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Vodafone verkauft marodes Japan-Geschäft

Internentfirma Softbank zahlt satte 12,8 Milliarden Euro. Transaktion soll Mitte des Jahres abgeschlossen werden.

18.03.2006, 11:01 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Der britische Mobilfunkgigant Vodafone verkauft sein angeschlagenes Japan-Geschäft für 8,9 Milliarden Pfund (12,8 Milliarden Euro) an die japanische Internentfirma Softbank. Die Transaktion, eine der größten Firmenübernahmen der japanischen Geschichte, solle bis Mitte des Jahres abgeschlossen sein, erklärten beide Unternehmen am Freitag in Tokio und London. Vodafone K.K. ist nach NTT und KDDI der drittgrößte Mobilfunkanbieter Japans - allerdings mit deutlichem Abstand.
Mobilfunk-Weltmarktführer Vodafone will nach eigenen Angaben den Löwenanteil des Erlöses, nämlich sechs Milliarden Pfund, an seine Aktionäre auszahlen. Vodafone-Chef Arun Sarin sprach von einem "attraktiven Preis", der auch den Konzerngewinn pro Aktie steigern werde. Der japanische Geschäftszweig von Vodafone hatte zuletzt gegen schrumpfende Kundenzahlen ankämpfen müssen; auch waren bei den störanfälligen Diensten im Mobilfunk der dritten Generation die Umsätze weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben.
Mit dem Erwerb von Vodafone K.K. will die Softbank-Gruppe des schwerreichen japanischen Unternehmers Masayoshi Son in den zukunftsträchtigen Mobilfunkmarkt einsteigen. Son will Softbank nach eigenen Worten zu einem global agierenden Unternehmen ausbauen, das alle digitalen Kommunikations- und Informationsdienste aus einer Hand anbietet: "Wir wollen auf dem Weltmarkt Erfolge feiern." Softbank hatte bereits Ende vergangenen Jahres eine von drei neuen Mobilfunklizenzen der japanischen Regierung erhalten und will nun schon Anfang 2007 mit Angeboten an den Start gehen. Durch Vodafone K.K. bekommt das Unternehmen neben der nötigen Infrastruktur gut 15 Millionen Kunden. Der japanische Marktführer NTT hat derzeit über 50,7 Millionen Kunden unter Vertrag, die Nummer zwei KDDI knapp 25 Millionen.
Softbank-Gründer Son, einer der reichsten Männer Japans, hat sich bereits im Festnetzbereich und bei Breitband-Internetanschlüssen durch seine aggressive Dumpingpreis-Strategie einen Namen gemacht. Bei Breitbandanschlüssen ist sein Unternehmen mittlerweile zum zweitgrößten Anbieter Japans aufgestiegen. Analysten rechnen fest damit, dass sich durch den Eintritt von Softbank in den Mobilfunkmarkt auch dort der Preiskampf erheblich verschärfen wird.

(Hayo Lücke)

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