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Vodafone-Chef gewährt Blick in die Zukunft

Arun Sarin, Chef der Vodafone-Gruppe, äußert sich in einem Interview mit der "Welt am Sonntag" zu den Plänen der deutschen Vodafone-Tochter und der Zukunft von Arcor.

24.07.2005, 12:14 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Seit Ende Juli 2003 ist Arun Sarin Chef von Vodafone, dem größten Mobilfunker der Welt. Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, Christ Gent, hält sich Sarin meist im Hintergrund und feilt abseits der Öffentlichkeit daran, Vodafone weiter voran zu bringen. In einem Interview mit der "Welt am Sonntag" äußerte sich der Vodafone-Boss nun zu den Zukunftsaussichten des Mobilfunks in Deutschland.
Marktführerschaft allein nicht wichtig
Bekanntlich ist zwischen Vodafone und T-Mobile auf dem deutschen Markt ein harter Kampf um die Marktführerschaft entbrannt. In den letzten Monaten hat T-Mobile gegenüber Vodafone gemessen an der Neukundengewinnung deutlich an Boden verloren, und droht die Marktführerschaft an die Briten zu verlieren. Für Sarin ist die Marktführerschaft allein aber nicht entscheidend. "Es geht nicht darum, einmal Nummer eins zu sein, um dann wieder zurückzufallen. Das ist unbefriedigend. Wir wollen mit unseren Produkten und vor allen Dingen in Sachen Profitabilität vorne liegen", erklärt er. Angst vor einer Sättigung des deutschen Marktes hat er nicht. Durch UMTS-Notebookkarten, Blackberrys oder Zweithandys seien durchaus Möglichkeiten für eine Penetrationsrate jenseits der 100 Prozent möglich.
Auf die Frage, ob es auch von Vodafone eine Billigmarke wie simyo geben wird, die Ende Mai von E-Plus gestartet wurde, äußerte sich Sarin zurückhaltend. Natürlich denke man darüber nach und man sei auch vorbereitet, er glaube aber, dass Vodafone-Kunden den umfassenden Service wünschen, den der Netzbetreiber zur Verfügung stelle. Für die Zukunft schließt der Vodafone-Chef aber nichts aus: "Wenn der Tag kommt, an dem Kunden keinen Service mehr wollen und nur noch ihre Handy-Karten ohne ein subventioniertes Gerät über das Internet kaufen, dann können wir auch das. Aber der Tag ist noch nicht da."
Arcor wird vorerst nicht verkauft
Auch über die Zukunft der letzten Festnetzgesellschaft im Vodafone-Imperium, Arcor, äußerte sich Sarin nicht unzufrieden: "Arcor entwickelt sich hervorragend." Auf Dauer wird Arcor aber wohl nicht zu Vodafone gehören. Zwar sei es zurzeit nicht geplant, Arcor zu verkaufen, es sei aber unwahrscheinlich, Arcor auch in fünf Jahren noch zu halten. Ein Grund hierfür ist sicherlich auch die Annahme Sarins, dass mittelfristig auf das Festnetz verzichtet werden kann. Derzeit würden noch etwa 90 Prozent aller Gespräche über das Festnetz geführt, was in erster Linie an den günstigen Preisen liege. In etwa fünf bis zehn Jahren sehe dies aber ganz anders aus. Dann müsse sich das Festnetz auf die Übertragung von großen Datenmengen beschränken.

(Hayo Lücke)

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