste die Vodafone-Gruppe in Europa auch in Großbritannien (-450.000) und in Italien (-177.000) verkraften. In Spanien wurde hingegen ein Plus von 372.000 Kunden verzeichnet.
Hohe Abschreibungen
Finanziell wurde das Ende März beendete Geschäftsjahr durch hohe Abschreibungen belastet. Der Gewinn fiel um fast 55 Prozent auf 3,08 Milliarden Britische Pfund (3,48 Milliarden Euro). In Spanien, der Türkei und Ghana mussten 5,9 Milliarden Pfund abgeschrieben werden. Durch Zukäufe in Indien, Italien und Spanien schellte der Umsatz um knapp 16 Prozent auf 41,02 Milliarden Pfund nach oben.
In Deutschland erwirtschaftete Vodafone im abgelaufenen Geschäftsjahr umgerechnet 8,87 Milliarden Euro. Ein Jahr zuvor waren es noch 7,76 Milliarden Euro. Der bereinigte operative Gewinn legte im Jahresvergleich von 1,68 auf 1,95 Milliarden Euro zu.

(Hayo Lücke)

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