Kooperation vereinbart

Vodafone und Deutsche Glasfaser bringen FTTH in Gewerbegebiete

Vodafone und Deutsche Glasfaser kooperieren beim Glasfaserausbau und wollen zunächst in Düsseldorf 19 Gewerbegebiete mit FTTH-Anschlüssen und Gigabit-Speed versorgen. Bei Erfolg seien weitere Projekte denkbar. VATM und BREKO begrüßen die Zusammenarbeit.

Jörg Schamberg, 19.07.2017, 18:56 Uhr
Deutsche Glasfaser© Deutsche Glasfaser Holding GmbH

Borken/Düsseldorf – Hoffnungsschimmer für Unternehmen, die noch auf schnelle Internetanschlüsse warten: Der Mobilfunknetzbetreiber und Festnetzanbieter Vodafone (www.vodafone.de/dsl Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
Sie können dieses Produkt natürlich auch woanders kaufen; der hier integrierte Werbelink ist ein Vorschlag und stellt weitere Informationen zur Verfügung. Partnerprogramme haben keinerlei Einfluss auf unsere redaktionelle Berichterstattung, Preise oder Platzierungen in Tarifrechnern.
) und der auf den FTTH-Ausbau spezialisierte Anbieter Deutsche Glasfaser haben eine Kooperation vereinbart und wollen gemeinsam bundesweit Gewerbegebiete mit schnellen Glasfaseranschlüssen versorgen.

Erstes FTTH-Projekt in Düsseldorfer Gewerbegebieten

Der Startschuss falle zunächst mit dem Netzausbau in 19 Gewerbegebieten in Düsseldorf. Bei diesem ersten Projekt der beiden Partner, bei dem auch die Stadt Düsseldorf als Kooperationspartner beteiligt ist, würden rund 5.000 Unternehmen von Highspeed-Internetzugängen profitieren. Der Ausbau der Netzinfrastruktur in den Düsseldorfer Gewerbegebieten soll noch in diesem Jahr starten, die Fertigstellung sei für 2018 geplant. Der weitere Schwerpunkt solle danach vor allem auf Gewerbegebiete in Süddeutschland liegen, wenn das Projekt in Düsseldorf erfolgreich verlaufe. Die FTTH-Anschlüsse sollen Gigabit-Speed symmetrisch im Up- und Download bieten.

Glasfaseranschlüsse für Unternehmen ab 299 Euro pro Monat

Zunächst würden Bandbreiten von 100 Mbit/s bis 1 Gbit/s angeboten. Die Business-Tarife starten nach Unternehmensangaben ab 299 Euro. Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter hält dies in einem Interview mit der "Rheinischen Post" für nicht für zu teuer: "Erstens handelt es sich um ein hochleistungsfähiges Businessprodukt, das Geschwindigkeiten von 100 bis zu 1.000 Megabit im Up- und Download symmetrisch möglich macht. Zweitens bekommen Unternehmen solche Produkte meist erst ab Preisen von über 1.000 Euro – sofern es sie überhaupt gibt. Drittens geht es um einen extrem wichtigen Schritt für viele Unternehmen. Nur mit sehr schnellem Netzzugang sind sie auf Dauer wettbewerbsfähig."

Deutsche Glasfaser baut Netz, Vodafone als Netzbetreiber

Deutsche Glasfaser Business, eine Tochter der Deutsche Glasfaser, werde für den Bau der passiven Infrastruktur verantwortlich zeichnen. Vodafone ist für den Betrieb der aktiven Technik zuständig und stellt Dienste für die Unternehmen bereit. Für den Ausbau der Netze in Gewerbegebieten soll die Deutsche Glasfaser Business GmbH über eine gesicherte Finanzierung in Höhe von mehr als 100 Millionen Euro verfügen. Für das weitere Wachstum habe sich das Unternehmen aber einen starken Partner gesucht. "Das schnelle Verlegen der Leitungen ist tatsächlich unser Spezialwissen. Wir haben unser Netz bereits an 200.000 Grundstücke privater Häuser gelegt sowie 2000 Unternehmen unter Vertrag. Für weiteres Wachstum setzen wir nun auch auf Kooperationen: Vodafone als Weltmarke ist dabei ein guter Partner", so Uwe Nickl, Geschäftsführer Deutsche Glasfaser.

Glasfaserausbau ohne Fördermittel

Auf Fördermittel wollen die Partner bei dem FTTH-Ausbau verzichten. Es werde nicht über Rahmenbedingungen gejammert. "Wir bauen. Wir wollen das Vorhaben rein privatwirtschaftlich finanzieren. Dabei investieren wir sehr kostenbewusst, weil die Deutsche Glasfaser große Erfahrung dabei hat, Leitungen durch vorhandene Leerrohre zu ziehen und mit innovativen Bauverfahren effizient zu verlegen", so Ametsreiter. Den Ex-Monopolisten Deutsche Telekom forderte der Vodafone Deutschland-Chef auf, "seine gesamte – teilweise sogar ungenutzte – Infrastruktur zur Nutzung freigeben." Gegen eine marktübliche Gebühr könnten dann schnell Glasfaseranschlüsse errichtet werden. "Wir sitzen auf einer digitalen Ölquelle, wir müssen sie nur intelligent nutzen", so der Vodafone-Manager.

FTTH-Anschlüsse für rund 450.000 Haushalte bis Ende 2018

Auch immer mehr Privathaushalte sollen auf schnelle Internetzugänge von Deutsche Glasfaser zugreifen können. Bis Ende 2018 will der Anbieter schnelle Glasfaseranschlüsse für rund 450.000 Haushalte und Unternehmen bereitstellen. Seit kurzem können auch Privatkunden einen Tarif mit einer Download-Bandbreite von bis zu 1 Gbit/s nutzen. Für Business-Kunden stehen bis zu 10 Gbit/s zur Verfügung.

VATM und BREKO erfreut über FTTH-Kooperation

Die Branchenverbände VATM und BREKO begrüßten die Kooperation von Vodafone und Deutsche Glasfaser beim Glasfaserausbau. "Hier investieren die Unternehmen richtig in die Zukunft. Es wird etwas für den Standort getan – gemeinsam mit einer weitblickenden Landeshauptstadt", kommentiert VATM-Geschäftsführer Jürgen Grützner. Auch der BREKO zeigte sich erfreut: "Der flächendeckende Glasfaserausbau in Deutschland kann nur im Zusammenspiel aller Marktteilnehmer funktionieren", so BREKO-Geschäftsführer Dr. Stephan Albers. "Daher begrüßen wir solche Kooperationen, die den Wirtschaftsstandort Deutschland stärken und unser Land weiter voranbringen, ausdrücklich."

Günstige Internet-Tarife finden
Weiterführende Links
Kommentieren Forum

Dieser Artikel wurde noch nicht kommentiert. Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Zum Seitenanfang