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Vodafone: Bruchlandung bei Neukundengewinnung

Nur 26.000 neue Kunden entschieden sich im ersten Jahresquartal für einen Vertrag oder eine Prepaidkarte des zweitgrößten deutschen Netzbetreibers. Noch in diesem Jahr soll es ein Komplettpaket mit DSL-Anschluss geben.

30.05.2006, 10:32 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Bei der Präsentation des aktuellen Geschäftsberichtes dürften Vodafone-Chef Arun Sarin einige Schweißperlen über die Stirn gelaufen sein. Sarin musste für das am 31. März ausgelaufene Geschäftsjahr einen Verlust in Höhe von gut 14 Milliarden Pfund (gut 25 Milliarden Euro) einräumen. Vor einem Jahr wurde noch ein Gewinn von fast 5,5 Milliarden Pfund erwirtschaftet. Grund sei vor allem das sich schwächer als erwartet entwickelnde Geschäft in Deutschland. Immerhin: der Umsatz stieg um zehn Prozent auf 29,35 Milliarden Pfund.
Konzernweit hat Vodafone inzwischen 170,57 Millionen Kunden. Davon nutzen 27,1 Millionen ein Multimedia-Handy für eines der live!-Portale, 7,7 Millionen ein UMTS-Handy und 700.000 eine UMTS- oder GPRS-Datenkarte für das Notebook. Der Datenanteil am Gesamtumsatz beläuft sich konzernweit auf 17 Prozent nach 15,5 Prozent vor einem Jahr, wie es im Geschäftsbericht heißt.
Nur 26.000 Neukunden
Eine bittere Pille musste Vodafone Deutschland schlucken: nach überaus erfolgreichen Quartalen in der Neukundengewinnung stürze der gemessen am Kundenbestand zweitgrößte deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber im ersten Jahresquartal deutlich ab. Gerade einmal 26.000 neue Kunden konnte Vodafone zwischen Jahresanfang und Ende März für sich gewinnen. Ein ähnliches schwaches Neukundenplus erreichte während der letzten Monate nur T-Mobile im ersten Quartal 2005 mit 89.000 Neukunden. Insgesamt kam Vodafone Ende März auf 29,19 Millionen Kunden. T-Mobile erreichte 30,25 Millionen, E-Plus mit einem deutlichen Neukundenplus von 694.000 im ersten Jahresquartal immerhin 11,44 Millionen Kunden, o2 10,1 Millionen.
Der Kundenmix bei Vodafone Deutschland gestaltet sind weiterhin weitgehend ausgeglichen. Der Großteil der deutschen Kunden, immerhin 53,3 Prozent, nutzt eine günstige Prepaid-Karte wie den Compact-Tarif. Die Zahl der Live-Kunden stieg von 4,85 Millionen auf 6,21 Millionen an. In Deutschland nutzen 2,03 Millionen Kunden ein UMTS-Handy, 240.000 eine UMTS- oder GPRS-Datenkarte und 230.000 ein E-Mail-Push-Endgerät wie einen BlackBerry. Die Zahl der Kunden, die über Vodafone Zuhause über eine eigene Festnetznummer auf dem Handy erreichbar sind, beträgt inzwischen 630.000. T-Mobile konnte bis Ende März nach eigenen Angaben 515.000 Kunden für das ähnliche Produkt T-Mobile@home gewinnen.
Vodafone-Komplettpaket kommt
Der durchschnittliche Monatsumsatz pro Kunde sackte im Vergleich zum 31. März 2005 von 24,9 Euro auf 23,3 Euro ein. Ein leichter Anstieg konnte beim Umsatz und beim EBITDA verzeichnet werden. Erfreulich entwickelt sich auch weiterhin der Datenanteil am Umsatz. Dieser lag Ende März bei 21,7 Prozent. Das ist europaweit der beste Wert im Vodafone-Konzern. Noch in diesem Jahr will Vodafone Deutschland nach eigenen Angaben ein Komplettangebot bestehend aus Mobilfunk und DSL-Internetzugang anbieten. Stichwort DSL: bei der Vodafone-Festnetzsparte Arcor kletterte die Kundenzahl auf 1,21 Millionen DSL-Kunden und 1,45 Millionen ISDN-Kunden.

(Hayo Lücke)

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