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Vista: Kompatibel? Mitnichten!

Der Start von Windows Vista verlief erstaunlich reibungslos. Trotzdem hat Microsoft nun eine Liste der für Windows zertifizierten Programme veröffentlicht. Die allerdings ist alles andere als vollständig.

26.02.2007, 14:34 Uhr
Arbeitsplatz© Brad / Fotolia.com

Microsoft hat eine Liste von etwa 800 Programmen veröffentlicht, die das "Certified for Windows Vista" oder "Works with Windows Vista"-Logo erhalten haben. Wichtige Standardanwendungen fehlen jedoch in der Liste.
"Diese Applikationen werden offiziell von unseren unabhängigen Software-Verkaufspartnern auf Windows Vista unterstützt" – so leitet Microsoft die Website mit der List der Programme ein. Zu finden sind, neben zahlreichen Microsoft-Produkten, vor allen Dingen Programme, deren Verlust nach einem Vista-Umstieg durchaus zu verkraften wäre. Darunter sind Titel wie "Absolute Poker Vista", der Google-Toolbar oder auch der Magix Music Maker.
Wichtige Anwendungen fehlen
Was hingegen fehlt, sind Anwendungen, die häufig benutzt werden. Adobe Photoshop zum Beispiel, das nach Angaben vieler Vista-Umsteiger mehr schlecht als recht seinen Dienst unter dem neuen Windows Betriebssystem verrichtet. Auch andere Produkte aus dem Hause Adobe sind schlicht und ergreifend nicht vorhanden. Das gleiche gilt für Corel und sämtliche Programme der Open-Source-Bewegung, darunter die Mozilla-Browser, OpenOffice und TheGimp. Keines dieser Programme besitzt eines der beiden Logos, obwohl sie durchaus unter Vista ihren laufen.
Grund für die lückenhafte Liste ist Microsofts rigide Lizenzpolitik. Um eine, von Microsoft offiziell abgenickte Vista-Zertifizierung zu erhalten, muss ein Software-Hersteller ein externes Unternehmen für die Prüfung beauftragen. Das begehrte Logo wird vergeben, sobald das externe Unternehmen die problemlose Zusammenarbeit von Software und Betriebssystem festgestellt hat.
Zertifizierung wenig aussagekräftig
So hat Corel das Zertifikat erst nach dem Erscheinen der Liste erhalten und wurde offensichtlich noch nicht eingepflegt. Allerdings besagt das Zertifikat nicht, ob ein Programm gut mit Windows Vista läuft, sondern nur, dass es läuft und dass der Hersteller eng mit Microsoft zusammenarbeitet. Die Kosten für die Zertifizierung muss jedoch der Hersteller tragen – gerade für Open Source-Projekte eine nicht unerhebliche finanzielle Belastung.
Auch zahlreiche Spiele-Hersteller haben auf die Zertifizierung verzichtet und erscheinen nicht in der Liste. Außer einfachen Poker- und Casino-Spielen findet sich, abgesehen von Microsoft-Titeln, nicht ein bekanntes Spiel in der Liste. Kein Wunder, dient die Liste doch hauptsächlich Geschäftskunden, die auf einen zuverlässigen Betrieb ihres Rechners und eine lückenlose Zusammenarbeit von Software und Betriebssystem angewiesen sind.

(Christian Rentrop)

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