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Vodafone Innovation Days: Wann kommt der LTE-Nachfolger 5G?

Was kommt nach 4G? Und vor allem wann? Über den LTE-Nachfolgestandard 5G diskutierten am Dienstag Experten im Rahmen des "Vodafone Innovation Days" in Düsseldorf.

04.11.2014, 17:00 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Mobiles Internet mit Highspeed per LTE (4G) ist in immer mehr Regionen verfügbar. Doch die Entwicklung des Nachfolge-Standards 5G ist bereits in vollem Gange. Im Rahmen der Veranstaltung "Vodafone Innovation Days" diskutierten Experten am Dienstag in Düsseldorf über die Frage: Was kommt nach 4G - und vor allem wann?

Kommt 5G bereits 2020?

Eine neue Technologie benötigt vor allem einen Motor, der die Einführung vorantreibt. Zu Beginn der Veranstaltung wurde denn auch die Frage gestellt, was eine solche Killer-App für den 4G Nachfolger sein werde. Gerhard Fettweiß, Professor an der TU Dresden, wagte die Vorhersage, dass 5G bereits 2020 kommen könnte. Darüber hinaus aber fielen ihm die Voraussagen schwerer: "LTE könnte uns bis ins Jahr 2020 tragen, aber bis 2030 sind es eine lange Zeit."

Er begründete dies vor allem mit steigendem Bandbreiten-Bedarf. Fettweiß: "Wir haben heute um den Faktor 100 schnellere Datenraten im Wifi-Bereich als im Mobilfunk. Wenn wir heute 7 Gbit/s im Wifi -Bereich haben, werden wir dies in 10 Jahren im Mobilfunk haben."

WLAN mit Terabit-Geschwindigkeit - 5G erfordert andere Netzwerkinfrastruktur

Bei WLAN prognostizierte Fettweiß Übertragungsgeschwindigkeiten von einem Terabit/s per Wifi in zehn Jahren. "Es kommt darauf an, die Datenraten extrem zu steigern. Außerdem sind kurze Latenzzeiten nötig." Extreme Herausforderungen sieht auch der ehemalige Vodafone Technikchef. "Ich weiß genau, was wir verbaut haben. Künftig aber benötigen wir eine ganz andere Architektur als in unseren heutigen Netzen. Die Nutzung mobiler Real Time online Service erfordere den Aus- und Umbau einer ganz anderen Netzwerkinfrastruktur, bis hinein in Hosting-Rechenzentren und Coaching-Kapazitäten.

"Das bedeutet für uns Entscheidungen darüber, wie auf der Core-Seite ein solches Netz aussehen wird. Wir reden hier über neue Modulationsverfahren an der Luftschnittstelle bei 5G. Und wir reden über den ganzen Signalisierungsaufbau. Es werden wahrscheinlich komplett neue Antennensysteme benötigt, die nicht 360 Grad strahlen, sondern für einen individuellen Kunden einen wesentlich stärker gebündelten Antennenstrahl produzieren (Beamforming). "Die Killerapplikation heute ist Geschwindigkeit, in Zukunft wird sie Verzögerungszeit sein."

Außerhalb Deutschlands wird die Entwicklung des kommenden neuen Mobilfunkstandards bereits mit hohen Summen gefördert. Südkorea hat beispielsweise 1 Milliarde Dollar Forschungsgelder bereitgestellt für die Grundlagenforschung von 5G. Der dort beheimatete Weltkonzern Samsung profitiert davon. Deutschland verfüge an der TU Dresden aber immerhin über einen Lehrstuhl, der an einem 5G-Standard forscht.

(Michael Frenzel)

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