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Viele o2-Kunden ohne Netzversorgung

Schrittweise beendet o2 das nationale Roaming-Abkommen mit T-Mobile. Für viele Kunden kann das negative Auswirkungen haben: Plötzlich bleibt das Handy aus. Betroffenen sichert o2 nun Hilfe zu.

16.08.2007, 15:20 Uhr
o2© Telefónica

Zahlreiche Kunden der Mobilfunk-Netzbetreibers o2 klagen in diesen Tagen über Schwierigkeiten mit der Netzversorgung. War es ihnen bisher problemlos möglich, Gespräche aufzubauen, kommt neuerdings keine Verbindung zustande oder das Gespräch bricht plötzlich ab.
Roaming abgeschaltet
Das Problem tritt offensichtlich in mehreren Regionen Deutschlands auf. Beispielsweise im nördlichen Schleswig-Holstein, im nördlichen Münsterland oder im Raum Esslingen bei Stuttgart, wie aus Zuschriften mehrer Leser unseres Magazins hervorgeht. Der Grund für die Netzprobleme ist schnell gefunden. Offensichtlich hat o2 in den betroffenen Regionen die mit T-Mobile geschlossene Roaming-Vereinbarung beendet.
Ein Blick zurück
Aus wirtschaftlichen Gründen hat o2 Germany sein Mobilfunknetz in der Vergangenheit nur schrittweise ausgebaut. Überall dort, wo keine eigenen Basisstationen stehen, buchen sich die Handys von o2-Kunden in das Netz von T-Mobile ein. Im Display der Handys erscheint dann ein "T-Mobile" statt eines "o2 - de". Genau das war bisher auch bei den nun betroffenen Kunden der Fall. Neuerdings buchen sich die Handys aber nach Angaben unserer Leser nicht mehr in das T-Mobile-Netz ein, sondern in das o2-Netz. Teilweise ist es gar nicht mehr möglich, das Handy zu nutzen. Nicht ganz zu Unrecht beklagen sich die Betroffenen darüber, Geld für eine Leistung zu zahlen, die sie gar nicht nutzen können. Bei o2 ist das Problem bekannt. Ein Unternehmenssprecher erklärte auf Nachfrage unserer Redaktion, dass das T-Mobile-Roaming in der Tat schrittweise abgeschaltet werde, um Kunden über das eigene Netz versorgen zu können. Das macht vor allem finanziell Sinn, denn o2 muss für jedes Gespräch, das über das T-Mobile-Netz geführt wird, Gebühren an die Telekom-Tochter abführen.
o2 sichert Hilfe zu
Dass es bei der Umstellung zu Problemen kommen könne, gesteht o2 ein. In einzelnen Fällen sei es möglich, dass Funklöcher entstehen, die es bisher nicht gegeben habe. Betroffene Kunden möchte der kleinste deutsche Mobilfunk-Netzbetreiber aber nicht im Regen stehen lassen. Mit einem Anruf an der o2-Hotline könne geklärt werden, ob die Engpässe in der Netzversorgung von längerfristiger Dauer seien, heißt es seitens der o2-Pressestelle weiter. Sollte dies der Fall sein, würden für beide Seiten einvernehmliche Lösungen gefunden werden, verspricht o2.
Keine Auskunft mochte der Provider darüber geben, bis wann das T-Mobile-Roaming komplett beendet werde. In Branchenkreisen wird darüber spekuliert, dass heute noch etwa acht Prozent des gesamten Gesprächsaufkommens von o2 Germany über das Netz von T-Mobile angewickelt wird.

(Hayo Lücke)

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