Mobilfunkgeschichte

Vodafone: Das erste Handy in Deutschland kostete vor 25 Jahren 3.000 DM

Groß und schwer: Das auch als "Knochen" bezeichnete Motorola International 3200 führte Vodafone 1992 als erstes Handy auf dem deutschen Markt ein. Seitdem hat sich viel getan. Ein Blick auf 25 Jahre Mobilfunkentwicklung in Deutschland.

Motorola International 3200Das "Motorola International 3200" war das erste GSM-fähige Mobiltelefon, das Vodafone 1992 auf den Markt brachte.© Andrea Klostermann / Vodafone.de

Düsseldorf – Ein Leben ohne Smartphone: Für viele ist das heute nahezu undenkbar. Es gehört inzwischen zum Alltag, mobil im Internet zu surfen, Online-Games zu spielen, unterwegs Musik- und Video-Streaming-Diensten zu nutzen – und auch hin und wieder zu telefonieren. 90 Prozent der Deutschen über 14 Jahre besitzen mindestens ein Handy oder Smartphone. Doch die Geschichte des Mobiltelefons in Deutschland ist noch gar nicht so alt. Vodafone brachte das erste Handy hierzulande vor 25 Jahren auf den Markt. In den zweieinhalb Jahrzehnten hat sich viel getan.

Motorola International 3200: Das erste Handy in Deutschland

Die D2-Lizenz hatte Vodafone bereits am 7. Dezember 1989 erhalten und danach ein GSM-Netz in Deutschland aufgebaut. Passende Endgeräte waren jedoch noch Mangelware. Ab dem 30. Juni 1992 verkaufte Vodafone, damals noch unter dem Firmennamen Mannesmann Mobilfunk aktiv, mit dem Motorola International 3200 das erste GSM-fähige Handy in Deutschland. Zum Marktstart schlug es mit 3.000 DM zu Buche. Das Handy brachte 520 Gramm auf die Waage und war wegen seiner großen, langen Abmessungen auch als "Knochen" bekannt. Jede Telefonminute kostete knapp 2 DM.

Für aktuelle, erheblich kompaktere und flachere Smartphones, die im Schnitt rund 140 Gramm wiegen, zahlen Verbraucher heute rund 200 Euro – abhängig von Ausstattung und Hersteller. Vodafone berechnete 1992 eine monatliche Grundgebühr von 77,52 DM zuzüglich Minutengebühren von tagsüber 1,44 DM sowie nach 19.00 Uhr von 0,49 DM. Inzwischen haben Mobilfunkkunden dagegen die Wahl zwischen drei Mobilfunknetzbetreibern und mehr als 25 verschiedenen Discount-Anbietern. Kunden zahlen nur noch Minutenpreise von rund 5 Cent. Fast alle Laufzeitverträge beinhalten inzwischen aber ohnehin Flatrates. Auf die Uhr muss heute keiner mehr beim Telefonieren schauen.

Vodafone 25 Jahre Handy Im Mobilfunk hat sich in den vergangenen 25 Jahren in Deutschland viel getan.© Vodafone GmbH

Schneller Anstieg der Mobilfunknutzer

Die stetig sinkenden Kosten für Handys und Mobilfunktarife führten zu einem Anstieg der Mobilfunknutzer. Ende 1992 gab es in Deutschland knapp 1 Million Mobilfunkkarten. 1998 wurden schon 14 Millionen Karten gezählt. Die Entwicklung beschleunigte sich: Ende 2016 waren auf dem deutschen Markt 130 Millionen Mobilfunkkarten im Einsatz. Zunehmend sind SIM-Karten auch in Maschinen aktiv, laut Vodafone würden inzwischen jeden Monat sogar mehr Maschinen als Menschen mit dem Mobilfunknetz verknüpft.

Mobile Datennutzung boomt: Highspeed-Internet per Mobilfunk

Die jüngere Generation nutzt Smartphones vor allem für mobiles Highspeed-Internet und weniger zum telefonieren. Die mobile Datennutzung stieg in den vergangenen Jahren entsprechend an. 2003 hatte Vodafone als erster Mobilfunknetzbetreiber UMTS mit einer Surfgeschwindigkeit von 384 Kbit/s angeboten. Aktuell unterstützt das UMTS-Netz Download-Bandbreiten von bis zu 42,2 Mbit/s. Per LTE sind bereits mobile Geschwindigkeiten von bis zu 500 Mbit/s nutzbar. Ab 2020 wird 5G die mobile Datenübertragung auf bis zu 20 Gbit/s beschleunigen.

Vodafone-Chef: Kommunikative Steinzeit ohne Liberalisierung im Telekommunikationsmarkt

"Nur die richtigen Rahmenbedingungen haben 25 Jahre Mobilfunk zu einer einzigartigen Erfolgsgeschichte gemacht. Ohne die Liberalisierung im Telekommunikationsmarkt wären wir noch in der kommunikativen Steinzeit. Die Erfahrung zeigt: Wir müssen heute und für die Zukunft sicherstellen, dass es in Deutschland weiterhin einen gesunden Infrastrukturwettbewerb gibt", betont Vodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter.

Jörg Schamberg

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