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Vodafone Technik-Chef: Komplettversorgung mit LTE ist nicht geplant

Onlinekosten.de sprach im Rahmen der "Vodafone Innovation Days" mit Eric Kuisch, Geschäftsführer Technik bei Vodafone Deutschland. Kuisch erläuterte die Ziele für den LTE-Ausbau. Beim Breitbandausbau will Vodafone sich zudem verstärkt an von den Kunden erwarteten Mindestgeschwindigkeiten orientieren und weniger an Highspeed.

05.11.2014, 09:01 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Im Rahmen der "Vodafone Innovation Days" kündigte Vodafone-Technikchef Eric Kuisch im Gespräch mit onlinekosten.de fortlaufende Investitionen in die Netzqualität des Mobilfunkanbieters an. Insbesondere der Ausbau des schnellen LTE-Netzes solle vorangetrieben werden. "Zur IFA war Halbzeit, jetzt sind bereits 55 von deutschen 80 Großstädten mit LTE ausgestattet", so Kuisch.

LTE-Ausbau von bis zu 80 Prozent denkbar

Weitere Ausbauschwerpunkte seien sogenannte Points-of-Interest, wie beispielsweise Flughäfen, Einkaufszentren und Bahnhöfe. Auch dünner besiedelte Gebiete, wie beispielsweise entlang vieler Autobahnen, würden perspektivisch angegangen werden. Allerdings wird eine Komplettversorgung mit LTE nicht angestrebt. "Es gibt wenige Länder wie beispielsweise Holland, wo man mehr als 90 Prozent LTE-Abdeckung hat." Kuisch rechnet mit einem LTE-Ausbau von bis zu 80 Prozent in Deutschland.

Die Umrüstung bei Vodafone erfolgt dabei auf der bestehenden Infrastruktur. Es wird de facto kein separates Netz ausgebaut. Zunächst werden 2G und 3G Zellen aufgerüstet. Während der Umrüstung sind die entsprechenden Zugangspunkte für etwa 2 Stunden vorübergehend nicht erreichbar. Die Aufrüstung im 4G Bereich sei aufwändiger, weshalb es dort zu einer Nichtverfügbarkeit von bis zu 20 Stunden kommen könne.

Auch im Bereich Car-Connectivity wird Vodafone weiter investieren, der Kooperationspartner Audi baut bereits mit LTE-Technologie kompatible Systeme in seine Fahrzeuge ein.

Breitbandausbau: Vodafone setzt auf Mindestgeschwindigkeiten statt auf Highspeed

Auf Nachfragen zum geplanten Ausbau des Breitbandnetzes erläuterte Kuisch, Vodafone wolle sich technisch stärker an den von den Verbrauchern erwarteten Mindestgeschwindigkeiten orientieren als an Maximalgeschwindigkeiten. Hier seien 12 bis 14 Mbit/s die Messlatte.

Trotz der Übernahme von Kabel Deutschland wird Vodafone in vielen Landstrichen bei DSL-Anschlüssen weiter mit der Deutschen Telekom zusammenarbeiten, um Kunden flächendeckendes Breitband anbieten zu können. Es sei aber vorstellbar, beim Netz mit anderen Anbietern wie 1&1 und Versatel, mit denen man bereits im Geschäftskundenbereich zusammenarbeite, auch im Privatkundenbereich zusammen zu kommen. Allerdings erfordere dies einen höheren technischen Aufwand, da zunächst Schnittstellen aufwändig geschaffen werden müssten. "Mit der Telekom haben wir die standardisierte Bitstrom-Technik"

LTE wird auch in Zukunft teurer als DSL sein - Vodafone will Service verbessern

Auf die Frage, ob LTE eine kostengünstige Alternative zum Breitband-Festnetz sein könne, meinte Kuisch, dass LTE auch in Zukunft teurer sein werde als DSL, weil dort höhere Investitionen nötig seien als im Festnetz.

Auch auf die zuletzt vermehrte Kritik am Kundenservice hat das Unternehmen reagiert. Zum neuen Servicekonzept führte ein Sprecher aus, 50 bis 60 Service-Friends hätten sich bereits gemeldet. Auch die Beantwortung von Kundenanfragen über Facebook und Twitter würden gut anlaufen. Der Sprecher räumte ein, beim Social-Media-Support sei Vodafone nicht Vorreiter. 1&1 und die Deutsche Telekom hatten hier bereits vorgelegt und Standards gesetzt.

(Michael Frenzel)

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