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Vodafone: Mobilfunk boomt, DSL im Sinkflug

Der Düsseldorfer Vodafone-Konzern wächst vor allem dank mobilem Internet, LTE und dem Firmenkundengeschäft. Die Zahl der Festnetzkunden ging jedoch auch im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres weiter zurück.

09.02.2012, 13:16 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Der große DSL-Boom ist vorüber, die Kunden wenden sich verstärkt den Kabelnetzbetreibern zu. Das spürt auch Vodafone. Der am Donnerstag vorgelegte Bericht für den Zeitraum von Oktober bis Ende Dezember des vergangenen Jahres, weist im Festnetzbereich einen um 0,8 Prozent auf 537 Millionen Euro gesunkenen Service-Umsatz aus. Stärker präsentiert sich dagegen der Mobilfunksektor: Wachsen kann Vodafone vor allem im Geschäft mit dem mobilen Internet sowie mit Firmenkunden. "Das Ergebnis zeigt: Wir haben mit LTE, dem mobilen Internet sowie dem Ausbau des Firmenkundengeschäfts auf echte Zukunftsfelder gesetzt", sagte Vodafone Deutschland-Chef Fritz Joussen in Düsseldorf. Noch immer wirken sich aber die Regulierungsentscheidungen der Bundesnetzagentur von Ende 2010 aus, bei der die Kürzung der Mobilfunk-Terminierungsentgelte festgelegt wurde.

DSL-Kundenzahl auf Schrumpfkurs

Vodafone lockt DSL-Neukunden aktuell unter anderem mit 50 Euro Startguthaben, dauerhaft günstigen Preisen oder seinem Internet-Fernsehangebot Vodafone TV. Doch erfolgreich ist das Unternehmen mit dieser Strategie offenbar nicht: Die Zahl der DSL-Kunden nimmt weiter ab, im Weihnachtsquartal ging sie um rund 7.000 auf 3,43 Millionen Kunden zurück. Innerhalb von zwölf Monaten hat Vodafone sogar rund 61.000 DSL-Kunden verloren.

Die Zahl der Mobilfunk-Kunden kletterte dagegen gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,6 Prozent auf 37,62 Millionen. Alleine in den letzten drei Monaten des vergangenen Jahres konnte Vodafone rund 797.000 Mobilfunk-Kunden hinzugewinnen. Der Anteil der Prepaid-Kunden lag zum Stichtag bei 59,1 Prozent. Die Umsätze im Mobilfunkbereich stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 1,2 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Vor allem die Nachrichten-Services SMS und MMS legten kräftig um 14,5 Prozent zu.

Vodafone versorgt aktuell über 100.000 LTE-Kunden

Der Ausbau des eigenen LTE-Netzes kommt voran. Ende Dezember 2011 verzeichnete Vodafone rund 88.000 LTE-Kunden. Mit 1.700 passenden Basisstationen wurden über acht Millionen Haushalte erreicht. Aktuell betreiben die Düsseldorfer bereits fast 1.800 LTE-Basisstationen und versorgen über 100.000 LTE-Kunden mit schnellem mobilen Internet. Technisch sind fast neun Millionen Haushalte per LTE von Vodafone erreichbar. Als erste Großstadt versorgt Vodafone Düsseldorf mit LTE.

Im dritten Quartal des Geschäftsjahres telefonierte fast jeder fünfte Kunde von Vodafone Deutschland bereits mit einem Smartphone – und damit fast doppelt so viel wie vor einem Jahr. Das sorgte für einen um 22,3 Prozent auf 459 Millionen Euro gestiegenen Datenumsatz. Das Datengeschäft ohne SMS und MMS trägt inzwischen zu 27 Prozent des Mobilfunk Services-Umsatzes bei.

Wachstum mit Firmenkunden

Die Umsätze im Firmenkundenbereich legten im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres um 5 Prozent zu. Kundenwachstum erzielte Vodafone hier sowohl im Mobilfunk- als auch im Festnetzbereich. Der Gesamtumsatz von Vodafone Deutschland legte bis Ende Dezember gegenüber dem Vorjahresquartal um 2,4 Prozent auf 2,45 Milliarden Euro zu, der gesamte Service-Umsatz erreichte rund 2,24 Milliarden Euro.

Die Dominanz des Mobilfunks wird auch bei der Gegenüberstellung der Service-Umsätze im dritten Quartal des vergangenen Jahres deutlich: Während Vodafone mit seinem Festnetzgeschäft einen Service-Umsatz von 537 Millionen Euro erzielte, erreichte er im Mobilfunk mit 1,7 Milliarden Euro mehr als das Dreifache.

Umsatz pro Mobilfunkkunde geht zurück

Allerdings ging der durchschnittliche Umsatz pro Mobilfunkkunde auf 15,20 Euro im Monat zurück. Dabei wuchs die Zahl der vertelefonierten Mobilfunkminuten aufgrund beliebter Mobilfunk-Flatrates gegenüber dem Vorjahresquartal um 7,5 Prozent auf rund 13,93 Milliarden an. Statistisch telefonierte ein Kunde damit durchschnittlich 126 Minuten im Monat mit seinem Handy.

(Jörg Schamberg)

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