Hannes Ametsreiter kritisiert Vectoring

Vodafone-Chef: Breitbandziel von 50 Mbit/s ist von der Realität im Kabelnetz längst überholt

Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland, kritisiert im Interview mit der "Rheinischen Post" den Ausbau von Vectoring als "Holzweg". Stattdessen solle flächendeckend Glasfaser in Deutschland ausgebaut werden. Das Breitbandziel von 50 Mbit/s bis 2018 sei von den Kabelnetzbetreibern zudem schon längst erreicht worden.

Jörg Schamberg, 12.04.2016, 10:58 Uhr
Hannes AmetsreiterVodafone Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter fordert einen flächendeckenden Glasfaserausbau in Deutschland.© Vodafone GmbH

Düsseldorf - Die Breitbandstrategie der Bundesregierung sieht bis 2018 eine flächendeckende Versorgung der Haushalte mit mindestens 50 Mbit/s schnellen Internetanschlüssen vor. Hannes Ametsreiter, Chef von Vodafone Deutschland (www.vodafone.de/kabel Bei diesem Link handelt es sich um einen Affiliate-Link (Partnerlink), der Nutzer auf Seiten Dritter führt. Wird dort ein Kauf getätigt, erhalten wir unter Umständen eine Provision. Diese Vergütung trägt dazu bei, dass wir unseren Service für Nutzer kostenlos anbieten können.
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), betont im Interview mit der "Rheinischen Post", dass diese Zielmarke zumindest vom Kabel-Internet schon übertroffen werde.

Milliardeninvestition in alte Kupfertechnologie ist ein "Irrweg"

"Das Ziel von 50 Megabit ist doch eigentlich von der Realität im Kabelnetz längst überholt. Andere Länder setzen auf Glasfaser, Deutschland investiert Milliarden in die alte Kupfertechnologie. Ein Irrweg", so Ametsreiter. "Deutschland liegt beim Glasfaserausbau hinter fast allen relevanten Ländern. Vor uns sind sogar Länder wie Kasachastan und Vietnam", kritisiert der Chef von Vodafone Deutschland.

Vectoring ist für Deutschlands digitale Zukunft schädlich

Ametsreiter spart auch nicht mit Kritik an der von der Deutschen Telekom favorisierten Vectoring-Technik, die er als "Holzweg" bezeichnet. "Aufgerüstet wird hier eine veraltete Kupfertechnik, die künftig kaum mehr als 100 Megabit bringen wird. Ein falscher und für Deutschlands digitale Zukunft schädlicher Weg. Denn der Weg in die Gigabitgesellschaft führt nicht über alte Kupferklingeldrähte", so der Vodafone-Manager. Die Telekom dürfe die Netze nicht wieder dominieren. Ametsreiter erhofft sich von der EU-Kommission, die derzeit über den Vectoring-Entscheidungsentwurf der Bundesnetzagentur berät, "ein Signal Richtung Wettbewerb".

Vodafone Deutschland-Chef fordert "Plan G" für Deutschland

Statt Milliardensummen in Vectoring zu investieren, solle flächendeckend auf Glasfaser gesetzt werden. "Glasfaser ist das Rückgrat der Gigabit Gesellschaft", betont Ametsreiter. Auch der neue, schnelle Mobilfunkstandard 5G sei auf Glasfaser als Fundament angewiesen. Der Vodafone Deutschland-Chef spricht sich für einen "Plan G" für Deutschland aus, um die kommende Gigabit-Gesellschaft zu gestalten. Als gutes Beispiel für die konsequente Förderung von Glasfaser nennt Ametsreiter Schweden, während in Deutschland nur Kupfer gefördert werde. In Portugal könnten Wettbewerber auf Leerrohre des dortigen Monopolisten zugreifen, um Glasfaserkabel ohne teure Tiefbauarbeiten zu verlegen. In Ametsreiters Heimatland Österreich werde der Anschluss von Mobilfunkstationen an Glasfaser staatlich gefördert. "All diese Konzepte brauchen wir auch hier", fordert Ametsreiter.

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