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Vivendi Universal will Milliarden von der Telekom

Französischer Konzern wirft der Deutschen Telekom unrechtmäßige Praktiken bei den Verhandlungen um die Übernahme des polnischen Mobilfunkers PTC vor.

18.05.2005, 08:47 Uhr
Telekom Zentrale© Deutsche Telekom AG

Der Streit zwischen dem französischen Konzern Vivendi Universal (VU) und der Deutschen Telekom um den polnischen Mobilfunkkonzern PTC geht in eine neue Runde. Vivendi verklagte die Telekom vor einem Handelsgericht in Paris auf Zahlung einer Entschädigung von 2,2 Milliarden Euro.
Vivendi wirft der Deutschen Telekom vor, in dem seit 1999 anhaltenden Poker um den größten polnischen Mobilfunkanbieter bereits begonnene Verhandlungen im September 2004 grundlos abgebrochen zu haben.
Telekom will prüfen
Die Deutsche Telekom werde die Vorwürfe im Detail prüfen, sagte ein Sprecher. Aus heutiger Sicht entbehrten sie aber jeder Grundlage. Die Verhandlungen um eine Neustrukturierung der Besitzverhältnisse bei PTC seien von der Deutschen Telekom "ohne Vorankündigung und ohne legitime Begründung" abgebrochen worden, erklärte Vivendi.
PTC wird derzeit zu 49 Prozent von der Deutschen Telekom gehalten, 48 Prozent liegen bei dem Joint Venture Elektrim Telekomunikacja (ET), das wiederum zu 49 Prozent Vivendi und zu 49 Prozent dem polnischen Elektrim-Konzern gehört. Im vergangenen Jahr hatte die Deutsche Telekom 1,3 Milliarden Euro für die ET-Anteile an PTC geboten, dieses Angebot aber schließlich wieder zurückgezogen. PTC hat in Polen 8,5 Millionen Mobilfunk-Kunden.
Vivendi gibt nicht auf
Nach Auffassung der Deutschen Telekom hatte Elektrim nicht das Recht, seine PTC-Anteile in das Joint Venture mit Vivendi einzubringen. Diese Ansicht wurde von einem Gericht in Polen und einem Schiedsgericht in Österreich bestätigt, allerdings legte Vivendi in beiden Fällen Berufung ein. Nach Einschätzung von Branchenkennern könnte der Streit schließlich in einem Vergleich enden. Dabei werde der Wert der ET-Anteile an PTC voraussichtlich zwischen den bereits gebotenen 1,3 Milliarden Euro und den von Vivendi geforderten 2,2 Milliarden Euro festgesetzt. Vivendi hat in das PTC-Geschäft bislang 1,8 Milliarden Euro investiert.

(Hayo Lücke)

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