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Vodafone testet mobiles Funk-Internet

In einem einjährigen Pilotprojekt möchte Vodafone in Baden-Württemberg zusammen mit der Landesanstalt für Kommunikation die Praxistauglichkeit des mobilen Internets über Rundfunkfrequenzen testen.

07.04.2009, 17:15 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

In der im Februar beschlossenen Breitbandstrategie der Bundesregierung wurden die durch die Umstellung auf digitalen Rundfunk freigewordenen Funkfrequenzen als ein Weg gesehen, um ländliche Gebiete mit breitbandigen Internetanschlüssen zu versorgen. Anfang März hatte die Bundesregierung die Funkfrequenzen für breitbandige Mobilfunkanwendungen freigegeben. Der Mobilfunkanbieter und DSL-Provider Vodafone testet Internet über Funk nun in einem ersten Pilotversuch in Baden-Württemberg.
Einjähriges Pilotprojekt
Zusammen mit der Landesanstalt für Kommunikation in Baden-Württemberg (LFK) will Vodafone die Gemeinden Bopfingen und Unterschneidheim im Ostalbkreis in der Nähe der bayerischen Stadt Nördlingen mit mobilem Breitband-Internet über Rundfunk-Frequenzen versorgen. Nach Angaben von Vodafone soll das mobile Internet ab Mai zunächst für ein Jahr in der alltäglichen Nutzung getestet werden. Das Modellprojekt soll Aufschluss darüber geben, welches Potenzial die Funktechnik im hügeligen Baden-Württemberg hat. Auch die Nutzung durch die Bürger und eventuelle Auswirkungen auf andere Funktechniken wie DVB-T und der DVB-C Fernsehempfang kommt auf den Prüfstand.
Zu Beginn der Testphase werden dazu 100 Haushalte in Bopfingen (Baldern, Kerkingen, Itzlingen) und der Nachbargemeinde Unterschneidheim (Zöbingen, Walxheim) mit kostenloser Hardware ausgestattet. Damit können die Testteilnehmer das mobile Internet über Funk mit Bandbreiten von bis zu 7,2 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) im Download und bis zu 1,4 Mbit/s im Upload ohne monatliche Gebühren nutzen.
Zugang zum schnellen Internet als wichtiger Standortfaktor
"In einem Technologieland wie Deutschland darf es keine unterversorgten Gebiete geben. Der Zugang zum schnellen Internet ist entscheidend für die Lebens- und Standortqualität ganzer Regionen. Gemeinsam mit der LFK Baden-Württemberg wollen wir nun zeigen, dass ein Teil der nicht genutzten Rundfunkfrequenzen zur Breitbandversorgung der ländlichen Gebiete beitragen kann", sagte Hartmut Kremling, Geschäftsführer Vodafone Deutschland und Technik-Vorstand Arcor. Der Bopfinger Bürgermeister Gunter Bühler sieht erhebliche Standortnachteile für den ländlichen Raum ohne den Zugang zur schnellen Datenautobahn.
Im Januar hatte die LfK Unternehmen dazu aufgerufen Modellprojekte für die Nutzung der sogenannten digitalen Dividende zu entwickeln und bei der Landesanstalt einzureichen. Noch bis zum 30. Juni können dort Konzepte für solche Pilotprojekte abgegeben werden. Bereits im Dezember des vergangenen Jahres startete die Deutsche Telekom in Brandenburg ein Pilotprojekt zum Testen des Internet über Rundfunkfrequenzen.

(Jörg Schamberg)

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