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Vodafone-Chef: Handy wird Pass ersetzen

Im Gespräch mit "Welt Online" skizziert Vodafones Deutschland-Chef Fritz Joussen die Entwicklung des Mobiltelefons zu Schlüssel, Kreditkarte oder auch Pass.

03.07.2009, 09:12 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Der als ausgesprochener Technikfan geltende Deutschland-Chef des Mobilfunk- und Internetanbieters Vodafone Fritz Joussen sieht enorme Entwicklungsmöglichkeiten für die Chipkarte im Handy, als Ersatz für leitungsgebundenes Internet, für Banken oder den Pass.
Schlüssel, Kreditkarte, Pass
Im Gespräch mit der Zeitung "Die Welt" skizziert Joussen eine nahe Zukunft, in der das Mobiltelefon weit mehr ist als ein Kommunikationsmittel. Es werde die Welt noch mehr verändern als das feste Internet. Der Zugang zum World Wide Web mache Globalisierung erst möglich und gerade könne man am Iran sehen, dass Kommunikation und Freiheit eng zusammen gehörten. Doch in Indien oder Afrika werde laut Joussen kein Kabel mehr fürs Internet verlegt, der Zugang erfolge mobil.
In nur fünf Jahren werde das Handy nicht mehr nur zur Kommunikation dienen, sondern auch als Schlüssel, Kreditkarte oder Pass. In Kenia sei etwa durch Mobilfunk ein fehlendes Bankensystem ersetzt worden. Und beim Thema Identitätsnachweis biete der Chip im Handy nicht nur Kostenvorteile gegenüber einem klassischen Pass, sondern sei nach Überzeugung Joussens auch sicherer.
SIM-Karten mit Multiapplikationen
Bei Vodafone mache man sich auch Gedanken über langfristige Entwicklungen, so Joussen weiter gegenüber "Welt Online". In einem "Europa 2050" werde es Multiapplikation-SIM-Karten geben, die viele verschiedene Anwendungen aufnehmen könnten und Platz für Personalausweis, Flugticket oder auch Geld hätten. Hier zeigten sich die Banken zwar noch zurückhaltend, doch vielleicht bräuchten die Nutzer so irgendwann kein Bargeld mehr. Dem widerspricht allerdings zunächst die Tatsache, dass sich die Geldkartenfunktion mit einem Chip auf Bankkarten oder Fahrtickets bislang nicht durchsetzen konnte.
Joussen ist der Überzeugung, dass die persönliche Chipkarte bislang unterschätzt wird: "Es gibt keine Innovation der Welt, die so stark Adaption gefunden hat wie das Mobiltelefon." Das Telefon sei eben das persönlichste aller täglichen Gebrauchsgegenstände.

(Michael Posdziech)

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