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Vodafone bläst zur Jagd auf Kabeldiebe: 10.000 Euro Belohnung

Mehrfach wurde ein Vodafone-Glasfaserkabel in Leipzig in den vergangenen Wochen von Kabeldieben beschädigt, bei Tausenden Haushalten fiel das Internet aus. Vodafone hat nun eine Belohnung für Hinweise zur Erfassung der Täter ausgesetzt, auch die Bahn und die Bundespolizei halten verstärkt nach Kabeldieben Ausschau.

03.04.2013, 16:18 Uhr
Vodafone© Vodafone GmbH

Dem Düsseldorfer Mobilfunk- und Festnetzbetreiber Vodafone reicht es: In den vergangenen drei Wochen schlugen im Raum Leipzig unbekannte Täter sieben Mal zu und sabotierten DSL-Leitungen des Providers. Die Folge: Zeitweise hatten zwischen 25.000 und 55.000 Leipziger Vodafone-Kunden keine Internetverbindung. Zuletzt kam es deswegen am Karfreitag zu Ausfällen. Abgesehen hatten es die Kabeldiebe allerdings nicht auf die Glasfaserkabel von Vodafone selbst, sondern auf die parallel entlang einer Bahnstrecke verlaufenen Kupferkabel der Deutschen Bahn. Äußerlich sind die Kabel nicht zu unterscheiden. Auch wenn der Kupferpreis in den vergangenen Monaten auf derzeit rund 5.800 Euro pro Tonne gesunken ist, bleibt der Rohstoff begehrt. Kabelleitungen an den Bahnstrecken werden immer wieder Opfer von Kupferdieben. "Wir haben keine Kupferkabel", betonte ein Vodafone-Sprecher gegenüber onlinekosten.de. Der DSL-Anbieter hat nun ein Kopfgeld zur Erfassung der Täter ausgesetzt.

Schaden von rund 1 Million Euro

Für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, will Vodafone eine Belohnung in Höhe von 10.000 Euro zahlen. Wer entsprechend verdächtige Vorgänge an Bahnstrecken in der Region Leipzig beobachtet, kann sich an Polizei und Bundespolizei wenden, erklärte der Konzernsprecher gegenüber unserer Redaktion.

Vodafone will die Kabeldiebe möglichst schnell dingfest machen, da sich der Schaden inzwischen auf rund 1 Million Euro belaufe. In der Summe sind auch Folgekosten enthalten, die Behebung der Schäden dauerte jeweils mehrere Stunden. "Wir stellen eine größtmögliche Sicherheit her", sagte der Sprecher. Neben der Auslobung einer Belohnung hat Vodafone daher nun auch DB Sicherheit, den Sicherheitsservice der Deutschen Bahn, beauftragt. Das Sicherheitsunternehmen soll verstärkt auf die Jagd nach den Kabeldieben gehen. Auch die Bundespolizei wurde eingeschaltet.

Bauarbeiten in Leipzig erleichterten Kabelklau

In Leipzig hatten es die Täter offenbar besonders einfach, sie schlugen immer wieder an dem wegen Bauarbeiten stillgelegten Streckenabschnitt rund um den Haltepunkt Anger-Crottendorf (Schleußiger Weg) zu. Die Polizei fand dort neben den gekappten Glasfaserkabeln bereits für den Abtransport bereitgelegte Kupferkabel, eine Spur zu den Tätern fehlt bislang. Die Bahn selbst will Kupferkabel soweit möglich durch günstigere Alternativen ersetzen.

(Jörg Schamberg)

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