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Vodafone startet LTE in Düsseldorf und Krefeld

Vodafone versorgt im zweiten Halbjahr erstmals Großstädte mit LTE: Der Start erfolgt in Düsseldorf und Krefeld. Ein LTE-Einstiegsangebot soll nach Angaben von Vodafone Deutschland-Chef Fritz Joussen rund 30 Euro monatlich kosten.

28.06.2011, 15:45 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Bereits auf der diesjährigen CeBIT In Hannover wurde bekannt, dass Vodafone noch 2011 mit LTE in Großstädten starten will. Der städtische LTE-Ausbau sollte bis zum Ende des Jahres vor allem in Stadt-Staaten beginnen, also in Bremen, Hamburg und Berlin. Nun konkretisiert Vodafone Deutschland-Chef Fritz Joussen in einem Interview mit der "Rheinischen Post" die LTE-Ausbaupläne. In der zweiten Jahreshälfte will Vodafone die neue Mobilfunktechnologie LTE statt in den Stadtstaaten zunächst in Düsseldorf sowie in Krefeld starten.

LTE-Einstiegsangebot für rund 30 Euro

"Wir sind mit dieser Zukunftstechnik Vorreiter für die weltweite Vodafone-Gruppe mit ihren immerhin über 370 Millionen Kunden" betont Joussen. Vodafone Deutschland profitiert davon, dass hierzulande im ersten europäischen Land LTE-Lizenzen versteigert wurden. Nach dem von der Regulierungsbehörde zunächst auferlegten Start in ländlichen Regionen, erfolge in den kommenden Monaten der LTE-Start in Großstädten. In Düsseldorf sitzt das Vodafone Entwicklungszentrum, außerdem verfügt der Provider in der Stadt über eine gute Glasfaserinfastruktur des vor Jahren übernommenen regionalen Anbieters Isis. Die Vodafone LTE-Basisstationen erhalten Anschluss an dieses Netz. Für Krefeld mit seinen rund 250.000 Einwohnern spreche vor allem, dass die Stadt geographisch recht flach sei. Eine LTE-Versorgung lässt sich dort nach Angaben des Vodafone-Chefs bereits mit wenigen Basisstationen realisieren.

Anfangs will Vodafone per LTE eine Bandbreite zwischen 10 und 30 Megabit pro Sekunde (Mbit/s) anbieten. Das Einstiegsangebot soll "nicht über den aktuellen rund 30 Euro liegen, die schnelles Internet im Festnetz kostet". Ein Test verschiedener LTE-Tarife ist angedacht. Für Mobilität und höhere Bandbreiten werde ein höherer Preis fällig. Auf Dauer strebt Vodafone als führender deutscher Mobilfunknetzbetreiber Bandbreiten von einem Gigabit pro Sekunde (Gbit/s) an. Befürchtungen über einen Netzstau und sinkende Bandbreiten, wenn zu viele Kunden in einer Funkzelle surfen, wies der deutsche Vodafone-Chef zurück. "Wir haben Besucher mit 20 Laptops per LTE gleichzeitig in einem Raum surfen lassen. Es gab trotzdem ein Tempo von mehr als 30 Megabit. Und wir können nachrüsten."

Schließung aller weißer Flecken in Nordrhein-Westfalen per LTE

Trotz zunehmender Bedeutung von LTE, vor allem für die Nutzung des mobilen Internet, verabschiedet sich Vodafone noch nicht komplett vom Festnetz. "Wir brauchen weiter das Festnetz - vor allem für Firmenkunden und für die Anbindung unserer Mobilfunk-Stationen. Auch werden wir weiter DSL-Kunden haben", betont Joussen. Ländliche Regionen werden zukünftig aber nur mit LTE versorgt. Bis zum dritten Quartal dieses Jahres will Vodafone beispielsweise alle weißen Flecken in Nordrhein-Westfalen per LTE schließen. In den Städten setzt der Vodafone-Chef dagegen auf Glasfaser, um große Wohnblocks und Geschäftskunden mit schnellem Breitband-Internet zu versorgen. Da sich mit LTE die monatliche Miete für die Teilnehmeranschlussleitung (TAL) der Telekom sparen lässt, kommt die Mobilfunktechnologie auch in Städten zum Einsatz.

Neben LTE verspricht sich Vodafone auch mehr Umsatz durch den Boom bei Smartphones. Derzeit hätten nur 20 Prozent der Kunden ein Smartphone, in einigen Jahren sollen aber bereits 60 Prozent der Kunden ein multifunktionales Internet-Handy besitzen. Vor allem Smartphones mit dem Google Handy-Betriebssystem Android könnten für breites Wachstum sorgen. Die Preise für die Geräte würden weiter fallen. Ein Smartphone werde es in zwei Jahren bereits für rund 50 Euro geben.

(Jörg Schamberg)

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