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Vodafone: Kundenverluste bei Mobilfunk und DSL - Wachstum bei Kabel Deutschland

Vodafone kämpft mit sinkenden monatlichen Umsätzen pro Mobilfunkkunden und einer schrumpfenden Gesamtkundenbasis. Die Festnetzsparte kann nur dank Kabel Deutschland Wachstum verbuchen. Vodafone sieht in den Zahlen für das im Juni beendete erste Quartal dagegen vor allem eine Stabilisierung des Geschäfts.

25.07.2014, 12:51 Uhr
Kabel Deutschland© Kabel Deutschland

Der Düsseldorfer Mobilfunknetzbetreiber Vodafone hat die Zahlen für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2014/15 vorgelegt, das den Zeitraum von Anfang April bis Ende Juni abdeckt. Berücksichtigt wurde darin auch der von Vodafone übernommene Kabelnetzbetreiber Kabel Deutschland. Die Service-Umsätze gingen um 4,9 Prozent zurück, Vodafone sieht dagegen selbst eine "Stabilisierung". Der Gesamtumsatz stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,2 Prozent auf 2,64 Milliarden Euro. In der Mobilfunksparte sowie auch im DSL-Festnetzgeschäft verlor Vodafone Kunden im Vergleich zum Vorquartal. Punkten kann dagegen Kabel Deutschland.

Verlust von 360.000 Mobilfunkkunden

In dem im Juni zu Ende gegangenen ersten Quartal zählte der Mobilfunknetzbetreiber 31,94 Millionen Mobilfunkkunden nach 32,30 Millionen im vorangegangenen Quartal. Innerhalb von drei Monaten verlor Vodafone somit rund 360.000 Mobilfunkkunden. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Gesamtkundenbasis im Mobilfunkbereich um knapp 1 Prozent. Vodafone zeigt sich jedoch optimistisch und sieht darin erstmals wieder eine stabile Entwicklung.

Die Zahl der Mobilfunk-Vertragskunden stieg bis Ende Juni immerhin um 65.000. Das Unternehmen verzeichnet inzwischen mehr als 3,4 Millionen Kunden, die Vodafone Red Tarife gebucht haben. Für die neuen Vodafone Smart und Otelo Tarife hatten sich über 620.000 Vertragskunden entschieden. Ein Alarmsignal dagegen: Der durchschnittliche monatliche Umsatz pro Mobilfunkkunde ging im Vergleich zum Vorjahr um 4,2 Prozent auf 15,05 Euro zurück.

Kabel Deutschland rettet die Festnetzsparte

Nicht wirklich begeistern kann das Festnetzgeschäft. Vodafone verlor von April bis Juni gegenüber dem Vorquartal rund 30.000 DSL- und VDSL-Kunden. Gegenüber dem Vorjahr konnte die Kundenabwanderung laut Vodafone aber mehr als halbiert werden. Kabel Deutschland konnte dagegen 80.000 neue Kabelkunden hinzugewinnen. Unterm Strich bleiben dank dem Kabelnetzbetreiber 50.000 Nettoneukunden in der Festnetzsparte. Die Zahl der TV-Kunden sinkt gegenüber dem Vorquartal um 30.000 auf 8,02 Millionen.

Trotz der nicht durchweg positiven Zahlen sieht Jens Schulte-Bockum, Vorstandschef von Vodafone Deutschland, seine Strategie bestätigt. "Unsere Investitionen in bessere Angebote, besseren Service und ein besseres Netz zahlen sich aus. Wir gewinnen weiter Vertragskunden, wir stabilisieren unsere Umsätze - und führen unser Netz zurück zu alter Stärke."

Vodafone und Kabel Deutschland wollen das Festnetzgeschäft weiter gemeinsam unter der Dachmarke "ZuhausePlus" vermarkten und das Wachstum nach eigenen Angaben "weiter befeuern". Der Netzausbau, in den Vodafone insgesamt 4 Milliarden Euro investieren will, komme schneller voran als geplant. Im ersten Quartal wurden weitere 10 Prozent des Vodafone-Netzes modernisiert. Unter anderem wurden 480 neue LTE-Basisstationen errichtet und 1.500 2G- und 3G-Stationen fit für die neueste Technik gemacht. Bis 2016 soll das komplette Vodafone-Netz in Deutschland modernisiert sein.

(Jörg Schamberg)

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